Handel sieht in Lockdown "historische Katastrophe"

Der WKÖ-Handelsobmann sieht im Corona-Lockdown eine "historische Katastrophe".
Der WKÖ-Handelsobmann sieht im Corona-Lockdown eine "historische Katastrophe". ©APA/HANS PUNZ (Symbolbild)
Die österreichischen Händler sind im anlaufenden Weihnachtsgeschäft erneut mit einem Corona-Lockdown konfrontiert. WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik sieht eine "historische Katastrophe".
Harter Lockdown ab Montag
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Besonders schlimm sei, dass es "vermeidbar gewesen wäre". Ab 22. November dürfen nur Geschäfte des täglichen Bedarfs für drei Wochen komplett offen halten, bei den anderen Händlern ist nur "Click & Collect" sowie Abholung nach Vorbestellung möglich.

Offene Geschäfte während Lockdown

Zu den Geschäften des täglichen Bedarfs zählen unter anderem Supermärkte, Drogerien und Apotheken, Postämter und Telekom-Shops. Bei den anderen Händlern herrsche "große Frustration und Enttäuschung", so der WKÖ-Handelsobmann. "Es trifft uns zum zweiten Mal beim Weihnachtsgeschäft." Es gebe außerdem wieder das Problem der Sortimentsabgrenzung, dass nun Lebensmittelhändler und Drogeriemärkte vermehrt Spielwaren verkaufen würden und Spielwarengeschäfte im Lockdown geschlossen seien.

Lockdown als Vergleichszeitraum

Wirtschaftskammer und Handelsverband begrüßten die von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) heute angekündigte Verlängerung des Ausfallsbonus und Verlustersatzes. Die Handelsvertreter sehen aber trotz Hilfen viele Betriebe existenziell gefährdet. In der Branche werde es Umsatzverluste von rund 2,7 Mrd. Euro geben, erwartet Handelsverband-Geschäftsführer Will. Der Verband fordert Änderungen bei der Berechnung des Umsatzeinbruchs für die Wirtschaftshilfen. Der Vergleichszeitraum müsse der Lockdown-Zeitraum sein und die Berechnungsbasis für den Ausfallsbonus müsse die Entwicklung der Gesamtverkaufsfläche pro Unternehmen berücksichtigen.

Weniger Umsatz durch Lockdown

Ein österreichweiter Lockdown für die gesamte Bevölkerung führt beim stationären Non-Food-Handel zu einem Umsatzentgang im November von rund 115 Mio. Euro pro Tag, geht aus aktuellen Berechnungen des Instituts für Handel, Absatz und Marketing der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) hervor. Wegen des Weihnachtsgeschäfts steigt der Umsatzverlust pro Lockdown-Tag im Dezember laut JKU-Handelsforschern dann auf 130 bis 140 Mio. Euro pro Tag. Detailliertere Analysen werde es noch nächste Woche geben, hieß es zur APA.

Der Gastro- und Hotellerie-Lockdown trifft besonders hart den Lebensmittelgroßhandel. Transgourmet öffnet - wie bereits in der Vergangenheit - für die Dauer des Lockdowns seine 13 Standorte für Endverbraucher.

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(APA/Red)

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