Wien-Ottakring ist die E-Auto-Hochburg Österreichs

E-Autos liegen dieses Jahr im Trend.
E-Autos liegen dieses Jahr im Trend. ©APA
In keinem Bezirk wurden heuer so viele E-Autos zugelassen wie in Wien-Ottakring. Die Neuwagen werden aber meistens nicht von Privatpersonen, sondern von Firmen gekauft.

Wien-Ottakring ist im ersten Halbjahr 2021 Österreichs E-Auto-Hochburg. Der 16. Wiener Gemeindebezirk verzeichnete mit einem Rekordwert von 42,6 Prozent den höchsten Anteil an neu zugelassenen Elektroautos in Österreich, wie aus einer Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) auf Basis von Daten der Statistik Austria am Donnerstag hervorgeht. Hierzulande fahren rund 6 Prozent der Neuwagen zu 100 Prozent mit Strom.

Unternehmen fliegen auf E-Autos

Der Anteil sei in Wien-Ottakring deshalb so hoch, da es laut einem Sprecher des VCÖ eine größere Anschaffung an E-Pkws durch ein Unternehmen gegeben haben dürfte. Einen hohen Anteil von Elektroautos bei den Pkw-Neuzulassungen verzeichneten im ersten Halbjahr auch der erste Wiener Gemeindebezirk (22,9 Prozent) und der Salzburger Bezirk Hallein (20,7 Prozent). Nach Bundesländern gereiht war Salzburg das Bundesland mit dem höchsten Anteil an neu zugelassenen E-Autos im ersten Halbjahr (16,4 Prozent), gefolgt von Vorarlberg (14,8 Prozent) und Oberösterreich (13,3 Prozent).

Kein Verbrennungsmotor ab 2035

Ab 2035 sollen in der EU nur mehr emissionsfreie Pkw zugelassen werden. Um aber das Regierungsziel der Klimaneutralität 2040 zu erreichen, dürfe spätestens ab dem Jahr 2030 kein Dieselauto oder Benziner mehr verkauft werden, heißt es in der Aussendung. "Das gestern von der EU-Kommission vorgestellte Ziel, dass in der EU ab dem Jahr 2035 nur mehr emissionsfreie Neuwagen verkauft werden, ist nicht so ambitioniert, wie es auf den ersten Blick erscheint", so VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Denn viele Autohersteller hätten angekündigt, bereits vor 2035 aus den Verbrennungsmotoren aussteigen zu wollen.

Firmenwagen sorgen für Gebrauchtwagennachschub

Den größten Hebel sieht der VCÖ weiterhin bei den Firmenwagen, da rund zwei Drittel der Neuwagen von Unternehmen und anderen juristischen Personen angeschafft werden würden. Bei den E-Pkw lag der Anteil der Anschaffungen durch juristische Personen im ersten Halbjahr 2021 laut VCÖ bei 84 Prozent. Der Verkehrsclub fordert deshalb steuerliche Begünstigungen für emissionsfreie Firmenwagen: "Je mehr Betriebe ihren Fuhrpark sukzessive auf E-Pkw umstellen, umso mehr Elektroautos kommen in den Gebrauchtwagenmarkt und damit zu den privaten Haushalten." Doch ein reiner Antriebswechsel ist dem VCÖ zu wenig, um die Klimaziele zu erreichen. So müsse der Verkehrsaufwand insgesamt reduziert und der Anteil an klimafreundlicher Mobilität erhöht werden.

(APA/Red)

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