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Lieferkürzung von AstraZeneca sorgt für Impfplan-Chaos

Gesundheitsminister Anschober befürchtet eine Verzögerung beim Impfplan.
Gesundheitsminister Anschober befürchtet eine Verzögerung beim Impfplan. ©APA/GEORG HOCHMUTH
AstraZeneca wird weniger Impfstoff ausliefern als ursprünglich geplant. Für Gesundheitsminister Rudolf Anschober ist die angekündigte Reduzierung ein "echter Rückschlag", der Impfplan werde sich verzögern.
Weniger Impfdosen von AstraZeneca

In der "ZiB2" sagte Anschober am Freitagabend, das die reduzierten Lieferungen des AstraZeneca-Impfstoffs voraussichtlich zu Verzögerungen im österreichischen Impfplan führen werde. Das sei zu befürchten. Er werde nun jedenfalls in Verhandlungen versuchen, dass die zugesagten Lieferungen nachgeholt werden.

Er sei "nicht bereit", sich mit der angekündigten Lieferkürzung einfach abzufinden, sagte Anschober. Er werde für eine möglichst rasche Lieferung kämpfen.

Weniger Impfdosen von AstraZeneca: Impfplan wackelt

Für Österreich könnte die angekündigte Lieferkürzung nach APA-Informationen bedeuten, dass im ersten Quartal statt der avisierten zwei Millionen Impfdosen nur 600.000 geliefert werden.

Anschober setzt nun auf Verhandlungen nächste Woche. Dann solle feststehen, wie viele Lieferungen von AstraZeneca im März kommen und vor allem ob insgesamt weniger Lieferungen kommen oder ob es sich nur um eine Aufschiebung handle und wenn ja bis wann. Für den Februar bedeute die Ankündigung von AstraZeneca, dass statt der angekündigten 650.000 nur 340.000 Dosen kommen werden.

Der Gesundheitsminister hofft nach wie vor, dass der Impfstoff von AstraZeneca auf EU-Ebene am 29. Jänner zugelassen wird und zwar für alle Bevölkerungsgruppen. Außerdem seien auch noch weitere Firmen im Genehmigungsverfahren. Hier hofft Anschober, dass es im zweiten Quartal zu Lieferungen kommen kann.

SPÖ-Chefin fordert Maßnahmen gegen drohenden Lieferengpass

SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner fordert ebenfalls in der "ZiB2" das Gesundheitsministerium auf, Sofortmaßnahmen gegen den drohenden Lieferengpass zu setzen. Dafür legte sie drei konkrete Vorschläge auf den Tisch.

Erstens sollten statt derzeit fünf bis sechs nun sechs bis sieben Impfdosen aus einer Ampulle gezogen werden. Damit könnte man zusätzlich 10.000 Menschen pro Woche impfen. Das müsste einheitlich und mit der Freigabe des Gesundheitsministeriums geschehen. Zweitens könnte man für die Zeit der Impfstoff-Knappheit das Impfintervall zwischen der ersten und der zweiten Impfung von drei auf fünf bis sechs Wochen ausdehnen. Und drittens sollte die Regierung versuchen, von anderen Ländern, wie etwa aus Israel, Impfstoffe für Österreich zu besorgen.

Skeptisch zeigte sich Rendi-Wagner, ob man ab dem 8. Februar wirklich den Lockdown beenden und alle Bereiche wieder öffnen kann. Auf eine entsprechende Frage meinte sie, dass derzeit "in Summe eine schwierige Situation" bestehe. Sie verwies darauf, dass es angesichts der Lieferengpässe wohl nicht gelingen werde, bis dahin alle Risikogruppen durchzuimpfen und damit den Druck aus dem Gesundheitssystem zu nehmen. Außerdem seien die Infektionszahlen derzeit immer noch zu hoch und zusätzlich haben man auch noch mit den Mutationen zu kämpfen.

Bezüglich ihrer Annäherung an die Regierung und die gute Gesprächsbasis mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), sagte Rendi-Wagner, sie sei froh, dass sich die Gesprächsbasis verbessert habe. Dabei gehe es nicht um Taktik sondern um Vernunft. Zur Lösung der Krise brauche es gemeinsame Anstrengungen.

(APA/Red)

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