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Wifo: Lockdown drückt Österreichs BIP um 7,7%

Wachstumserwartung für 2021 aber von 5,6 auf 4,1 Prozent gesenkt.
Wachstumserwartung für 2021 aber von 5,6 auf 4,1 Prozent gesenkt. ©APA/BARBARA GINDL
Der zweite Coronavirus-Lockdown in Österreich wird die heimische Wirtschaft heuer und nächstes Jahr stärker in Mitleidenschaft ziehen als bisher angenommen.

Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) geht für 2020 nun von 7,7 Prozent BIP-Einbruch aus statt der noch im Oktober angenommenen 6,8 Prozent Minus. Und 2021 dürfte die Wirtschaft nur um 2,8 statt 4,4 Prozent wachsen.

0,6 Prozentpunkte dieses zusätzlichen Einbruchs im heurigen Jahr seien auf den Bereich Beherbergung und Gastronomie zurückzuführen, der Rest vor allem auf (freiwilligen) Konsumverzicht in anderen Bereichen, erklärte das Wifo am Donnerstag in einem Update zu seiner Herbstprognose und seiner jüngsten Mittelfristprognose.

EU-Prognose für Österreich bleibt für 2020 weiter bei 7,1% BIP-Minus

Die EU-Kommission hat in ihrer am Donnerstag veröffentlichten Herbstprognose die Erwartung für Österreich wegen der Folgen der Corona-Pandemie für heuer nicht weiter nach unten revidiert, wohl aber für das kommende Jahr. Für 2020 rechnet die Brüsseler Behörde weiterhin mit 7,1 Prozent Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP), für 2021 hat sie die Wachstumserwartung aber gegenüber der Sommerprognose von Juli von 5,6 auf 4,1 Prozent reduziert.

Für 2022 geht die EU-Kommission von nur 2,5 Prozent Wachstum für Österreich aus. Die Eurozone dürfte der Brüsseler Prognose zufolge heuer um 7,8 Prozent schrumpfen, 2021/22 um 4,2 bzw. 3,0 Prozent wachsen. In der gesamten EU dürfte das BIP demnach heuer um 7,4 Prozent sinken und dann um 4,1 bzw. 3,0 Prozent zulegen.

Die Wirtschafts- und Stimmungsindikatoren würden - obwohl sie noch immer gedämpft seien - auf einen soliden wirtschaftlichen Aufschwung in Österreich hindeuten, der im dritten Quartal begonnen habe, so die EU-Kommission. Die Reiseerleichterungen im Juni hätten zu einer teilweisen Erholung des wirtschaftlich wichtigen Tourismussektors geführt.

Steigende Infektionsraten und Corona-Maßnahmen dämpfen Wachstumsaussichten

Steigende Infektionsraten und die jüngste Verschärfung der Corona-Eindämmungsmaßnahmen würden die Wachstumsaussichten für den Rest des Jahres 2020 und Anfang 2021 aber dämpfen. Ein Vorkrisenniveau sei erst gegen Ende 2022 zu erwarten.

Die Arbeitslosenrate in Österreich sieht die EU-Kommission heuer bei 5,5 Prozent (nach 4,5 Prozent im Vorjahr) und 5,1 Prozent im kommenden und 4,9 Prozent im übernächsten Jahr. Für die Eurozone rechnet Brüssel mit 8,3 sowie 9,4 und 8,9 Prozent Arbeitslosenquote, für die EU mit 7,7 und 8,6 und 8,0 Prozent.

Für das gesamtstaatliche Defizit Österreichs geht die EU-Kommission für heuer von 9,6 Prozent des BIP aus (nach 0,7 Prozent Überschuss 2019), für 2021 von 6,4 Prozent Minus und für 2022 von 3,7 Prozent Abgang. Die Staatsschulden dürften demzufolge in Österreich heuer 84,2 Prozent der Wirtschaftsleistung erreichen (nach 70,5 Prozent voriges Jahr), im nächsten Jahr 85,2 Prozent und übernächstes Jahr 85,1 Prozent.

Für bessere Konjunktur niedrigere Infektionszahlen nötig

Nach der alarmierenden Wifo-Prognose, dass die heimische Wirtschaft infolge des zweiten Lockdowns heuer wohl um mehr als siebeneinhalb Prozent einbrechen dürfte, hat Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) die Menschen zu einer Senkung der Corona-Neuinfektionen aufgerufen. Nur das könne eine rasche Konjunkturerholung ermöglichen. Die SPÖ verlangte von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) ein Update für das Budget 2021.

Blümel solle sofort ein Budget mit den richtigen wirtschaftlichen Kennzahlen vorlegen, denn sein bisheriges Budget für nächstes Jahr werde nicht halten, so SPÖ-Budgetsprecher Jan Krainer am Donnerstag in einer Aussendung. Für 2020 und 2021 seien die BIP-Prognosen nun schlechter, und die wirtschaftliche Erholung werde sehr viel langsamer einsetzen als unterstellt. Ein Krisenbudget müsse Beschäftigung, Investitionen, Einkommen, Wachstum im Fokus haben.

Schramböck rief zur Abflachung der Kurve an Covid-19-Neuinfektionen "alle" dazu auf, "daran mitzuwirken und ihre Kontakte einzuschränken". Jede und jeder Einzelne könne mithelfen, schweren Schaden für Unternehmen und Beschäftigte zu verhindern und stattdessen viele heimische Arbeitsplätze zu sichern. Österreich habe bereits einen ersten Lockdown überstanden, "wir werden auch jetzt wieder alles tun, um unsere Betriebe bestmöglich durch diese fordernde Zeit zu bringen", so die Ministerin in einer Aussendung. Schramböck verwies dazu auf die ausgeweitete Kurzarbeit und den Umsatzersatz für Branchen, die von dem seit Dienstag geltenden zweiten Lockdown betroffen sind. Die Kurzarbeit habe sich in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten bewährt. Als "starke Brücke über ein tiefes wirtschaftliches Tal" seien mit ihrer Hilfe in den vergangenen Monaten Hunderttausende Jobs gesichert worden.

(APA/Red)

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