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Akademikerball: Polizei wehrt sich gegen Kritik der FPÖ

Wiener Polizei wehrt sich gegen Kritik der FPÖ
Wiener Polizei wehrt sich gegen Kritik der FPÖ ©APA
Die Demonstrationen gegen den Akademikerball blieben nicht ohne Zwischenfälle. Nachdem die Wiener FPÖ die Polizei kritisiert hatte, setzt sich diese nun zur Wehr.
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Wie berichtet, hat die FPÖ das Verhalten der Polizei als “völlige Versagen” beim Wiener “Akademikerball” kritisiert. Laut Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein wurden Dutzende Ballbesucher durch Stein- und Flaschenwürfe von Demonstranten verletzt – darunter auch der EU-AbgeordneteAndreas Mölzer.

Dass Mölzer, wie von der FPÖ in einer Presseaussendung behauptet, “schwer” verletzt worden wäre, wies die Wiener Polizei allerdings zurück. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde der Abgeordnete am Weg zum Ball beim Albertinaplatz “von einem Farbbeutel getroffen und ist dann weitergegangen”.

Akademikerball: Anschuldigung der FPÖ

Die FPÖ meinte, dass die Polizeiarbeit bei den Demonstrationen völlig versagt habe. Es hätte stundenlange Sperren, etwa bei der Albertina, Gewalt gegen Personen und Sachen gebeben, Taxis wären eingekesselt worden, Farbbeutel-Attacken, Drohungen und Tätlichkeiten, auch gegen Unbeteiligte wurden da offenkundig “übersehen”, so die FPÖ in einer Aussendung.

Die Polizei hätte “tatenlos zugesehen”, wie Ballgäste attackiert worden wären. “Gutmeinende sprechen von einem Totalversagen der Polizeiführung in Wien, die ihre Beamten draußen im Stich ließ. Als Betroffener keimt in mir der Verdacht auf, dass dahinter Methode und politische Interessen stehen”, äußert sich Wiens FPÖ-Gemeinderat Wolfgang Jung zum Verhalten der Wiener Polizei. Es hätte Chaos geherrscht, so in der Aussendung der Partei. Die FPÖ überlegt nun auch rechtliche Schritte einzuleiten, meint Jung weiter.

“Wiener Polizeiführung ist unfähig”

Auch der freiheitliche Bereichssprecher für den Öffentlichen Dienst und AUF-Bundesvorsitzende, Werner Herbert, äußerte Kritik an den Einsatzkräften. “Offensichtlich ist aber die Wiener Polizeiführung nicht nur unfähig aus den Erfahrungen der Vergangenheit zu lernen, sondern auch die aktuellen und offenkundigen Gefahrenpotentiale zu erkennen und die daraus erforderlichen richtigen strategischen Schlüsse für einen geregelten und ungefährdeten Verlauf einer gesellschaftlichen Veranstaltung zu ziehen”, kritisierte Herbert.

Zur Aussendung von Werner Herbert reagierte die Wiener Polizei mit den Worten “Kopfschütteln lösen die völlig aus der Luft gegriffenen Vorwürfe des freiheitlichen Abgeordneten Werner Herbert gegen die Wiener Polizei aus. Herbert scheint zu verkennen, dass der Akademikerball (früher WKR-Ball) seit Jahren schwere Proteste auslöst und überhaupt nur auf Grund der jeweils hervorragenden Einsätze der Wiener Polizei, die in Summe eine nicht unbeträchtliche Belastung für den Steuerzahler ergeben, stattfinden kann.” Wenn ein Abgeordneter bei einem Gesamteinsatz dieser Größenordnung auf Grund leichter Verletzungen von insgesamt vier Personen ein “Versagen der Wiener Polizeiführung” ortet, so zeigt das nur, dass ihm der Sachverstand auf dem Gebiet polizeilicher Strategien und Taktiken völlig fehlt, heißt es weiter in der Aussendung der Polizei.

Wiener Polizei wehrt sich gegen Kritik

Rund 1.000 Polizisten um die Hofburg haben ausgezeichnete Arbeit geleistet, ist sich die Polizei über die Arbeit ihrer Angestellten sicher. “Dafür gebührt den Kollegen Dank und Anerkennung. Die haltlosen Angriffe der FPÖ sind schlicht unverschämt”, erklärt der Vorsitzende der Personalvertretung der Wiener Polizei, Harald Segall. Segall, der persönlich vor Ort war, fügt hinzu: “Die FPÖ zeigt nun ihr wahres Gesicht gegenüber den Polizisten.” Mehr als 3.000 Teilnehmer gab es bei Demonstrationen gegen den Akademikerball in Wien am Freitag, den 1. Februar. Während diese zu Beginn noch als “beschaulich” bezeichnet wurden, änderte sich die Stimmung im Laufe des Abends jedoch.

Bei einem solchen Einsatz sind laut Polizei verschiedenste Eckpfeiler zu beachten, wozu einerseits die Wahrung des Grundrechtes auf Versammlungsfreiheit und andererseits der Schutz von Menschen vor Übergriffen anderer zählen. Dass bei Blockaden und Störversuchen tausender Aktivisten an verschiedensten Punkten der Stadt von der Polizei die Zufahrten zum Ball durchgehend frei gehalten werden konnten und zuvor für einen völlig friedlichen Ablauf von zwei Großdemonstrationen gesorgt wurde, zeigt, dass der polizeiliche Einsatz eben von jener Professionalität getragen war, die sich die Polizei in jahrelanger Erfahrung und Übung angeeignet hat, wehrt sich die Polizei gegen die heftige Kritik der FPÖ.

(Red./APA)

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