Kindergärten: Corona-Regelungen in den Bundesländern verschieden

Corona-Sicherheitsregelungen: Was in den Kindergärten gilt, ist je nach Bundesland verschieden
Corona-Sicherheitsregelungen: Was in den Kindergärten gilt, ist je nach Bundesland verschieden ©Pixabay (Sujet)
Das Corona-Sicherheitskonzept der Schulen ab Herbst steht offiziell fest - Länder-Vielfalt herrscht jedoch, wenn es um die Kindergärten geht. Was je nach Bundesland gilt, lesen Sie hier.
Sicherheitskonzept an Schulen: Alle Infos
Eltern sollen Kindergarten-Kinder testen

Während seit vergangener Woche das bundesweite Sicherheitskonzept für die heimischen Schulen bekannt ist, wird der Betrieb in den Kindergärten weiterhin je nach Bundesland unterschiedlich ablaufen, zeigt ein APA-Rundruf.

Faßmann: Frühwarnsystem auch bei Kindergärten

So setzt man etwa im Osten auf Tests auch für Kinder, in der Steiermark auf die 3-G-Regel und in Salzburg auf Luftfilter. Da Kindergärten Ländersache sind, ist das Bildungsministerium zwar formal nicht für diese zuständig, plant aber zumindest Empfehlungen.

Zusätzlich hat Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) angekündigt, Kindergärten auch in einem Teil seines geplanten Frühwarnsystems zu berücksichtigen: Bei 116 Kläranlagen sollen Abwasseranalysen durchgeführt und so steigendes Infektionsgeschehen frühzeitig erkannt werden. Bei erhöhtem Risiko in einer Region sollen dann vom Ministerium neben den Schulen auch die Kindergärten vorgewarnt werden, um dann regional mit schärferen Sicherheitsmaßnahmen reagieren zu können.

Keine Sicherheitsphase wie an Schulen geplant

Während an den Schulen in den ersten zwei Wochen intensiv getestet wird, um infizierte Reiserückkehrer auszuschließen, gibt es in den Kindergärten keine derartige verpflichtende Sicherheitsphase. In mehreren Bundesländern wird lediglich auf die allgemeinen Vorgaben des Bundes für Reiserückkehrer verwiesen.

Wien: Testen mit "Alles gurgelt" und Co.

In Wien werden Reiserückkehrer zum Testen bereits vor dem Wiedereinstieg in den Kindergarten aufgerufen, in Tirol gilt dieser Aufruf für alle Reiserückkehrer ab sechs Jahren.

Auch danach will Wien im Kindergarten auf Testen setzen. Im Büro des zuständigen Stadtrats Christoph Wiederkehr (NEOS) verweist man darauf, dass das Gratis-PCR-Testangebot "Alles Gurgelt" auch für die meisten Kindergartenkinder nutzbar ist. Die Details zu den Corona-Schutzmaßnahmen in Kindergarten und Schule sollen kommende Woche präsentiert werden. Die Mitarbeitertests werden jedenfalls weiter durchgeführt, auch Geimpfte sollen laut Empfehlung der Stadt freiwillig weiter zweimal pro Woche testen. Für Neueinstellungen in den städtischen Kindergärten soll außerdem ab Herbst eine Corona-Impfpflicht gelten.

NÖ: Schleckertests fix, genaues Corona-Sicherheitskonzept folgt

In Niederösterreich sollen die Details des Corona-Sicherheitskonzepts in Kindergärten laut dem Büro von Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) in den nächsten Tagen kommuniziert werden. Fix ist, dass die mit Mitte Mai auf alle Einrichtungen ausgerollten Antigen-Schleckertests auch künftig zur Anwendung kommen, außerdem gilt für Neuaufnahmen in den Kindergärten im Bundesland künftig eine Corona-Impfpflicht.

Burgenland: Ebenfalls Lollipop-Lutschtests - freiwillig, für zuhause

Auch im Burgenland setzt man weiter auf Lollipop-Lutschtests, von denen seit April jedem Kindergartenkind drei pro Woche zur Verfügung gestellt werden. Die Tests werden freiwillig zu Hause durchgeführt und die Ergebnisse der Einrichtung gemeldet, hieß es aus dem Büro von Bildungslandesrätin Daniela Winkler (SPÖ). Den Pädagogen werde empfohlen, die Kindergärten nur dann zu betreten, wenn sie die 3-G-Regel erfüllen. Derzeit herrsche "Normalbetrieb unter verstärkten Hygienebestimmungen". Wenn möglich, sollen Aktivitäten ins Freie verlegt werden. Außerdem sei es wichtig, dass für jede Einrichtung ein Hygiene- und Präventionskonzept vorliege, so Winkler.

Kärnten und Steiermark: Diese Corona-Kindergarten-Regelungen gelten

In anderen Bundesländern sieht man indes keine Notwendigkeit für ein Testen von Kindergartenkindern. Laut Verordnung des Bundes sei derzeit keine Testpflicht für Kinder unter zwölf Jahren vorgesehen, heißt es aus Kärnten. Regelmäßige Testungen bei unter Sechsjährigen werden kritisch gesehen und sollten nur anlassbezogen erfolgen, wird in der Steiermark betont. Stattdessen setzt man dort auf die 3-G-Regel für alle Personen ab 12 Jahren. Wer nicht geimpft, getestet oder genesen ist, muss im Kindergarten durchgängig Maske tragen.

OÖ und Co.: Ampelregelung

In Oberösterreich laufen unterdessen noch Überlegungen und Planungen zu Tests und zu Regelungen je nach Infektionsgeschehen, etwa einer "Ampelregelung". Dabei wolle man sich an den geplanten Empfehlungen des Bildungsministeriums orientieren. Auch in Kärnten und der Steiermark ist wieder eine "Ampelregelung" angedacht, um auf das regional unterschiedliche Infektionsgeschehen eingehen zu können.

Salzburg setzt auf Luftfilter in Kindergärten

In Salzburg setzt Landesrätin Andrea Klambauer (NEOS) auf die aus ihrer Sicht bewährte "Bildungsampel", die sich am Infektionsgeschehen in den Bezirken orientiert. Außerdem soll der Einsatz von Luftfiltern für zusätzliche Sicherheit sorgen, in Salzburg wird deren Anschaffung zu 50 Prozent gefördert.

In Tirol sieht man die Verantwortung in Sachen Luftfilter unterdessen bei den Gemeinden als Erhalter der Kindergärten, hieß es aus dem Büro von Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) gegenüber der APA. Eine einheitliche Gesundheitsstrategie des Bundes für Kindergärten wäre sinnvoll und begrüßenswert, hieß es. Keine Rückmeldung gab es vorerst aus Vorarlberg und dem Burgenland.

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(APA/Red)

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