Wrabetz: ORF-Umbau könnte sich um Jahre verzögern

ORF-Chef Alexander Wrabetz zum Umbau
ORF-Chef Alexander Wrabetz zum Umbau ©APA
Am Dienstag äußerte sich ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz zum Standort-Projekt am Küniglberg. Er sieht die Gefahr, "dass sich das um Jahre verzögern könnte".
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Zwar sei der Umbau kein “Fass ohne Boden”, die Gründe seien aber vor allem die Blockadehaltung des Bezirks und der Anrainer.

ORF-Umbau könnte sich laut Wrabetz “um Jahre verzögern”

Als es um die Entscheidung pro oder kontra Küniglberg gegangen sei, hätten “der gesamte Bezirk, die Wirtschaft, alle Parteien sinngemäß und sogar wörtlich gesagt, sie werden sich anketten, dass der ORF an diesem Standort bleibt”, blickte Wrabetz zurück. Nun gebe es einen einstimmigen Bezirksbeschluss gegen das Projekt “mit fast fadenscheinigen Dingen”. Somit rücke auch ein Gemeinderatsbeschluss in weite Ferne. “Es gibt sehr erfahrene Baumanager, die sagen: Wer weiß, ob das überhaupt kommt vor der Wahl. Aber nicht vor der nächsten Nationalratswahl, sondern der nächsten Gemeinderatswahl.” Die ist regulär für 2020 angesetzt.

Anwälte der Anrainer sind “Verzögerungsexperten”

Die “sehr kaufkräftige Klientel als Anrainer” in Hietzing habe zudem drei Anwälte engagiert, “bevor wir überhaupt die Baubewilligung eingereicht haben”, und die seien “Verzögerungsexperten”, so der ORF-Generaldirektor. “Ich will ihnen nicht mein Arbeitsleid klagen”, versicherte er den Publikumsräten. “Die Frage ist aber: Wenn sich das um Jahre verzögern könnte, in welcher Form realisiert man ein Newsroom-Konzept, das für 2020, 2021 geplant war und vielleicht erst 2026 kommt.” Immerhin werde der “Kern des Newsrooms” durch die Übersiedlung von ORF Online im Sommer umgesetzt. Die Onliner werden sich eine Etage im mit ORF eins teilen.n

Renovierung des Hauptgebäudes um 15 Prozent teurer geworden

“Wir verblasen hier auch kein Geld”, beteuerte Wrabetz aber. Die Renovierung des Hauptgebäudes sei mit “knapp über 60 Millionen Euro” um 15 Prozent teurer geworden, auch, weil man “in manchen Bereichen die Kosten zu niedrig geschätzt” habe. Das sei “bedauerlich”, aber “kein Fass ohne Boden”. Der Publikumsrat verabschiedete am Dienstag eine Resolution, dass der ORF seine Inhalte länger als sieben Tage in der TVthek zur Verfügung stellen darf. Begründet wird das Ansinnen mit “der sich durch die Digitalisierung verändernden Medien- und Kommunikationslandschaft und der stark wachsenden Bedeutung von Streaming-Diensten”. Die Sieben-Tage-Grenze ist im ORF-Gesetz verankert. Beim ORF rennt man damit offene Türen ein: Wrabetz präsentierte den Räten eine Umfrage, wonach die Österreicher unter anderem einen Ausbau der Online-Angebote wichtig fänden. Ebenfalls ein Wunsch des Publikumsrats: Die Etablierung eines “ORF-Kinderprogrammarchivs” in der TVthek. Auch das eine Initiative, die Wrabetz begrüßte, “wenn man sieht, wie sehr der Kleinkinderkonsum ins Nonlineare geht”.

(APA/Red.)

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