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Erste Reaktionen zur Landtagswahl in der Steiermark

Freude bei der ÖVP bei der Landtagswahl in der Steiermark 2019.
Freude bei der ÖVP bei der Landtagswahl in der Steiermark 2019. ©APA/ERWIN SCHERIAU
Die Landtagswahl in der Steiermark ist geschlagen und die ÖVP geht laut der ersten Hochrechnung als klarer Sieger hervor. Das sind die ersten Reaktionen der Parteien.
LIVE-Ticker zur Steiermark-Wahl
Die erste Hochrechnung

Laut erster Hochrechnung der ARGE Wahlen für die APA siegte die ÖVP bei der Landtagswahl in der Steiermark klar: Sie legt um 8,1 Prozentpunkte zu und erobert mit 36,6 Prozent Platz 1. Die SPÖ verliert 4,9 Prozentpunkte, die FPÖ stürzt um 10 Prozentpunkte ab. Starke Zugewinne verzeichnen die Grünen, die auf 11,5 Prozent kommen. NEOS und die KPÖ dürften im Landtag sein.

Steiermark-Wahl: Freudenschreie bei ÖVP

Die Parteizentrale der steirischen Volkspartei war Sonntagnachmittag bei der Verkündung der ersten Hochrechnungen zur Landtagswahl zum Bersten voll. Als um 16 Uhr der schwarze Balken in der ORF-Hochrechnung nach oben stieg und bei deutlich über 36 Prozent stehen blieb, brach lauter Jubel und Applaus aus.

Landeshauptmann und ÖVP-Spitzenkandidat Hermann Schützenschützer und Bundesobmann Sebastian Kurz wurden um 16.30 Uhr in der Zentrale erwartet.

Kurz: "Sensationeller Erfolg für Schützenhöfer"

ÖVP-Bundesparteiobmann Sebastian Kurz sieht im Ergebnis der steirischen Landtagswahl einen "sensationellen Erfolg für Hermann Schützenhöfer und die Steirische Volkspartei". Dass der Landeshauptmann einen kurzen und sparsamen Wahlkampf geführt habe, dürfte gut angekommen sein, meinte Kurz in einer Stellungnahme gegenüber der APA.

"Es zeigt, dass die Menschen honorieren, wenn ein guter Stil im Umgang miteinander gelebt wird", sagte Kurz. "Die Steiermark hat damit eine klare Entscheidung getroffen, wer die nächsten fünf Jahre das Land gestalten soll", freute sich der ÖVP-Bundesparteiobmann, dass die Volkspartei erstmals seit 2000 wieder die Nummer 1 in der Steiermark ist. Kurz verwies auch darauf, dass dies für die Volkspartei seit 2017 "die sechste erfolgreiche Landtagswahl in Folge" sei.

Bogner-Strauß sieht Rückenwind für Türkis-Grün

Die steirische Ex-Familienministerin Juliane Bogner-Strauß sieht die Zugewinne für ÖVP und Grüne in der Steiermark als Rückenwind für die türkis-grünen Koalitionsverhandlungen in Wien. Diese zwei Parteien seien klar gestärkt worden, meinte sie in einer ersten Reaktion in der ÖVP-Parteizentrale Sonntagnachmittag.

Eine Präsenz für eine Regierungsbeteiligung der Grünen in der Steiermark wollte sie daraus freilich aber nicht ableiten. Landeshauptmann Hermann Schützenschützer werde mit allen Parteien reden und "niemanden ausschließen". Den ÖVP-Erfolg schreibt sie dem Spitzenkandidaten zu, "der Landeshauptmann war entscheidend", so die frühere Familienministerin.

SPÖ reagierte auf Verluste mit steinernen Mienen

Die Mienen waren versteinert bei der Verkündung der ersten Hochrechnung in der steirischen SPÖ-Zentrale, als klar wurde, dass der angepeilte LH-Posten Geschichte war. Der steirische SPÖ-Landesgeschäftsführer Günther Pirker trat nach der ersten Hochrechnung vor die Presse: Die Frage, ob Michael Schickhofer als Parteichef bleiben könne, stelle sich nicht, sagte er auf Journalistenfragen.

Bei einem vorläufigen Ergebnis von um die 23 Prozent sagte Pirker, man müsse auch erst die Grazer Ergebnisse abwarten. Graz sei immer volatil. Es sei von Beginn des Wahlkampfes auch ein Wettkampf der Meinungsforscher gewesen. Zufrieden könne man allerdings nicht sein. Eine gewisse Grundstimmung sei auch gegen die SPÖ gewesen. Die Voraussetzungen seien da, dass man wieder mit Nummer eins und Nummer zwei, ÖVP und SPÖ, weitermachen könnte.

Max Lercher, der obersteirische SPÖ-Politiker, der einer der gesuchtesten Interviewpartner am Eggenberger Gürtel war, sagte, es sei nicht gelungen, die inhaltlichen Themen zu platzieren. Allerdings liege man auch über den prognostizierten Umfragenergebnissen. Es spreche nichts dagegen, dass Schickhofer bleibe, dieser habe gut gekämpft. Alles andere würden die Gremien am Montag diskutieren. Es sei aber gelungen, führte Pirker an, die obersteirischen Städte wieder rot einzufärben. Die Erneuerung müsse aber weitergehen.

Ein Statement von Schickhofer wurde vor 17.10 Uhr erwartet, danach wollte sich der steirische SPÖ-Chef in die Wahlzentrale in der Aula der Alten Universität in der Innenstadt aufmachen.

Der frühere Parteichef Franz Voves ließ sich in der Parteizentrale in Graz-Eggenberg nicht sehen, dafür war u.a. der frühere LHStv. Peter Schachner-Blazizek gekommen.

Steirische FPÖ sieht "bescheidenes Ergebnis"

Der stellvertretende Grazer FPÖ-Stadtparteiobmann Armin Sippel hat in einer ersten Reaktion den Absturz der FPÖ um rund zehn Prozentpunkte als "bescheidenes Ergebnis" bezeichnet. Der Rückenwind sei nicht da gewesen, vielmehr habe "ein starker Gegenwind geweht", führte Sippel weiter aus. Insofern könne man das Ergebnis als "annehmbar" bezeichnen.

FPÖ-Spitzenkandidat Mario Kunasek war vorerst nicht bei seinen Parteifreunden, als die erste Hochrechnungen kamen. "Kunasek hat einen ambitionierten Wahlkampf geführt und sich voll eingesetzt", hielt Sippel fest. Insgesamt sei "die Zeit zu kurz gewesen, um eine Wende herbeizuführen".

Bei der Landtagswahl 2015 kamen die steirischen Freiheitlichen noch auf 26,76 Prozent. Mit den Einbußen bei der Nationalratswahl und den weiteren Turbulenzen rund um Liederbücher und zuletzt dem Goldschatz hatte der ins Land heimgekehrte Ex-Verteidigungsminister die Erwartungen für die Landtagswahl heruntergesetzt und als Ziel das Erreichen von Platz zwei, und damit die SPÖ zu überholen, angestrebt. Nun wird es doch Platz drei werden.

KPÖ-Stadträte aus Graz hoffnungsvoll

Die Grazer KPÖ-Stadträte Elke Kahr und Robert Krotzer haben sich nach der ersten Hochrechnung von der Landtagswahl in der Steiermark hoffnungsvoll gezeigt: "Noch ist alles drin, von null bis drei Mandaten", sagte Kahr. Die ersten Ergebnisse aus der Obersteiermark und aus Graz-Umgebung seien jedenfalls erfreulich, "aber entscheidend wird Graz und Graz-Umgebung sein, das müssen wir abwarten".

Krotzer meinte auch, dass sich "erfreuliche Zugewinne" abzeichnen. Aber die Kommunisten müssen in der Landeshauptstadt das Grundmandat schaffen, sonst fliegen sie nach gut 14 Jahren wieder aus dem Landtag.

Grüne "voller Dankbarkeit" über Ergebnis

Mit "riesengroßer Freude" hat Grünen-Spitzenkandidatin Sandra Krautschwaschl das historisch beste Ergebnis der Grünen in der Steiermark zur Kenntnis genommen. Es zeichnete sich ein zweistelliges Ergebnis ab, und das bedeute "einen unglaublichen Zuspruch", so Krautwaschl. Der Wählerzuspruch sei ein "eindeutiges Zeichen für Veränderung in der Steiermark".

"Ich bin gerade so voller Dankbarkeit und überwältigt von dem, was ich gesehen habe", meinte Krautwaschl nach der ersten Hochrechnung. Auf die Frage, wem der Erfolg zu verdanken sei, antwortete die Spitzenkandidatin: "Es ist immer eine Summe von Dingen, eine Zusammenarbeit von Menschen." Für die Zukunft sehe sie "eine dringende Notwendigkeit, dass gestärkte Grüne mitmischen."

NEOS-Swatek "extrem glücklich"

Niko Swatek freute sich über die ersten Hochrechnungen, die einen Einzug der NEOS in den Landtag versprachen: "Endlich können wir für frischen Wind im Landtag sorgen" - vorausgesetzt der Stimmentrend halte an. Für die Pinken sei es nun der vierte Wahlerfolg in Folge gewesen, was ihn angesichts ihrer "kleinen Bewegung extrem glücklich" mache.

Graz. Swatek dankte den Wählern und meinte: "Ja, es sieht nach Klubstärke aus." Damit dürfte er seinen Sessel als Grazer Gemeinderat einer Parteikollegin oder einem Parteikollegen überlassen und im Landtag Platz nehmen.

(APA/Red)

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