FPÖ könnte bei allen vier Landtagswahlen kräftig zulegen

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Die FPÖ könnte laut Experten bei allen vier Landtagswahlen zulegen.
Die FPÖ könnte laut Experten bei allen vier Landtagswahlen zulegen. - © APA
Meinungsforscher gehen davon aus, dass die FPÖ bei allen vier bevorstehenden Landtagswahlen kräftig zulegen wird. Vor allem der Wegfall des Team Stronach könnte zusätzliche Stimmen bringen.

Anders als 2000 dürfte der FPÖ diesmal der Eintritt in die Bundesregierung – zumindest vorerst – keine Einbußen, sondern sogar etwas Rückenwind bescheren.

In allen vier Ländern, die heuer wählen – Niederösterreich, Tirol, Kärnten und Salzburg – steht die FPÖ auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Denn bei den 2013er-Landatgswahlen gab es noch keine Flüchtlingskrise, die den Blauen 2014/15 Ergebnisse zumindest über 20 (Vorarlberg und Steiermark), wenn nicht sogar knapp über 30 Prozent (Oberösterreich, Wien) brachte.

In Kärnten wurde die FPÖ 2013 noch abgestraft

Stimmenanteile der Parteien 2013 in Prozent - SŠulengrafik, Sitzverteilung im Parlament - Tortengrafik, Koalitionen, Landeshauptleute mit Foto GRAFIK 1223-17, 88 x 90 mm Im Gegenteil: In Kärnten wurden die Freiheitlichen 2013 für Skandale und Affären bei der Landtagswahl abgestraft – mit dem Rekord-Minus von 28 Punkten und nur mehr 16,9 Prozent ging der einzige blaue Landeshauptmann verloren. Weit kleinere, aber doch Verluste gab es in Niederösterreich und Tirol: Die 8,2 Prozent in Niederösterreich sind das schlechteste Ergebnis bundesweit, gleich danach kommt Tirol mit 9,3 Prozent. In Salzburg gelang der FPÖ zwar ein leichtes Plus, aber keine 20, sondern 17,0 Prozent.

 

Stimmenanteile der Parteien 2013 in Prozent - SŠulengrafik, Sitzverteilung im Parlament - Tortengrafik, Koalitionen, Landeshauptleute mit Foto GRAFIK 1224-17, 88 x 90 mm Hauptgrund für die blauen Einbußen bei der Landtagswahl 2013 war die Konkurrenz durch die neue Partei Frank Stronachs: Sie holte sich in Niederösterreich 9,8 Prozent (fünf Mandate), in Kärnten 11,2 (vier Mandate), in Salzburg 8,3 (drei Mandate) und in Tirol 3,4 (nicht im Landtag) – zusammen 165.126 Stimmen, die heuer “am Markt” sind. Die meisten davon dürften zur FPÖ wandern, auch wenn Ex-Stronach-Proponenten teilweise mit eigenen Listen antreten. In Kärnten kann die FPÖ auch noch mit einem guten Teil der 20.745 Stimmen (6,4 Prozent) rechnen, die 2013 an das BZÖ gingen.

FPÖ-Chancen in Tirol

Stimmenanteile der Parteien 2013 in Prozent - SŠulengrafik, Sitzverteilung im Parlament - Tortengrafik, Koalitionen, Landeshauptleute mit Foto In Tirol sind zwar vergleichsweise wenig “Frank”-Stimmen – nur 10.637 bzw. 3,4 Prozent – am Markt, aber dafür haben zwei 2013 erfolgreiche ÖVP-Abspalter stark an Bedeutung verloren: Die von Fritz Dinkhauser gegründete Liste brach zwar schon bei der vorigen Wahl massiv ein (auf 5,6 Prozent bzw. 17.785 Stimmen), dürfte aber heuer noch weiter schrumpfen.

Und die 2013 sehr erfolgreiche Liste Vorwärts (9,5 Prozent bzw. 30.229 Stimmen) hat sich in internen Streitereien aufgerieben; zwei Listen ehemaliger Landesabgeordneter (Family und Impuls) dürften nicht allzu viel Zuspruch erfahren. Schließlich kann die FPÖ noch im Pool der 15.326 Stimmen (4,8 Prozent und damit knapp nicht im Landtag) grasen, die sich 2013 Transitforumobmann Fritz Gurgiser holte – auch wenn er indirekt (als Ex-Fritz-Mitstreiter) ebenfalls ein ÖVP-Abspalter war. Die ÖVP dürfte laut Umfragen stabil bleiben oder etwas zulegen, die FPÖ jedoch stark wachsen.

Bei der Landtagswahl in Niederösterreich

Stimmenanteile der Parteien 2013 in Prozent - SŠulengrafik, Sitzverteilung im Parlament - Tortengrafik, Koalitionen, Landeshauptleute mit Foto Beerben könnte die FPÖ das Team Stronach auch in Landesregierungen: In Niederösterreich kann sie auf den Landesratsposten hoffen, den das Team Stronach 2013 dank Proporz bekam. In Salzburg (wo “Frank” von 2013 bis 2015 Koalitionspartner von ÖVP und Grünen war) könnte nach der Wahl – bei entsprechenden Mehrheitsverhältnissen – ebenso Schwarz-Blau etabliert werden wie in Kärnten. In Tirol ist das Team Stronach zwar weder im Landtag noch in der Landesregierung, aber auch dort ist Schwarz-Blau – wenn sich Schwarz-Grün nicht mehr ausgeht – nicht ausgeschlossen.

(APA/Red)

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