FPÖ konnte in jeder Gemeinde zulegen

Die FPÖ konnte bei der OÖ-Wahl in jeder einzelnen Gemeinde zulegen.
Die FPÖ konnte bei der OÖ-Wahl in jeder einzelnen Gemeinde zulegen. - © APA
Die Freiheitlichen verzeichneten bei der Landtagswahl 2015 in jeder der 442 Gemeinden ein Plus. Die ÖVP legte hingegen in keiner einzigen Kommune Stimmen zu.

Die FPÖ streifte in allen Gemeinden Gewinne ein – den noch geringsten Zuwachs gab es für die Partei in Kirchberg ob der Donau mit einem Plus von 7,07 Prozentpunkten. In der ÖVP-dominierten 1000-Einwohner-Gemeinde legten die Freiheitlichen auf 22,65 Prozent zu, die ÖVP verlor mit einem Minus von 6,04 Prozentpunkten die absolute Mehrheit und kam auf nur mehr 48,93 Prozent.

FPÖ als einziger Gewinner bei der Landtagswahl in OÖ

Insgesamt wuchs die FPÖ bei der Landtagswahl in nur 16 der 442 Gemeinden um weniger als zehn Prozentpunkte. Das größte Plus verzeichneten die Blauen in der bisherigen ÖVP-Hochburg St. Roman. Dort gab es einen Zuwachs von 34,05 Prozentpunkten – auf nun 49,77 Prozent. Die ÖVP sackte von bisher 66,26 Prozent auf 35,69 Prozent ab – was für die Volkspartei auch das größte Gemeinde-Minus (-30,57 Prozent) dieser Wahl bedeutete. St. Roman war allerdings die einzige Gemeinde, wo es für die FPÖ mehr als 30 Prozentpunkte Plus gab. In 49 weiteren Gemeinden lag der Zugewinn für die Freiheitlichen aber bei – teils weit – mehr als 20 Prozentpunkten.

ÖVP verzeichnete in allen Gemeinden ein Minus

Die ÖVP verzeichnete in allen Gemeinden ein Minus. Mehr als 30 Prozentpunkte verlor die Volkspartei aber neben St. Roman in keiner weiteren Gemeinde. In 17 Kommunen lagen die schwarzen Verluste zwischen 20 und 30 Prozentpunkten. Das größte Minus unter diesen setzte es für die Landeshauptmann-Partei mit 26,55 Prozentpunkten in der bisher tiefschwarzen Kleingemeinde Mayrhof, wo 2009 noch 70,65 Prozent der Wähler für die ÖVP votierten. Dort legte die FPÖ mit 23,18 Prozentpunkten überdurchschnittlich zu und kam mit 43,08 Prozent fast an die nun 44,10 Prozent der ÖVP heran.

Den noch geringsten Verlust – von 0,45 Prozentpunkten – erzielte die ÖVP in der Gemeinde Schwertberg im unteren Mühlviertel. Dort konnte die Volkspartei ihre bisher 36,72 Prozent nahezu halten. Die Zuwächse der FPÖ gingen hier mit – unterdurchschnittlichen – 11,62 Prozentpunkten fast zur Gänze auf Kosten der SPÖ, die 11,51 Prozentpunkte verlor. In weiteren zwölf Gemeinden verlor die ÖVP weniger als fünf Prozentpunkte, in allen anderen mehr.

SPÖ legte in 17 Gemeinden zu

Die SPÖ konnte in lediglich 17 Gemeinden zulegen – und das nur zu geringen Anteilen. Den noch größten Zugewinn gab es für die Sozialdemokratie in der Innviertler Gemeinde Geiersberg mit einem Plus von 4,7 Prozentpunkten. Hier verlor die ÖVP 17,11 Prozentpunkte, die FPÖ gewann in dieser Gemeinde mit 11,06 Prozentpunkten deutlich weniger dazu als im Gesamt-Landesergebnis (plus 15,07 Prozentpunkte). In nur acht weiteren Gemeinden erzielte die SPÖ Zugewinne von mehr als einem Prozentpunkt.

Das größte Minus setzte es für die Sozialdemokratie in der Gemeinde St. Pantaleon im Innviertel. Dort büßte die SPÖ 15,31 Prozentpunkte ein, während die FPÖ mit 19,09 Prozentpunkten überdurchschnittlich zulegte. In insgesamt 32 Gemeinden lagen die Verluste der SPÖ bei mehr als zehn Prozentpunkten.

Die Grünen verloren in 80 der 442 Gemeinden Stimmenanteile, überall sonst gab es – wenn meist auch nur leichte – Zugewinne. Das deutlichste Plus verzeichnete die Öko-Partei in der in der bisher tiefschwarzen Kleingemeinde Mörschwang im Innviertel mit einem Zuwachs von 6,82 Prozentpunkten – auf das überdurchschnittliche Ergebnis von 15,52 Prozent. In insgesamt 85 Gemeinden konnten die Grünen um mehr als zwei Prozentpunkte mehr Stimmen lukrieren als 2009.

NEOS verpassten Landtagseinzug in OÖ

Die am Landtags-Einzug gescheiterten NEOS verbuchten ihr bestes Ergebnis in Windhaag bei Perg mit 8,86 Prozent. Damit haben sie dort die – für den Sprung in den Landtag landesweit notwendige – Vier-Prozent-Hürde haushoch übersprungen. Mehr als vier Prozent schafften die NEOS in insgesamt 78 Gemeinden. Stimmen sammelten sie bei ihrem ersten Antreten in Oberösterreich in allen Gemeinden, am wenigsten in der FPÖ-Hochburg St. Georgen am Fillmannsbach, wo zwei pinke Stimmen für 0,72 Prozent sorgten. Die Blauen kamen hier auf 56,63 Prozent.

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