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Deutschland und Belgien stufen Wien offiziell als Corona-Risikogebiet ein

Wien wurde von Deutschland nun offiziell als Corona-Risikogebiet eingestuft.
Wien wurde von Deutschland nun offiziell als Corona-Risikogebiet eingestuft. ©Pixabay.com (Sujet)
Wien gilt in Deutschland wegen der hohen Anzahl an Coronavirus-Neuinfektionen nun offiziell als Corona-Risikogebiet, geht aus der am Mittwochabend aktualisierten Liste hervor, die das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) führt. Auch Belgien teilte mit, Wien zur "roten Zone" zu erklären.
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Einreisende aus Risikogebieten müssen sich in Deutschland verpflichtend auf das Coronavirus testen lassen, sofern sie kein negatives Testergebnis vorweisen können, das höchstens 48 Stunden alt ist. Solange kein negatives Ergebnis vorliegt, müssen sie sich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben.

Einstufung von Wien als Risikogebiet nach Analyse von Ministerien

Als Risikogebiete definierte Deutschland bisher Regionen in Frankreich, Spanien, Belgien, Kroatien, Bulgarien, Rumänien, Tschechien und der Schweiz. Neu dazugekommen sind seit Mittwochabend neben Wien auch die ungarische Hauptstadt Budapest, die französische Region Hauts-de-France und das Überseegebiet La Réunion, die kroatischen die Gespanschaften Brod-Posavina und Virovitica-Podravina, die niederländischen Provinzen Nordholland und Südholland, die rumänischen Kreise Neamt und Caras Severin, der Schweizer Kanton Freiburg sowie die tschechische Region Stredocesky (Mittelböhmen). Die Kreise Arges und Dambovita in Rumänien gelten dagegen nicht mehr als Risikogebiete.

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das deutsche Gesundheits-, Außen- und Innenministerium. Aus dem deutschen Außenministerium hieß es, bei Reisewarnungen handle es sich dem Charakter nach um einen dringenden Appell, nicht um ein Reiseverbot. Das Bestehen einer Reisewarnung könne jedoch weitergehende Auswirkungen haben, beispielsweise für die Gültigkeit einer Reisekrankenversicherung.

Für Wiens Bürgermeister Michael Ludwig "keine Besonderheit"

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ist der Schritt "keine Besonderheit". "Es ist eine Entwicklung, die ganz Europa, vor allem die urbanen Räume, trifft. Das gilt ja schon für andere europäische Großstädte wie Brüssel, Paris, Prag, Genf - überall dort, wo es natürlich auch größere Menschenansammlungen gibt", sagte er im Vorfeld der Entscheidung.

"Eine Reisewarnung für Wien ist ein Alarmsignal für den Standort Wien", sagte Finanzminister Gernot Blümel, auch Spitzenkandidat der ÖVP bei der nahenden Wien-Wahl, in einer Stellungnahme gegenüber der APA im Vorfeld der deutschen Entscheidung.

Auch Belgien erklärt Wien zum "roten" Risikogebiet

Ebenso wie Deutschland hat auch Belgien die österreichische Bundeshauptstadt Wien zum Corona-Risikogebiet erklärt. Wie das Außenministerium in Brüssel am Mittwoch mitteilte, wird Wien ab Freitag 16.00 Uhr zur "roten Zone".

Darüber hinaus gilt für sechs österreichische Bundesländer ebenfalls eine leichtere Corona-Warnung: Niederösterreich, Oberösterreich, Burgenland, Steiermark, Tirol und Salzburg wurden vom belgischen Außenamt zur "orangen Zone" eingestuft. Bis Freitagnachmittag gilt diese Kategorie auch für Wien.

Wirtschaftskammer: Reisewarnungen für Wien legen Stadthotellerie lahm

Die am Mittwoch fixierte deutsche Reisewarnung für Wien verschärft die wirtschaftliche Lage in der ohnedies bereits extrem geschwächten Stadthotellerie dramatisch, hieß es Mittwochabend aus der Wirtschaftskammer Österreich. Bereits zu Beginn dieser Woche hätten die strengeren Corona-Vorschriften für Veranstaltungen wie etwa Hochzeiten und die Schweizer Reisewarnung eine Stornowelle ausgelöst.

Die Schweiz hatte Wien wegen der stark steigenden Infektionszahlen bereits vergangenen Freitag auf die Liste der Corona-Risikogebiete gesetzt. Seit Montag gilt dort für Einreisende aus Wien eine Quarantänepflicht.

"Es hagelt Stornierungen und Buchungen für den weiteren Herbst bleiben komplett aus", teilte die Obfrau des Fachverbandes Hotellerie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Susanne Kraus-Winkler mit Blick auf "die aktuelle Hiobsbotschaft für den Wiener Tourismus" mit.

Zuletzt war leichter Aufwärtstrend erkennbar

Zuletzt sei noch ein leichter Aufwärtstrend in der Branche erkennbar gewesen, einige Betriebe hätten sogar von einer "passablen Auslastung von 50 bis 60 Prozent im September und Oktober" berichtet. Aufgrund der aktuellen Entwicklung, der Absage von Veranstaltungen, Hochzeiten und Firmenseminaren sowie den Stornierungen der ausländischen Gäste, stehe man nun vor einer Auslastung von "nicht einmal 10 Prozent".

"Damit kann kein Betrieb auch nur annähernd kostendeckend geführt werden", so die Branchensprecherin besorgt. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer seien "einfach nur mehr verzweifelt und überlegen, ihre Betriebe wieder komplett zuzusperren", umriss Kraus-Winkler die Stimmung in der Branche.

Hoffnung auf Hilfsmaßnahmen

Es sei nun besonders wichtig, weitere Hilfsmaßnahmen für durch die Coronakrise so stark getroffene Hotellerie, insbesondere die Stadthotellerie, auf den Weg zu bringen, betonte Kraus-Winkler. Konkret müsse der Fixkostenzuschuss Phase 2 rasch von der Europäischen Kommission freigegeben werden und die Umsatzsteuersenkung müsse "zumindest bis Mitte 2021" verlängert werden, bis die Betriebe auch wieder Umsätze erwirtschaften könnten. Weiters wäre nun das Kreditmoratorium zügig umzusetzen.

An die Wiener Stadtregierung richtete die Branchenvertreterin für Österreichs Hotellerie den dringenden Appell, "Versäumnisse bei der Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus in Wien schnellstens aufzuholen und die richtigen Maßnahmen zu setzen", um die Fallzahlen in den Griff zu bekommen. "Der Tourismus in Wien kann es sich nicht leisten, dass das Image von Wien einen noch größeren Schaden erleidet."

München im Kampf gegen das Virus weit strenger als Wien

Vergleichsweise lax wirken die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, die in Wien in Geltung sind, wenn man sich die bayerische Metropole München mit knapp 1,5 Millionen Einwohnern und bisher insgesamt rund 10.000 bestätigten Infektionen mit SARS-CoV-2 ansieht (Wien: 1,9 Millionen Einwohner, insgesamt 11.800 Corona-Infektionen).

So ist in München für das kommende Wochenende - nicht zum ersten Mal - ein lokal begrenztes nächtliches Alkoholverbot verfügt worden, das von 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr in der Früh in Kraft ist. Betroffen davon sind fünf als Party-Hotspots bekannte öffentliche Plätze wie die Isarauen und der Gärtnerplatz, die sich während der Corona-Pandemie als Feiermeilen etabliert haben. Da am Samstag unter normalen Umständen das - längst abgesagte - Oktoberfest begonnen hätte, wird noch geprüft, ob das Alkoholverbot auf die Theresienwiese ausgeweitet wird. Es wird nämlich befürchtet, dass dort irreguläre "Wiesn"-Parties stattfinden könnten, zumal über Social Media entsprechende Einladungen in Umlauf sind. Die Stadtväter befürchten, dass dabei auf die Abstandsregeln und Hygienevorschriften zum Schutz vor einer Weiterverbreitung des Coronavirus "gepfiffen" werden könnte.

Alkoholverbot an Party-Hotspots

Begründet wird der Alko-Bann mit der Sieben-Tage-Inzidenz (Infektionen in den vergangenen sieben Tagen je 100.000 Einwohner), die in München den Signalwert von 35 übertroffen hat. Am Donnerstag lag sie bei 45,53 - in Wien, wo ein Alkoholverbot bisher nicht zur Debatte steht - bei über 100.

Im Unterschied zu Wien ist in München - wie in ganz Bayern - der Aufenthalt im öffentlichen Raum auf Gruppen von bis zu zehn Personen beschränkt. Bei größeren Versammlungen im Freien - darunter auch Demonstrationen mit mehr als 200 Teilnehmern - gilt seit 9. September eine Maskenpflicht. Verstöße werden im Einzelfall mit bis 250 Euro bestraft.

Betrachtet man die SARS-CoV-2-Infektionen seit Ausbruch der Pandemie im März, liegen München und Wien mit 691,4 bzw. 623, 72 Fällen je 100.000 Einwohner auf einem ähnlichen Niveau. Zuletzt hat das Pendel im Wochenschnitt aber deutlich zugunsten von München ausgeschlagen. Zwischen 9. und 16. September wurden dort 670 Neuinfektionen verzeichnet. In Wien waren es zwischen 9. und 16. September 2.127.

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(APA/Red.)

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