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Deutsche Reisewarnung für Wien-Tourismus-Chef "sehr schlimm"

Die deutsche Reisewarnung für Wien wird die Stadt hast treffen.
Die deutsche Reisewarnung für Wien wird die Stadt hast treffen. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Wien-Tourismus-Chef Norbert Kettner beurteilt die Reisewarnung Deutschlands für Wien in durchaus drastischen Worten. "Es ist sehr schlimm", meinte er im APA-Gespräch am Donnerstag.
"Todesstoß" für Wiener Hotellerie
Wien als Risikogebiet eingestuft

Deutschland sei für die Hauptstadt der wichtigste Markt, der in der Krise zuletzt sogar noch an Bedeutung gewonnen habe. Kettner befürchtet nun temporäre oder sogar gänzliche Hotelschließungen.

Deutschland als Strohhalm für Wiener Tourismusmarkt

"Es ist sehr schlimm, weil die Wiener Betriebe wacker gekämpft haben die ganzen Monate und Deutschland als größter Markt in guten Zeiten und als treuester Markt in schwierigen Zeiten ein Strohhalm war. Das ist jetzt für die nächste Zeit auch vorbei", sagte Kettner: "Das ist ein schwerer Schlag. Wir sind halt für die Deutschen, was Venedig für uns ist - der naheliegende Tapetenwechsel in südlicheres Gefilde."

Wiens Chef-Touristiker unterstrich die wirtschaftliche Bedeutung des Nachbarlands für den hiesigen Fremdenverkehr. "2019 machten die Deutschen 19 Prozent der Nächtigungen aus und sogar jetzt in der Krise ist der Anteil noch einmal gestiegen, weil viele Märkte, die für uns wichtig sind, abgeschnitten von uns sind oder wir von ihnen." Demnach sei der Nächtigungsanteil deutscher Gäste im Juli sogar bei 35 Prozent gelegen. Die Deutschen hätten im Juni - für Juli gibt es hier noch keine Zahlen - außerdem für 30 Prozent der Umsätze der Beherbergungsbetrieben gesorgt.

"Stornos, weil Menschen verunsichert sind"

Was die Auswirkungen betrifft, meinte Kettner: "Natürlich kommt es zu Stornos, weil die Menschen verunsichert sind. Natürlich werden Betriebe temporär oder ganz zumachen müssen." Das sei insofern dramatisch, als es im Städtetourismus nicht um Saisonjobs, sondern um ganzjährige Arbeitsplätze gehe. Laut Kettner arbeiten in Wien rund 116.000 Menschen in diesem Sektor.

Grundsätzlich sei die Reisewarnung zur Kenntnis zu nehmen, sagte der Tourismus-Chef: "Wir sind mit allen Metropolen in Europa im gleichen Boot. Es geht den Kollegen in Paris, London, Rom, Madrid nicht anders als uns." Erfreut zeigte sich Kettner über das in der Vorwoche angekündigte Hilfspaket der Stadt in der Höhe von 22,5 Mio. Euro. Damit allein könne die aktuelle Situation natürlich nicht abgefedert werden: "Das ist auch Aufgabe der Bundesregierung. Es wurde ein Paket für die Stadthotellerie angekündigt. Wir warten dringend darauf, was da kommen wird."

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) sprach am Donnerstag gegenüber der APA von einer "Erschwernis" für den Tourismus. "Dennoch glaube ich, dass wir über die nächsten Monate eine strukturierte Belebung sehen werden", zeigte er sich nichtsdestotrotz zuversichtlich.

Jeder sechste Wintergast in Wien aus Deutschland

Die von Deutschland für Reisen nach Wien ausgesprochene Reisewarnung trifft den Tourismus in der Bundeshauptstadt schwer. In der abgelaufenen Wintersaison 2020, die schon von der Coronakrise beeinflusst einen starken Rückgang gebracht hatte, entfiel jede sechste Übernachtung auf Gäste aus Deutschland. In Summe buchten Deutsche rund 940.000 Übernachtungen in Wien.

Im Jahr davor (Wintersaison 2019) hatte es in Wien noch fast 1,4 Mio. Übernachtungen aus Deutschland gegeben. Der Rückgang deutscher Gästebuchungen fiel mit 31,6 Prozent größer aus als bei den anderen Ausländern bzw. den Österreichern (jeweils knapp 28 Prozent). Mit der aktuellen Reisewarnung dürfte die zarte Erholung bei den Buchungen, die sich abgezeichnet hatte, wieder hinfällig sein.

Auch für Wintertourismus harter Schlag

Noch härter als Wien würden Reisewarnungen aus Deutschland allerdings Bundesländer mit großem Wintertourismus treffen. So hatte in der vorigen Wintersaison Vorarlberg etwa 1,4 Millionen Übernachtungen deutscher Gäste, Salzburg 5,2 Millionen und Tirol 11,6 Millionen. Dabei hatte es schon Rückgänge um 13 bis 18 Prozent im Vergleich zur Vorjahressaison gegeben.

Im gesamten Jahr 2019 verbuchte Wien 3,4 Millionen Nächtigungen aus Deutschland, das waren 19 Prozent aller Übernachtungen. Insgesamt kam Wiens Tourismus nach einem starken Anstieg auf 17,6 Millionen Nächtigungen und einen Umsatz über einer Milliarde Euro.

Abgesehen von Deutschland haben auch die Schweiz und Belgien Reisewarnungen für Wien. Im vorigen Winter kam es zu 129.000 Übernachtungen von Schweizern und 50.000 Übernachtungen von Belgiern in Wien. Im Gesamten Jahr 2019 waren es 460.000 Übernachtungen aus der Schweiz und 150.000 aus Belgien, zeigen Zahlen der Statistik Austria.

(APA/Red)

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