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Wiener Donauinselfest 2020 wird wegen Coronavirus verschoben

Das Wiener Donauinselfest 2020 wird aufgrund der Coronavirus-Pandemie verschoben.
Das Wiener Donauinselfest 2020 wird aufgrund der Coronavirus-Pandemie verschoben. ©APA/HERBERT P. OCZERET
Bei einer Pressekonferenz am Montag wurde das Wiener Donauinselfest 2020 offiziell verschoben. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie wird das Open-Air-Event nicht im Juni, sondern im September stattfinden.

Am Montag wurde das Wiener Donauinselfest 2020 bei einer offiziellen Pressekonferenz der Veranstalter aufgrund der Coronavirus-Pandemie verschoben. "Wir werden daher das Donauinselfest für 18., 19., 20. September vorsehen und in diese Zeit verschieben". Eine Reduzierung des Programms ist nicht angedacht, wurde versichert.

Das Festival wird von der Wiener SPÖ veranstaltet. Es wird durch die nunmehrige Verschiebung unmittelbar vor der wohl im Oktober stattfindenden Wien-Wahl über die Bühne gehen. SPÖ-Landesparteisekretärin Barbara Novak versprach, dass der Wahlkampf am Festgelände keine Rolle spielen soll.

Wiener Donauinselfest 2020 wird auf September verschoben

"Das Donauinselfest ist über Jahrzehnte hinweg fixer Bestandteil der Wiener Stadtkultur. Auch für die heimische Kunst- und Kulturszene und unzählige Wiener Unternehmen der Veranstaltungsbranche ist es das jährliche Highlight und nicht zuletzt ein ganz wesentlicher wirtschaftlicher Faktor. Bei allen aktuellen Herausforderungen ist es daher wichtig, dass das Donauinselfest auch heuer stattfindet! Wir stehen Seite an Seite mit unseren Partnern und allen beteiligten Menschen", so Barbara Novak, Landesparteisekretärin der SPÖ Wien und weiter: "Diese Zeiten zeigen umso mehr, was Zusammenhalt in unserer tollen Stadt bedeutet und dass Nachbarschaftshilfe selbstverständlich auch für eine gute Zusammenarbeit in der Wirtschaft gilt. Das Motto des 37. Donauinselfests - jetzt neu im September - lautet daher umso mehr: 'GANZ WIEN!'"

GANZ WIEN-Tour ebenfalls verschoben

Auch die GANZ WIEN-Tour wird stattfinden - allerdings im Vorfeld des neuen Donauinselfest-Termins. Die aktuellen Termine im April und Mai sind folglich abgesagt. Auch hier möchte das Donauinselfest sicherstellen, dass alle an der GANZ WIEN-Tour beteiligten Acts zu ihren Gagen und Auftritten kommen.

Mehrkosten und Line-up-Änderungen

Durch die Verschiebung des Donauinselfestes in den Herbst kann wohl auch das derzeitige Festivalbudget von 4,2 Mio. Euro nicht eingehalten werden. "Wir können von Mehrkosten ausgehen", sagte Wiens SPÖ-Landesparteisekretärin Barbara Novak am Montag. Die städtische Förderung - rund 1,5 Mio. Euro - werde sich aber dadurch nicht erhöhen.

Organisator Thomas Waldner sagte, man sei mit den rund 80 Sponsoren in Kontakt. Diese würden auch signalisieren, zu dem dreitägigen Festival zu stehen. Wie sich die wirtschaftliche Lage der Kooperationspartner entwickle, müsse man aber noch abwarten. Novak ergänzte, dass das wirtschaftliche Risiko für das Open-Air-Festival bei der SPÖ Wien liege - die Partei also einspringe, wenn etwa Sponsorengelder wegbrächen.

Zum geplanten Line-up wurde heute noch nichts verraten. Erste Informationen soll es dazu noch vor dem Sommer geben. Änderungen zum ursprünglich geplanten Programm werde es aber wohl geben, da viele Acts ihre Konzerte auf den Herbst verschieben müssen und noch freie Termine deshalb knapp sind. "Schwierigkeiten könnten uns eher internationale Acts machen", prognostizierte Novak. Waldner stellte deshalb einen verstärkten Fokus auf heimische Bands und Künstlerinnen und Künstler in den Raum.

Donauinselfest "für heimische Kunstschaffende sehr wichtig"

Novak sagte, es wäre einfacher gewesen, das Donauinselfest komplett abzusagen. Aber man sei den Logistikpartnern, der Gastronomie und den Auftretenden in der Verantwortung. "Für viele heimische Kunstschaffende ist das Donauinselfest sehr wichtig", ergänzte Kurt Wimmer vom Verein Wiener Kulturservice, der vor allem die Gagen verantwortet. Deshalb soll diesen ein Teil des Salärs schon vor dem Event ausbezahlt werden.

Gerade für die Eventszene sei die jetzige Krise existenzbedrohend, ergänzte Waldner. Und er vergaß nicht zu erwähnen: "Auch für die Stadt selbst ist die Umweltrentabilität wichtig." Die erstmalige "Ganz Wien"-Tour - eine Art Vorprogramm der Inselsause in den Bezirken - wird ebenfalls von April/Mai auf Ende August/Anfang September verlegt.

Die rote Landesparteisekretärin wies darauf hin, dass der neue Festivaltermin von 18. bis 20. September in die heiße Phase des Wien-Wahlkampfes fallen wird: "Das wird Kritik der Opposition auf den Plan rufen." Deshalb werde die Insel eine "absolut wahlkampffreie Zone" bleiben - ohne SPÖ-Plakate oder Wahlreden. Vielmehr wolle man - "wenn hoffentlich wieder alles vorbei ist" - allen Wienerinnen und Wienern Danke sagen für den geleisteten Zusammenhalt und die Disziplin der Bevölkerung während der Corona-Krise.

Wiener Donauinselfest erlebte Spätsommer-Premiere bereits 2008

Der Coronavirus sorgt auch für eine Verschiebung des heurigen Donauinselfests. Statt im Juni wird die Megaparty vom 18. bis zum 20. September stattfinden. Das Inselfest musste bereits einmal in den Spätsommer ausweichen: Die 25. Ausgabe wurde 2008 wegen der Fußball-EM auf Anfang September verlegt.

Damals waren wirtschaftliche und organisatorische Gründe für die Verschiebung ausschlaggebend. Ein Festival gleichzeitig mit der ebenfalls im Juni stattfindenden Europameisterschaft durchzuführen, hätte die Veranstalter laut eigenen Angaben vor große Schwierigkeiten gestellt. So wurde zum Beispiel technische Infrastruktur damals auch für die EURO-Organisation - etwa bei den Fanmeilen - benötigt.

Das Wetter war auch beim neuen Termin ausgesprochen gut, der Besuch gewohnt rege. Rund drei Mio. Menschen ließen sich bei hochsommerliche Temperaturen Acts wie Wolfgang Ambros, EAV, Opus, STS, die Leningrad Cowboys oder die deutsche Formation Wir sind Helden nicht entgehen.

(APA/Red)

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