Rudolf Hundstorfer: Alle Fakten zum ehemaligen Sozialminister der SPÖ

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SPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat Hundstorfer im Fokus
SPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat Hundstorfer im Fokus - © APA/HERBERT PFARRHOFER
Von der Spitze des österreichischen Gewerkschaftsbundes und dem Sozial- und Arbeitsministerium hin zum Bundespräsidenten: An Ehrgeiz und der Bereitschaft, mit großen Herausforderungen umzugehen, mangelt es Rudolf Hundstorfer sicherlich nicht. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zum SPÖ-Kandidaten.

Rudolf Hundstorfer – Sein beruflicher Werdegang

Rudolf Hundstorfer wurde am 19. September 1951 in Wien geboren und wuchs dort in einfachen Verhältnissen innerhalb einer Arbeiterfamilie auf. Noch während seiner Lehre als Bürokaufmann bei der Stadt Wien kristallisierte sich sein Engagement für seine Mitarbeiter heraus, 1967 wird er mit 16 Jahren zur Jugendvertrauensperson beim Magistrat der Stadt Wien. Diese Tätigkeit übte er bis 1971 aus, danach betätigte er sich als Personalvertreter und Gewerkschafter in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten. Im Wiener Rathaus stieg er die Karriereleiter hinauf bis an die Spitze der Belegschaftsvertretung, wo er dafür sorgte, dass gegen seinen Willen kaum eine Reform im Magistrat durchzuführen war. Die Rathaus-Mitarbeiter danken es ihm angesichts günstiger Regelungen etwa im Pensionsrecht bis heute.

Seine berufliche Karriere als Kanzleibediensteter und Verwaltungsbeamter erweiterte er mit dem Besuch des Bundesgymnasium für Berufstätige, das er 1976 mit der Externisten-Matura abschließt. Als Abgeordneter zum Landtag und als Mitglied des Gemeinderates wird Hundstorfer ab 1990 in der Wiener Landespolitik aktiv, 1995 wird er zudem erster Vorsitzender des Wiener Gemeinderates. Es folgen weitere Führungtätigkeiten in den kommenden Jahren, etwa als Landesvorsitzender der Wiener Gewerkschaft der Gemeindebediensteten im Bereich Kunst, Medien, Sport und freie Berufe von 1998 bis 2001. Im Anschluss daran wird er Geschäftsführender Vorsitzender der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten Wien und schließlich im Jahr 2006 Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB).

Der Krisenmanager als Sozial- und Arbeitsminister

Spätestens jetzt hatte er den Ruf des Machers und da war das an sich eher glanzlose Präsidentenamt im ÖGB nicht mehr genug. Als Werner Faymann rief, sagte Hundstorfer kurz entschlossen ja und übernahm Sozial- und Arbeitsministerium. Diesen Posten hält er nun auch schon seit 2008 und seine Ressortführung zeichnet sich in erster Linie durch Pragmatismus aus. Hundstorfer macht das, was er in den eigenen Reihen durchbekommt. Folgerichtig haftet ihm nicht unbedingt der Ruf des Reformers an, doch hat er immerhin unter anderem eine vorübergehende Sicherung der Pflegefinanzierung und eine gar nicht so kleine Pensionsreform auf der Haben-Seite.

Wenn man so will, ist Hundstorfer ein Krisengewinnler. War es das ÖGB/BAWAG-Desaster, das ihn dereinst unvermutet an die Spitze des Gewerkschaftsbunds spülte, folgte kurz darauf die Wirtschaftskrise, in der Österreichs damals noch günstige Lage am Arbeitsmarkt den nunmehrigen Sozialminister zum Vorzeige-Ressortchef der roten Regierungsriege machte und ihn in weiterer Folge zum aussichtsreichen Anwärter für so ziemlich jeden wichtigeren Job im Lande aufsteigen ließ. Sein anfängliches Atout, die Stabilität des österreichischen Arbeitsmarkts in der Krise, ist freilich verloren gegangen. Monat für Monat hat der Sozialminister steigende Arbeitslosen-Zahlen zu vermelden. Darum muss sich Hundstorfer nunmehr ebenso wenig kümmern wie um die Wünsche der ÖVP nach einer neuerlichen Pensionsreform oder einer Neuaufstellung der Mindestsicherung.

Rudolf Hundstorfers Chance als Bundespräsident

Ab jetzt ist wahlkämpfen angesagt – und das ist eine Rolle, die Hundstorfer gar nicht so schlecht liegen sollte. Denn wenn er etwas unbestritten ist, dann leutselig. Hundstorfer liebt das Bad im Publikum, umso mehr, wenn es auch ihn liebt. Denn wenn ihm etwas oder jemand nicht passt, kann er auch ziemlich grantig werden.

Rudolf Hundstorfer ist zum dritten Mal verheiratet und hat eine Tochter sowie zwei Stiefkinder.


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(APA/Red)

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