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Kirche in Wien-Favoriten gestürmt: Islam-Lehrer sollen über Meinungsfreiheit reden

20 Jugendliche randalierten in dieser Kirche in Wien-Favoriten.
20 Jugendliche randalierten in dieser Kirche in Wien-Favoriten. ©APA
Wenige Tage vor dem Anschlag in Wien haben vergangene Woche über 30 muslimische Jugendliche in einer Kirche in Wien-Favoriten randaliert und "Allahu akbar" gerufen. Nun sollen Islam-Lehrer die Themen Meinungs- und Religionsfreiheit vertiefen.
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Das Schulamt der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) hat als Reaktion laut einem Bericht der "Salzburger Nachrichten" (Donnerstagausgabe) am Mittwoch einen aktuellen Leitfaden an ihre Religionslehrer verschickt, um im Unterricht die Themen Meinungs- und Religionsfreiheit zu vertiefen.

Randale in Wiener Kirche durch Mohammed-Karikaturen ausgelöst

Auslöser für die Randale in der Kirche soll nämlich die Debatte über Mohammed-Karikaturen und Meinungsfreiheit nach der Enthauptung des französischen Geschichtslehrers Samuel Paty gewesen sein. Der Lehrer hatte seinen Schülern Meinungsfreiheit anhand der Karikaturen demonstriert. Präsident Emanuel Macron hatte danach die Veröffentlichung von Karikaturen verteidigt, in zahlreichen muslimischen Ländern kam es daraufhin zu Protesten. Keine zwei Wochen später starben bei einer Messerattacke durch einen Islamisten in einer Kirche in Nizza drei Menschen.

"Für uns war klar, dass es nach den Attentaten in Frankreich und den Randalen in Favoriten wieder viel Redebedarf geben wird", wird Schulamtsleiterin Carla Amina Baghajati in dem Bericht zitiert. Nun sei auch noch der Terrorakt in der Wiener Innenstadt dazugekommen.

Lehre über Meinungs- und Religionsfreiheit

Man versuche ausgehend von Fragen der Schüler deren theologischen Kompetenzen zu stärken. So soll vermittelt werden, dass es ein Verbrechen und gotteslästerlich sei, Leben zu zerstören und dazu "Allahu akbar zu rufen" und dass kein Mensch den Propheten verspotten könne. Thema soll auch die "Bedeutung des demokratischen säkularen Rechtsstaats" für die Bewahrung des sozialen und religiösen Friedens und individueller Freiheitsrechte sein und dass "Religionsfreiheit und Freiheit der Rede und der Kunst nicht gegeneinander ausgespielt werden sollen, da sie nicht voneinander zu trennen sind". Das soll den Schülern auch als Rüstzeug für anderslautende Debatten in Sozialen Medien dienen.

(APA/red)

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