Wiener Sniper: Trotz Tatbegehungsgefahr wieder auf freiem Fuß

Die Sniper mit den Luftdruckgewehren sind seit heute wieder frei
Die Sniper mit den Luftdruckgewehren sind seit heute wieder frei ©APA
Die jugendlichen Heckenschützen aus Wien, die im September mit einer Luftdruckpistole auf zahlreiche Passanten geschossen haben sollen, sind Mittwochmittag aus der U-Haft entlassen worden. Doch das Gericht geht weiter von Tatbegehungsgefahr aus.
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Normann Hofstätter, der Verteidiger einer der beiden 20-Jährigen, berichtete unmittelbar nach der Haftprüfungsverhandlung im Straflandesgericht von der Entlassung der Wiener Sniper. Wie der Anwalt darlegte, nahm der Haftrichter zwar weiter Tatbegehungsgefahr an, hielt eine weitere Inhaftierung der beiden Männer aber nicht mehr für verhältnismäßig.

Sie wurden daher gegen gelindere Mittel auf freien Fuß gesetzt. Laut Hofstätter wurden den Verdächtigen eine Reihe von Auflagen erteilt: Ihnen wurde die Weisung erteilt, sich untereinander nicht abzusprechen, allfällige Adressänderungen unverzüglich bekannt zu geben und einen Bewährungshelfer in Anspruch zu nehmen. Unter diesen Bedingungen wurden die Sniper vorerst wieder freigelassen.

Sniper-Gutachten war für Entscheidung maßgeblich

Entscheidende Bedeutung für die Enthaftung der Männer dürfte dem gerichtsmedizinischen Gutachten über die eingetretenen Verletzungen zugekommen sein. Dabei stellte sich heraus, dass sämtliche Angeschossene lediglich leichte Verletzungen erlitten hatten. Die Staatsanwaltschaft Wien war ursprünglich von dem mit bis zu fünf Jahren Haft bedrohten Delikt “absichtliche schwere Körperverletzung” ausgegangen. Im Hinblick auf die vorliegenden Expertise erscheint es nunmehr fraglich, ob tatsächlich in diese Richtung Anklage erhoben wird.

“Eine weitere Inhaftierung wäre nach Ansicht des Haftrichters in keinem Verhältnis zur zu erwartenden Strafe gestanden”, erläuterte Verteidiger Normann Hofstätter. Für eine “gewöhnliche” Körperverletzung sieht das Strafgesetzbuch eine maximal einjährige Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe von bis zu 360 Tagessätzen vor. Seitens des Straflandesgerichts war vorerst keine Stellungnahme zur Freilassung der Sniper zu bekommen.

Die beiden 20-Jährigen waren am 30. September festgenommen worden, nachdem sie in den vorangegangenen Wochen mit einer Luftdruckpistole aus einem fahrenden Auto heraus auf insgesamt 21 Passanten geschossen haben sollen. Allein am 15. September gaben sie den polizeilichen Ermittlungen zufolge 17 Schüsse ab. Zur Ergreifung der Heckenschützen waren insgesamt 22.000 Euro ausgelobt worden. Das Geld sollen laut ORF nun vier Jugendliche bekommen, die den Opel Astra eines der beiden Sniper als Täterfahrzeug erkannt hatten.

(apa)

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