Zwischen “Riesensache” und “Zugabe”: Austria im Cup-Semifinale gegen Salzburg

Die Austria ist in Salzburg klarer Außenseiter.
Die Austria ist in Salzburg klarer Außenseiter. - © APA/Krugfoto
Die Austria ist mit einer Negativserie im Gepäck zum Cup-Semifinale nach Salzburg gereist. An diese Strohhalme klammern sich die “Veilchen”.

Titelverteidiger Red Bull Salzburg hat gegen eine kriselnde Wiener Austria den neuerlichen Einzug ins Endspiel des ÖFB-Cups ins Auge gefasst. In der Neuauflage des finalen Duells des Vorjahres sind die Mozartstädter im Halbfinale am Mittwoch (20:30 Uhr, live auf ORF eins) nicht nur aufgrund des Heimvorteils zu favorisieren. Im jüngsten Liga-Duell der beiden Klubs in Wals-Siezenheim gewann Salzburg mit 4:1.

Mit dem nächsten Heimsieg über die Violetten möchte Salzburg auch den Weg zum historischen “Triple-Double”, dem dritten Gewinn von Meisterschaft und Cup in Folge, halten. Kapitän Jonatan Soriano wollte davon aber noch nichts wissen. “Jetzt müssen wir einmal das Spiel gegen die Austria gewinnen. Danach können wir darüber reden”, meinte der sechsfache Cup-Saisontorschütze. Obligatorisch warnte man im Salzburger Lager vor einem schwierigen Gegner. “Egal, was vorher war”, spielte Soriano auf die Unform der Wiener an.

Salzburg seit sechs Spielen gegen die Austria ungeschlagen

Gegen die Austria haben die im Cup seit 16 Spielen ungeschlagenen “Bullen” eine sehr gute Bilanz aufzuweisen. In den jüngsten sechs Duellen gab es für Salzburg drei Siege bei drei Remis. Im Cupfinale 2015 gewann Salzburg mit 2:0 nach Verlängerung, obwohl Torhüter Péter Gulácsi bereits in der 41. Minute die rote Karte gesehen hatte. Der seit vergangenem Sommer als Austria-Coach arbeitende Throsten Fink saß damals in Klagenfurt auf der Tribüne.

Die Statistik ist für sein Gegenüber dennoch nicht viel wert. “In einem Spiel geht es um alles oder nichts, deshalb ist zu hundert Prozent Konzentration gefragt. Eine Aktion kann alles geben, aber eine Aktion kann auch alles nehmen”, meinte Salzburgs Óscar García. Seine Mannschaft könne der Austria “wehtun”. Umgekehrt gelte dies jedoch ebenso. “Die Austria wird sich voll auf dieses Spiel konzentrieren und mit enormem Einsatz agieren. Da müssen wir ebenbürtig sein.”

Zu personellen Änderungen nach dem 2:1-Last-Minute-Heimsieg gegen Ried hielt sich García bedeckt. Sicher ist, dass neben den Langzeitverletzten auch Yasin Pehlivan ausfällt. Der Mittelfeldspieler laboriert an einer Augapfelprellung, nachdem ihm Rieds Co-Trainer Mario Posch bei einem Disput nach Schlusspfiff mit der Hand ins Gesicht gewischt hatte. García wollte zu der Aktion kein Urteil abgeben. “Es gibt klare Videobilder, ich weiß nur, dass ich einen Spieler weniger zur Verfügung habe.”

Fink: “Der Cup kommt genau recht”

Bei der Austria bemühte man vor dem schweren Gang nach Salzburg Durchhaltefloskeln. Die Wiener hoffen, aus der Rolle des Außenseiters überraschen zu können. “Die Favoritenrolle ist klar verteilt, wir haben nichts zu verlieren”, sagte Alexander Gorgon. “Nach einem Tief kommt immer wieder auch ein Hoch, darauf hoffen wir”, meinte sein Teamkollege Alexander Grünwald.

Im Vergleich zum jüngsten Auftritt gegen Rapid (0:1) wird beim 27-fachen Cup-Rekordsieger eine Steigerung dringend von Nöten sein, um gegen Soriano, Naby Keïta und Co. bestehen zu können. Dies ist auch Trainer Fink klar, der im Derby-Rückblick von einem schwachen Tag seiner Mannschaft (“Uns hat die Überzeugung gefehlt”) sprach. Dennoch sah Fink dahingehend auch eine Chance. “Es gilt den Negativlauf zu unterbrechen, da kommt der Cup genau recht.”

Austria Wien: Kayode soll den Torfluch brechen

Der Deutsche ließ aber auch mit der Aussage aufhorchen, wonach der Cup im Vergleich zur Meisterschaft eine “Riesensache”, aber auch nur “Zugabe” sei. In der Liga steht bekanntlich das Halten des dritten Platzes für die Austria an erster Stelle. Am Samstag wartet auf die Violetten das Auswärtsspiel in Mattersburg. Fink kündigte für den Cupauftritt Umstellungen an. So wird Olarenwaju Kayode wieder von Beginn an im Sturm erwartet.

Der Nigerianer soll bewerkstelligen, dass die Austria nach 387 torlosen Minuten wieder trifft. Seit vier Pflichtspielen warten die Favoritner bereits auf den Torjubel. Er sei deshalb nicht übermäßig beunruhigt, meinte Fink. “Dahingehend kann es schnell gehen, das weiß ich aus Erfahrung”, betonte der ehemalige FC-Bayern-Profi. Wichtiger sei es, in der aktuell schlechten Phase nach vorne zu schauen. “Wir müssen fighten”, erklärte Fink im Ausblick auf Salzburg – eine Grundvoraussetzung, die bei Violett gegen Rapid zuletzt jedoch wenig zu sehen war.

(APA, Red.)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen
Werbung