Wiener Grüne: Neues Hauptquartier in Wien-Landstraße bezogen

Birgit Hebein stellt die neue Parteizentrale der Wiener Grünen vor.
Birgit Hebein stellt die neue Parteizentrale der Wiener Grünen vor. ©APA/ROBERT JAEGER
Von der Lindengasse in die Würtzlerstraße sind es - mit der U3 - nur 20 Minuten. Für die Wiener Grünen bedeutet ihr neues Hauptquartier aber ein Neuanfang mit Neo-Spitzenkandidatin Birgit Hebein.

Die Ära Lindengasse ist endgültig vorbei: Die Wiener Grünen haben nach knapp drei Jahrzehnten ihre traditionsreiche Zentrale in der parteieigenen Hochburg Neubau verlassen. Seit kurzem werkt die Landesgruppe in einem modernen Bürohaus im Bezirk Landstraße. Das erste Großprojekt, das von hier aus gemanagt wird, ist der EU-Wahlkampf.

Vom Altbau-Charme und WG-Feeling, die für das “Grüne Haus” in der Lindengasse prägend waren – mit allen Vor- und Nachteilen -, merkt man im lichtdurchfluteten, funktional gestalteten Headquarter nichts mehr. Aneinandergereihte Arbeits- und Besprechungsräume, dank transparenter Wände auch von außen einsehbar, und Gemeinschaftsflächen – alles auf einer Ebene – sollen für kurze Wege und mehr Austausch sorgen. Ein paar Pflanzen geben der grundsätzlich mit viel Weiß, Glas und grauem Teppichboden recht schlicht gestalteten Zentrale eine grüne Note. Mit Parteilogos hat man sich dagegen zurückgehalten.

Neues Kapitel bei den Wiener Grünen

Dass die Rathaus-Ökos die Lindengasse verlassen werden, war schon länger klar. “Wir schlagen ein neues Kapitel auf als Grüne und dazu gehören auch neue Räumlichkeiten”, erklärte die designierte Frontfrau der Wiener Grünen, Birgit Hebein, der APA bei einem Besuch der neuen Räumlichkeiten den Umzug.

Insgesamt werken in der Würtzlerstraße 3 rund 30 Menschen. Zur Verfügung stehen 670 Quadratmeter – und damit weniger als in der Lindengasse. Sie seien allerdings viel besser angelegt, weil es keinerlei unnutzbare Ecken, Winkerl und Durchgangsbereiche gebe, heißt es. Und grundsätzlich entspreche der neue Hauptsitz einfach den Anforderungen einer modernen, professionellen Partei.

Mit Geldknappheit habe die Übersiedelung nichts zu tun, versichert Hebein. Immerhin musste die Wiener Partei nach dem Ausscheiden der Bundes-Grünen aus dem Parlament finanziell ordentlich aushelfen. Trotzdem sei die Miethöhe nicht das ausschlaggebende Argument gewesen. Sie räumt ein, dass der Abschied aus Neubau auch für sie nicht ganz ohne Wehmut abgelaufen ist: “Die Lindengasse war ein extrem wichtiger Ort, auch für mich. Keine Frage, dass jeder Abschied auch ein Schmerz ist, aber jede Neuerung ist auch eine Chance.”

Nichts mit Geldknappheit zu tun

Hebein spricht von einer “neuen pulsierenden Quelle”: “Von hier aus wollen wir die Erfolge planen und gemeinsam in die EU-Wahl durchstarten.” Die Wiener Landespartei werde sich am Wahlkampf “massiv beteiligen”, stellt Hebein in Aussicht. Praktisch ist dabei, dass man sich die Räume im zweiten Stock des “Kubus”-Turms am Rande des Büro-Stadtteils Town Town mit der Bundespartei teilt. Auch Werner Kogler hat hier ein Büro.

Apropos EU-Wahl: Mit der Nominierung von Köchin Sarah Wiener für den zweiten Listenplatz hat Hebein – anders als ihr Gemeinderatskollege Martin Margulies, der mehr Show als Inhalt monierte – kein Problem. “Ich finde es klass’, dass spannende starke Frauen kandidieren.” Zum “Jammern” habe sie außerdem keine Zeit. Denn es gehe bei der Europawahl um die Frage: “Europa der Konzerne oder Europa der Menschen.” “Gelassen” zeigt sich die Wiener Frontfrau auch vom Antritt des Ex-Grünen Johannes Voggenhuber für die Liste Jetzt. “Ich finde es gut, wenn sich jung wie alt politisch engagieren und in diesem Fall auch jemand aus der Politikpension zurückkehrt.”

(APA/red)

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