Wien: Aktivisten besetzen weitere Baustelle für Stadtstraße

Aktivisten besetzen erneut eine Baustelle der Wiener Stadtstraße in Wien-Brigittenau und die Zufahrtsstraße der Stadtautobahn in Hirschstetten.
Aktivisten besetzen erneut eine Baustelle der Wiener Stadtstraße in Wien-Brigittenau und die Zufahrtsstraße der Stadtautobahn in Hirschstetten. ©APA/GEORG
In Wien-Donaustadt besetzen 70 Aktivsten am Montag Früh eine weitere Baustelle bei ihrem Protest gegen den Bau der Stadtstraße. Sie fordern einen Baustopp.
Wien Baustelle der Wiener Stadtstraße weiterhin besetzt
So ist die Lage bei der Besetzung

Rund 70 Aktivistinnen und Aktivisten besetzen am Montag in der Früh eine weitere Baustelle der Stadtstraße in Wien-Donaustadt. "Dieses Mal war jene bei der Hausfeldstraße dran", hieß es in einer Aussendung. Das Bündnis von Fridays for Future, Extinction Rebellion, Jugendrat und System Change not Cimate Change fordert einen Baustopp.

Darstellung des Wiener Bauprojekts "zynisch"

"Es ist in Anbetracht der Klimakrise unfassbar zynisch, eine Klimamusterstadt Wien zu propagieren und gleichzeitig eines der größten Straßenbauprojekte der jüngeren Geschichte als eine entlastende Klimamaßnahme darzustellen. Der Bau der Stadtstraße wird vor allem Arbeiterinnen und Arbeiter in den motorisierten Individualverkehr zwingen, obwohl weniger als die Hälfte der Haushalte überhaupt ein Auto besitzt und mehr öffentlicher Verkehr allen Menschen zu Gute kommen würde. Da stellt sich die Frage, für wen die Rückschrittskoalition Rot-Pink eigentlich Politik macht", kritisierte Amina Guggenbichler von Fridays for Future.

Aktivisten blockieren Zufahrt zu Stadtautobahn

Neben der Baustelle bei der Hausfeldstraße wird von den Aktivisten seit vergangenen Montag auch die Baustelle und Zufahrtstraße der Stadtautobahn in Hirschstetten blockiert. Für die Polizei bleibt die Lage durch die neue Besetzung unverändert. Es wird kontrolliert, aber eine Räumung ist derzeit nicht vorgesehen, sagte eine Sprecherin der APA.

Stadtstraße: Baustart Ende 2021

Nach den Vorarbeiten soll mit dem Bau der Stadtstraße Ende des heurigen Jahres begonnen werden, die Verkehrsfreigabe ist für Ende 2025 avisiert, das Bauende 2026 geplant. Die valorisierten Projektkosten belaufen sich auf rund 460 Millionen Euro. Bei der Stadtstraße handelt es sich um eine Verbindungsstraße. Die 3,2 Kilometer lange Strecke soll die Südosttangente (A23, Anschlussstelle Hirschstetten) mit der S1-Spange Seestadt Aspern bei der Anschlussstelle Seestadt West verbinden. Sie gilt als ebenso umstritten wie der geplante Lobautunnel.

(APA/Red)

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