Zeitlose Science-Fiction-Klassiker von H.G. Wells in furioser Neuübersetzung

Zwei zeitlos schöne Science-Fiction-Klassiker von H.G. Wells wurden neu übersetzt
Zwei zeitlos schöne Science-Fiction-Klassiker von H.G. Wells wurden neu übersetzt ©dtv / AP / dtv
"Die Zeitmaschine" und "Der Krieg der Welten" sind echte Klassiker der Science-Fiction-Literatur. Wer sie noch nicht kennt oder wieder entdecken möchte, sollte sich unbedingt die jüngst erschienenen neuen Übersetzungen der Werke ansehen. Dieses Lese-Vergnügen ist unser Buch-Tipp der Woche.

“Niemand hätte wohl in den letzten Jahren des neunzehnten Jahrhunderts geglaubt, dass die menschlichen Angelegenheiten sehr genau von Wesen beobachtet wurden, die weitaus intelligenter als der Mensch waren …” So beginnt der Science-Fiction-Klassiker “Der Krieg der Welten” von H.G. Wells, der nun ebenso neu herausgebracht wurde wie “Die Zeitmaschine”, das frühe Meisterwerk des Autors.

Meisterlich akkurate, zeitgemäße Neuübersetzungen

Für die Wiederauflage wurden die Romane von Lutz-W. Wolff meisterlich akkurat, aber auch zeitgemäß neu übersetzt und mit Nachworten, Anmerkungen und Zeittafeln ergänzt. Der Kampf gegen die Marsianer, Vorlage für Orson Welles’ legendäres Radio-Hörspiel, das Angst und Schrecken verbreitete, weil es die Hörer ernst nahmen, und unzählige Filme, sowie das Abenteuer eines Zeitreisenden, eines der meistgelesenen Werke der Weltliteratur und ebenfalls mehrmals für die Leinwand adaptiert, haben nicht zuletzt wegen der stilistischen Qualität noch immer Relevanz. Es ist ein Vergnügen, die Romane neu oder wieder zu entdecken.

Aus Geldnot verfasster Klassiker: “Die Zeitmaschine” von H.G. Wells

“Die Zeitmaschine” wurde 1895 erstmals veröffentlicht. Nach Schicksalschlägen lebte der Autor damals “von der Hand in den Mund”, wie er selbst in einem Vorwort zur Ausgabe von 1931 schrieb (abgedruckt auch in der Neuauflage). Er schlug sich mehr schlecht als recht als Journalist durch, seine Kurzgeschichten wurden von Zeitungen nicht mehr gekauft.

Die Idee zur “Zeitmaschine” wollte er sich für ein dickes Buch aufhaben, hat aus pekuniären Zwängen heraus den bereits fertigen und als mehrteilige Geschichte publizierten Anfang schnell zu einem Ende geführt. “Die anfängliche Erörterung ist sehr viel sorgfältiger geplant und ausgeführt als die späteren Kapitel”, merkte Wells an. Der Geschichte hat das nicht geschadet, auch wenn der 1866 in Kent geborene Schriftsteller meint: “Ihrem gereiften Verfasser erscheint sie heute sehr schülerhaft.”

“Der Krieg der Welten”: Wenn Marsianer uns heimsuchen

“War of the worlds” erschien 1898, geschrieben in der ländlichen Idylle von Woking in Surrey, wohin Wells und seine künftige Frau aus London zu entfliehen pflegten. Die Idee zur Geschichte soll der Bruder dem Autor geliefert haben: “Stell dir vor, es würden plötzlich Wesen von einem anderen Planeten vom Himmel fallen und sich über das alles hier hermachen.” Die Beschreibung der Marsianer in ihren dreibeinigen Kampfmaschinen, denen das weltliche Militär schwer unterlegen war, haben Generationen von Genre-Freunde begeistert. Durchaus ist die Geschichte als Satire auf die Kolonialpolitik des Empires zu deuten.

Über seine Geschichte über “Die Zeitmaschine” schrieb Wells in den 30er-Jahren: “Und jetzt wird sie (…) neu veröffentlicht und gedruckt werden, dass der Autor sicher sein kann, dass sie ihn überlebt.” Das gilt natürlich auch für die jüngsten superben Neuauflagen- und Übersetzungen.

H.G. Wells, “Die Zeitmaschine”, dtv, 192 Seiten, Taschenbuch, 10,20 Euro
H.G. Wells, “Der Krieg der Welten”, dtv, 328 Seiten, Taschenbuch, 12,30 Euro

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(apa/red)

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