Markus Abwerzger: FPÖ-Spitzenkandidat im Porträt

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Markus Abwerzger im Porträt
Markus Abwerzger im Porträt - © APA
Bei der Landtagswahl in Tirol am 25. Februar 2018 will FPÖ-Spitzenkandidat Markus Abwerzger die freiheitliche Landespartei mit einem kräftigen Plus über die erwartete 15 Prozent Hürde befördern.

Jedes Ergebnis darunter würde wohl die Polit-Karriere des Juristen in Turbulenzen bringen.

Tirol-Wahl 2018: FPÖ-Spitzenkandidat Markus Abwerzger im Portrait

Die Chancen auf einen satten blauen Erfolg sind angesichts des niedrigen Ausgangsniveaus und der bundespolitischen Rahmenbedingungen groß. Zudem liegen zahlreiche potenziell zu gewinnende Wählerstimmen am Markt – nicht zuletzt durch den Nicht-Antritt der bei der Landtagswahl 2013 noch beachtlich reüssierenden Partei Vorwärts Tirol, des Team Stronach oder auch der Gruppierung rund um Transitforum-Obmann Fritz Gurgiser.

Der FPÖ-Chef versucht im Wahlkampf einen Spagat: Einerseits geißelt er ganz im Oppositionsstil die schwarz-grüne Politik, andererseits hält er die Tür zur ÖVP und damit für eine mögliche schwarz-blaue Koalition mehr als offen. Eine der Voraussetzungen, dass letztere eine ernsthafte Option wird, ist nach Ansicht politischer Beobachter ein erdrutschartiger freiheitlicher Zugewinn, also eine Verdoppelung oder mehr.

Der 42-jährige gebürtige Vorarlberger unterzog die Landes-FPÖ seit seiner erstmaligen Wahl zum Landesparteichef im Jahr 2013 einem Wandel: Weg vom relativ angepassten, sachpolitisch orientierten Kurs seines Vorgängers Gerald Hauser, hin zu scharfer, kantiger, polarisierender Oppositionsrhetorik. Kritisiert wurde dabei stets, dass der Rechtsanwalt die Partei damit auch mehr nach rechts rückte – sowohl in inhaltlicher als auch in personeller Hinsicht. Abwerzger, der im Jahr 2015 auch in den Landtag nachrückte und so eine größere politische Bühne bekam, ist ein durchaus versierter Rhetoriker, der – wohl auch seinem Zivilberuf geschuldet – prägnant zu formulieren weiß. Von der ultimativen politischen Angriffsrhetorik schreckt er dann aber meistens doch zurück.

Gebürtiger Vorarlberger lies sich in LKW “schleusen”

Der Vorarlberger, der seinerzeit zum Studieren nach Innsbruck kam, gilt als sehr fleißig. Auch im Wahlkampf versucht er, omnipräsent zu sein – vor allem auch auf Social Media. Wenige Tage vergehen ohne Posting des Facebook-affinen Abwerzger. Kaum ein Landjugendball ist vor ihm sicher, auch das Fasnachts- und Faschingstreiben wird von ihm und seinem Tross nicht ausgelassen. Sogar in einen Lkw “schleuste” sich der FPÖ-Chef für zwei Tage ein und begab sich auf eine Tour, um sich ein Bild von der Transit-Problematik zu machen. “Garniert” natürlich mit, auf Social Media geposteten, “on the road”-Videos. Seine Anwaltskanzlei habe Abwerzger seit dem Wahlkampfauftakt Anfang Jänner nicht mehr gesehen, heißt es aus der Partei.

Der berufliche Werdegang von Markus Abwerzger

Abwerzger wurde am 14. Oktober 1975 in Dornbirn geboren. Er besuchte ein Sportgymnasium, das er 1996 mit der Matura abschloss. Eine Fußballkarriere schlug der bekennende Wacker Innsbruck Fan trotz Einsätzen in Österreichs Nachwuchsauswahl aber nicht ein. In Innsbruck studierte er Rechts- und Politikwissenschaften. 1996 trat er der Universitätssängerschaft Skalden bei. Seit 2009 ist er als selbstständiger Anwalt in der Tiroler Landeshauptstadt tätig.

Seine politische Karriere nahm beim RFJ in Vorarlberg ihren Anfang. Unter anderem war Abwerzger im Landesvorstand tätig und Obmann der Ortsgruppe Dornbirn. Von April 2012 an saß der Vorarlberger im Innsbrucker Gemeinderat, seit Oktober 2015 ist er Landtagsabgeordneter. Nach dem schlechten Abschneiden bei der Landtagswahl 2013 löste er Gerald Hauser als Landesparteichef ab. Abwerzger ist verheiratet und Vater einer Tochter. Zu seinen Hobbys zählen unter anderem Skifahren und Bergsport im allgemeinen.

>> Alle Infos rund um die Landtagswahl in Tirol 2018

(APA/Red.)

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