Anschober: Erste Auslieferung von AstraZeneca ab 7. Februar

Gesundheitsministerium: Zulassung von AstraZeneca Ende dieser Woche erwartet
Gesundheitsministerium: Zulassung von AstraZeneca Ende dieser Woche erwartet ©APA/AFP
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erwartet nach der Zulassung des Corona-Impfstoffes ab dem 7. Februar erste Lieferungen des AstraZeneca-Vakzins.
Lieferkürzungen von AstraZeneca
EU entscheidet über Zulassung

Beim Steering Board Meeting zur EU-Impfstoffbeschaffung hat der CEO von AstraZeneca laut einer Aussendung des Gesundheitsministerium bekannt gegeben, dass die Zulassung des Corona-Impfstoffes voraussichtlich Ende dieser Woche erfolgen soll.  Die "Bild"-Zeitung berichtete indes, dass es nur eine EU-Zulassung für Unter-65-Jährige geben werde.

Sollte die Zulassung erfolgen, kann im Februar in drei Tranchen Impfstoff nach Österreich geliefert werden:  Am 7. Februar 63.354, am 17. Februar 97.763 und Ende Februar 182.430. Insgesamt kommen im Februar "also 343.547 Dosen Impfstoff von AstraZeneca nach Österreich", hieß es.

Anschober: Es gehe um Zeit und Planbarkeit

Laut Gesundheitsministerium hätte AstraZeneca nach Angaben der Europäischen Kommission bereits seit dem verbindlichen Vertragsabschluss Impfstoff für die EU-27 auf Vorrat fertigen müssen. "Die EU-Verträge mit den Impfstoffherstellern sind rechtlich bindend. Hier geht es um sehr viel und vor allem um Zeit und Planbarkeit", sagte Anschober. Daher müssen wir wissen, welche und wieviel der in der EU-produzierten Impfstoffe an Drittstaaten geliefert wurden. Nur so kann man die Gründe für kolportierte Lieferengpässe aufdecken und bei Bedarf vertragliche Ansprüche geltend machen".

Aus diesem Grund hat die EU-Verhandlungsführerin für die Impfstoffbeschaffung, Sandra Gallina, am Montag in einem virtuellen Lenkungsgremium gegenüber AstraZeneca angekündigt, alle geplanten Exporte von Impfstoffdosen aus der EU in Drittstaaten erfassen zu lassen, berichtete das Gesundheitsministerium. So sollen die Gründe für kolportierte Lieferengpässe transparent nachvollziehbar gemacht werden. Zudem sollen laut Kommission Impfstoffhersteller künftig eine Exportlizenz benötigen, um Informationen darüber zu erhalten, welche Impfstoffe für den Export bestimmt sind und diesen gegebenenfalls unterbinden. In den USA gibt es eine solche Exportbeschränkung, betonte das Gesundheitsministerium.

AstraZeneca soll nur für Unter-65-Jährige zugelassen werden

Der Impfstoff von AstraZeneca wird der "Bild"-Zeitung zufolge in Europa nur eine Zulassung für Unter-65-Jährige erhalten. Hintergrund sei eine Wirksamkeit bei Über-65-Jährigen von weniger als zehn Prozent, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Das "Handelsblatt" berichtete seinerseits unter Verweis auf Koalitionskreise von einem Wirkungsgrad von acht Prozent bei älteren Menschen.

Dagegen bezeichnete ein israelischer Gesundheitsdienstleister die ersten Ergebnisse der Pfizer/BioNTech-Impfungen als "sehr ermutigend". Von etwa 128.600 Menschen, die beide Impfungen erhalten hätten, seien 20 später an Covid-19 erkrankt, teilte Maccabi am Montag unter Berufung auf eigene Experten mit. Das sind weniger als 0,02 Prozent.

4.360 Personen mit vollem Impfschutz in Österreich

Bis inklusive Sonntag erhielten in Österreich zumindest 4.360 Personen die für den vollen Impfschutz nötige zweite Corona-Impfung. Insgesamt wurden laut "elektronischem Impfpass" zumindest 138.517 Personen geimpft. Das Gesundheitsministerium rechnete indessen bis Anfang April noch mit der Lieferung von einer Million Impfdosen der beiden bisher zugelassenen Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna - zusätzlich zu den bisher gelieferten Mengen.

Folgende Impfstoff-Lieferungen werden in Österreich erwartet

Pfizer hat laut Informationen des Ministeriums bis Anfang April (Kalenderwoche 13) die Lieferung von weiteren 804.990 Dosen angekündigt, davon 54.990 diese und 66.690 nächste Woche. Und zwar zusätzlich zu den bisher gelieferten Mengen. Moderna will weitere 197.600 Dosen liefern, davon 9.600 diese und 24.000 nächste Woche.

Laut den Eintragungen im "elektronischen Impfpass" haben bis inklusive Sonntag 138.517 Personen zumindest eine erste Dosis der Corona-Schutzimpfung erhalten. Die meisten davon in Wien (34.757) vor Oberösterreich (27.868) und Niederösterreich (22.750).

Das Sozialministerium schätzt die Zahl der durchgeführten Impfungen auf 170.144. Hier handelt es sich allerdings nicht um die tatsächlich geimpften Personen, sondern lediglich um eine Schätzung auf Basis der ausgelieferten Impfdosen.

(APA/Red)

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