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Beethoven Museum in Wien-Döbling wird eröffnet

Das neue Beethoven Museum in Döbling öffnet seine Pforten
Das neue Beethoven Museum in Döbling öffnet seine Pforten ©Klaus Pichler
In der Döblinger Probusgasse 6 wird Wiens neuestes Ausstellungshaus öffnen: Das Beethoven Museum. Komponist Ludwig van Beethoven wohnte ab 1802 in der Wohnung, das gesamte Haus wird nun eine Dependance des Wien Museum.
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In sechs Kapiteln und mit vielen originellen Exponaten wird dem Leben und Werk des Titanen nachgespürt. Nach jahrelangen Vorarbeiten ist nun das Haus ein Museum mit 450 Quadratmetern Ausstellungsfläche geworden.

Neues Beethoven Museum in Wien öffnet seine Pforten

Zählte man bisher lediglich Beethoven-Kenner zum Zielpublikum, wolle man nun einen großen Besucherkreis inklusive Menschen, die noch keine Anknüpfungspunkte zum 1770 in Bonn geborenen Klassiker hatten, ansprechen, erklärte Wien-Museum-Direktor Matti Bunzl am Donnerstag bei der Präsentation des Ausstellungsparcours. “Die Herausforderung, Musik auszustellen, ist wahrlich keine einfache Aufgabe”, räumte Bunzl ein. Hier sei das aber “sehr inspirierend” gelöst worden, streute er Lisa Noggler-Gürtler und William Kinderman, der Kuratorin und dem wissenschaftlichen Co-Kurator, Rosen. Aufgefächert ist das Museum, für das das Wien Museum insgesamt 750.000 Euro in die Hand genommen hat, in sechs Raumeinheiten.

“Dieses Haus in Heiligenstadt markiert Beethovens Landaufenthalte: 1802 rät ihm sein Arzt – heute würden wir sagen aus Stressgründen – aufs Land zu gehen und sich zu erholen”, verwies Noggler-Gürtler im APA-Gespräch auf Beethovens angeschlagenen Gesundheitszustand in schon jungen Jahren. Immerhin war Heiligenstadt damals dank einer schwefelhaltigen Quelle eine Art früher Kurort.

Schwindendes Hörvermögen Beethovens selbst nachempfinden

Das Haus selbst besteht aus mehreren Wohnungen, früher war hier auch eine Bäckerei angesiedelt. Das Wien Museum bespielt nun alle Einheiten, am Wochenende gibt es für die Besucher ein “Open House”, danach ist der Standort regulär ab Dienstag geöffnet. Dort, wo Beethoven lebte, ist das dritte Ausstellungskapitel “Komponieren” angesiedelt. Entstanden sind hier aber nicht nur musikalische Werke wie die “Sturm-Sonate” oder die “Prometheus”-Variationen, sondern auch das bedeutende “Heiligenstädter Testament”. Dabei handelt es sich um einen zweiteiligen Brief an seine Brüder, die auch dokumentieren, wie der Komponist mit seiner fortschreitenden Taubheit umgeht.

Zu sehen sind Ohrröhren – eine Art früher Hörgeräte – und die Nachempfindung eines “Souffleur-Kastens”, den sich Beethoven zwecks Schallverstärkung als metallenen Kasten auf seinen Flügel hat aufsetzen lassen. Dank Hörstationen können Besucher schwindendes Hörvermögen quasi am eigenen Leib nachempfinden. Daneben behandelt der Rundgang aber auch zahlreiche andere Aspekte, wie die Kuratorin erklärte: “Was bedeutet es, als 22-Jähriger (im Jahr 1792, Anm.) erstmals nach Wien zu kommen? Was heißt Erholen zu dieser Zeit? Wie komponiert er im Gegensatz zu Mozart und Haydn? Was bedeutet es, zwischen den verschiedenen Ständen zu changieren, die zu dieser Zeit streng voneinander abgegrenzt waren?”

Die Ausstellung versucht, die unterschiedlichen Fragestellungen auf teils originelle Weise zu beantworten. Ein drehbares Daumenkino mit galoppierenden Pferden, das gleichzeitig die Klaviersonate Nr. 17 intoniert, sobald der Besucher es in Bewegung setzt, macht etwa die Einflüsse von Naturbeobachtungen auf das Werk nachempfindbar. Eine Sechserpackung Eier – mit faulen Exemplaren soll er einst seine Wirtschafterin beworfen haben – steht für den mitunter aufbrausenden Charakter des Künstlers.

Nachbau des “Eroica”-Saals

Ein – freilich verkleinerter – Nachbau des “Eroica”-Saals im nunmehrigen Theatermuseum, wo die gleichnamige Sinfonie Beethovens aufgeführt wurde, soll eine Ahnung von der damaligen Konzertsituation geben. Die chemische Analyse einer Original-Haarlocke des Verstorbenen gibt Aufschluss über die intensive Behandlung seiner Krankheiten mithilfe von Bleisalz, das sich – in der ungünstigen Verbindung mit übermäßigem Alkoholkonsum, wie Beethoven ihn praktizierte – fatal auf die Leber auswirkt.

Im letzten Kapitel “Vermachen” geht es um die Nachwirkung des 1827 in einem Haus in der Wiener Schwarzspanierstraße verstorbenen Komponisten. Neben allerlei Büsten, Münzen und Abbildungen von Denkmälern mit dem Konterfei staunt man hier auch über eine Beethoven-Actionfigur und Zitate zeitgenössischer Musikschaffender mit Bezug auf den Meister – darunter jenes schöne Bonmot von Helge Schneider: “Beethoven schrieb ausschließlich Kompositionen für den elften Finger – was immer das auch heißen mag!”

Alle Infos zum Beethoven Museum

Adresse: Probusgasse 6, 1190 Wien
Open House: 25. und 26. November 2017, 10 bis 18 Uhr
Reguläre Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 13 und 14 bis 18 Uhr
Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro

(APA/Red.)

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