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Wiener Handgranatenmord: Tat war ursprünglich in Salzburg geplant

Der Handgranatenmord hätte eigentlich in Salzburg geschehen sollen
Der Handgranatenmord hätte eigentlich in Salzburg geschehen sollen ©APA
Nach dem "Handgranatenmord", der in der Nacht auf den 11. Jänner in der Odoakergasse in Wien-Ottakring zwei Menschenleben gekostet hat, sind am Freitag weitere Details bekannt geworden. Dem Attentat ging offenbar akribische Planung voraus.
Suche nach der Waffe
Rohrbombe war geplant
Verdächtigen-Trio in U-Haft
Bombe in Verbindung mit Mordfall
Geständnis zu der Tat
Handgranatenmord geklärt

Kristijan H. soll nach einer Festnahme am 3. April zugegeben haben, das Attentat auf Zlatko N. von langer Hand geplant zu haben. Ursprünglich hätte der Anschlag in Salzburg stattfinden sollen.

Vater besorgte Handgranate

Auch der Vater des 34-Jährigen dürfte eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben: Er soll die Granate besorgt haben und beim Verschwindenlassen der Pistole, mit der Zlatko N. erschossen wurde, dabei gewesen sein.

Wien war unauffälliger Tatort

Weil der in der Nähe der Stadt Salzburg wohnhafte Kristijan N. befürchtet haben soll, man könnte bei der Suche nach dem Täter auf ihn kommen, soll er den Tatort nach Wien verlegt haben, wo die Schwester des 34-Jährigen lebt.

Die 42-Jährige, die sich als mögliche Beitragstäterin ebenfalls in U-Haft befindet, dürfte vermutlich mehr in das Geschehen verstrickt gewesen sein, als sie bisher zugegeben hat.

Die Rolle der Schwester

Die Frau, die von den mörderischen Plänen ihres Bruders nichts gewusst haben will, soll in ihrer Wohnung für diesen eine Sporttasche mit einer Kalaschnikow aufbewahrt haben. Außerdem reservierte sie dem aktuellen Ermittlungsstand zufolge für den Drittbeschuldigten Dejan V. (29) unter einem falschen Namen ein Zimmer im Nobel-Hotel Hansen Kempinski in der Wiener Innenstadt.

Unklarheiten rund um Handgranatenmord

Weshalb Dejan V. eigens nach Wien reiste, sich in die Odoakergasse begab und bei der Explosion zugegen war – er wurde dabei selbst verletzt, weil er sich nicht weit genug vom Auto entfernt hatte -, ist derzeit unklar. Der gebürtige Serbe hat gegenüber der Polizei behauptet, er wäre aus langjähriger Freundschaft zu Kristijan H. mitgekommen, der seine Hilfe erbeten habe. Er habe aber nicht gewusst, auf was er sich dabei einließ. Kristijan J. soll allerdings in einer von bisher drei polizeilichen Einvernahmen den 29-Jährigen belastet haben.

Die Handgranate, die laut gerichtsmedizinischem Gutachten den Beifahrer von Zlatko N., Waldemar W., das Leben gekostet hat, soll der Vater von Kristijan H. in Kroatien besorgt haben.

Zusammenhang mit Bombe in Landstraße

Kristijan H., der selbst aus Kroatien stammt, soll ursprünglich die Absicht gehabt haben, Zlatko N. mit einer selbst gebastelten Fünf-Kilo-Rohrbombe ins Jenseits zu befördern, die am vergangenen Freitag in einem Kellerabteil in Wien-Landstraße sichergestellt werden konnte.

Von dieser Tötungsvariante soll er abgekommen sein, weil er befürchtete, die Wirkung der Bombenexplosion könnte auch unbeteiligte, zufällig in der Nähe befindliche Passanten zu Schaden bringen.

Zwielichtige Diesel-Geschäfte

Zlatko N. soll mit Kristijan H. in großem Stil zwielichtige Geschäfte mit nicht versteuertem Diesel abgewickelt haben und diesen zusehends und immer stärker unter Druck gesetzt haben, weil ihm der 34-Jährige angeblich einen sechsstelligen Euro-Betrag schuldete.

Nicht nur beim Besorgen der Granate soll Kristijan H. von seinem Vater Hilfe erfahren haben: Dieser war laut Aussage des 34-Jährigen angeblich auch dabei, als sich Kristijan H. mit der Smith& Wesson, mit der dieser insgesamt drei tödliche Schüsse auf Zlatko N. abgefeuert haben soll, sowie der zusätzlich vorhandenen Kalaschnikow auf die Brigittenauer Brücke begab und die Waffen dort in der Donau versenkte.

DNA-Spuren untersucht

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft eine DNA-Untersuchung der sichergestellten Granatenreste angeordnet, um festzustellen, ob sich dort genetische Spuren finden lassen. Auch weitere Beweismittel sollen auf DNA-Spuren und Fingerabdrücke untersucht werden. Noch vor Ostern sollen alle drei Verdächtigen erneut vernommen und mit den jüngsten Beweisergebnissen konfrontiert werden.

Haftfrage bei Vater von Kristijan H. offen

Ob der Vater des Hauptverdächtigen im Fall des sogenannten Handgranatenmordes als möglicher Beitragstäter und somit als Tatverdächtiger gilt, hat sich am Freitagnachmittag für die APA nicht klären lassen.

Kristijan H. soll nach seiner Festnahme am 3. April der Polizei gestanden haben, sein Vater habe ihm die Handgranate in Kroatien besorgt und ihm nach der Explosion in Wien-Ottakring beim Verschwindenlassen einer Kalaschnikow und einer Smith & Wesson-Pistole geholfen.

Ermittlungen in alle Richtungen

Die naheliegenden Fragen, ob und in welche Richtung gegen den Vater ermittelt wird und ob eine Festnahmeanordnung bzw. ein Haftbefehl erlassen wurde, konnte Polizeisprecher Thomas Keiblinger nicht beantworten. Er verwies an die Staatsanwaltschaft Wien, die beim derzeitigen Ermittlungsstand für derartige Anfragen zuständig sei.

“Die Frage eines Haftbefehls kann ich grundsätzlich nicht beantworten”, sagte die Sprecherin der Anklagebehörde, Nina Bussek, auf APA-Anfrage. Im gegenständlichen Fall werde “umfangreich und in sämtliche Richtungen ermittelt”.

(apa/red)

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