"Handgranaten-Tschusch": Wirbel um Facebook-Posting von FPÖ-Politiker

Zu dem ungeklärten Kriminalfall aus Wien-Ottakring postete der FPÖ-Politiker eine Opfer-Beschimpfung
Zu dem ungeklärten Kriminalfall aus Wien-Ottakring postete der FPÖ-Politiker eine Opfer-Beschimpfung ©APA
Abermals sorgte ein FPÖ-Funktionär durch seine umstrittenen Online-Postings für Wirbel. Diesmal ging es um jenen Vorfall in Wien-Ottakring, bei dem jüngst zwei Männer nach einer Handgranaten-Explosion tot in einem geparkten BMW aufgefunden wurden. Der FPÖ-Politiker beschimpfte eines der Opfer auf Facebook rassistisch.
Granate aus Ex-Jugoslawien
Hinweis auf flüchtige Täter
Stand der Ermittlungen
Bilder vom Tatort
Österreicher erschossen
Opfer wurden identifiziert
Hetzerische FPÖ-Facebook-Gruppe
Fremdenfeindliches FPÖ-Posting
Entlassung wegen SS-Postings

Der oberösterreichische Spitzenkandidat der FPÖ für die AK-Wahl, Manfred Pühringer, soll u.a. das Mordopfer im Wiener Handgranaten-Fall, einen SPÖ-Kommunalpolitiker, als “Handgranaten-Tschusch” bezeichnet haben. Davon berichtete die Zeitung “Österreich” am Montag.

Alle Details zum Fall um die in dem Wagen in Wien-Ottakring gefundenen toten Männer finden Sie hier.

SPÖ-Kritik an Posting: “Menschenverachtend”

Für SPÖ-Landesgeschäftsführer Christian Horner ist Pühringer damit “untragbar”. Der FPÖ-Kandidat soll auch ein verfälschtes SPÖ-Logo gepostet haben, bei dem das “Ö” durch eine Handgranate ersetzt wurde.

Für Horner sind derartige Kommentare “menschenverachtend”. “Personen wie Manfred Pühringer haben in der Politik einfach nichts verloren. Sie sind eine Gefahr für die Demokratie”, so der SPÖ-Landesgeschäftsführer in einer Presseaussendung. “Das sind absolut geschmacklose Methoden, die menschenverachtend und um nichts besser sind als die Nazi-Sager anderer FP-Funktionäre.”

Pühringer fällt nicht zum ersten Mal negativ auf

Horner wies darauf hin, dass Pühringer bereits 2011 mit Fotos seiner Oberkörper-Tätowierung – eines Adlers und der Schrift “Ehre, Treue, Vaterland.” – für Aufregung gesorgt habe. Zudem musste erst vergangene Woche der auf Listenplatz 142 gereihte FPÖ-Vertreter für die AK-Wahl in OÖ wegen seiner Vergangenheit im rechten Milieu – die Justiz hat sich deswegen mit ihm beschäftigt – auf die Kandidatur verzichten.

Ärger über weiteren FPÖ-Sager

Auch die Sprecherin der oberösterreichischen Grünen, Maria Buchmayr, hat die Aussagen Pühringers scharf kritisiert: “Die FPÖ schafft es immer wieder, ihr bodennahes Niveau weiter zu unterbieten.” Sie will sich zudem rechtliche Schritte gegen den FPÖ-Abgeordneten Elmar Podgorschek vorbehalten, der die Grünen in den “Oberösterreichischen Nachrichten” als Faschisten bezeichnete.

Hintergrund des grün-blauen Scharmützels ist die Einstellung des Verfahrens gegen einen oö. Polizisten, der im Internet eine umgetextete Bundeshymne – “Land der Museln, Sozialbetrüger, der linken Demonstranten, Räuber, Diebe und Asylanten” – gepostet haben soll.

“Grüne sind Faschisten der Gegenwart”

Die Grünen wollen dennoch mit parlamentarischen Anfragen an der Causa dranbleiben. Podgorschek dazu in der Innviertler Ausgabe der OÖN (Montag-Ausgabe): Die Einstellung sei gerechtfertigt, Meinungsfreiheit stehe über allem. “Sie (die Grünen, Anm.) sind für mich die Faschisten der Gegenwart.”

Pühringer selbst bezog später am Montag Stellung zu seinem Posting – mehr dazu hier.

(apa/red)

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