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Wiener Schweizerhaus sperrt auf: "Rechnen mit 45 bis 50 Prozent des Umsatzes"

Am Freitag sperrt das Wiener Schweizerhaus wieder auf.
Am Freitag sperrt das Wiener Schweizerhaus wieder auf. ©APA
Zum 100. Jahrestag sollte die Eröffnung des Wiener Schweizerhauses groß gefeiert werden, die Coronavirus-Pandemie machte den Plänen jedoch einen Strich durch die Rechnung. Am 15. Mai wird nun verspätet aufgesperrt.
Eröffnung am 15. Mai
Corona-Maßnahmen im Schweizerhaus

"Wir gehen optimistisch in ein neues Jahrhundert, wenn auch vielleicht nicht ganz so optimistisch in diese Saison, aber das gibt es manchmal", sagte Karl Jan Kolarik am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Das heurige Jahr werde sehr herausfordernd: "Wir rechnen mit 45 bis 50 Prozent des Umsatzes. Die Personalkosten sind fast gleich hoch. Die Fixkosten sind hoch."

Wirtschaftlich ist Eröffnung des Schweizerhauses nicht rentabel

Und er sagte auch: "Theoretisch wäre es sinnvoller, wenn wir nicht aufgesperrt hätten, aus wirtschaftlicher Sicht. Auf der anderen Seite: Wir haben unsere 100. Saison, das können wir nicht, das wollen wir nicht. Das wäre auch ein falsches Signal. Unsere Stammgäste würden das überhaupt nicht verstehen." Eine Verlängerung der Saison, die traditionell bis 31. Oktober läuft, um die finanzielle Situation etwas abzufedern, ist nicht angedacht: "Ein Biergarten lebt vom Garten. Der ist halt im November sehr, sehr kalt."

Die letzten Wochen war der Familienbetrieb geschlossen und es wurden die von der Bundesregierung vorgesehenen Corona-Maßnahmen umgesetzt. "Wir nehmen die Sicherheits- und Hygienevorgaben sehr ernst und haben daher weitreichende Maßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeiter, Mitarbeiterinnen und Gäste lanciert", führte der Hausherr weiter aus.

Wiener Schweizerhaus will Personal auch auf Coronavirus testen

Für die Mitarbeiter - gestartet wird mit circa 85 Prozent der Mannschaft - wurden verschiedene Masken- und Visiertypen angeschafft und im Vorfeld auf ihren Tragekomfort getestet. Das Personal darf nur gesund arbeiten, dazu wird es täglich auf erhöhte Temperatur gemessen. Auch Covid-19-Tests seien vorgesehen, wurde heute angekündigt.

40 Prozent weniger Plätze für Gäste

Die knapp 750 Plätze im Gasthaus und die 1.400 Plätze im Gastgarten wurden um 40 Prozent ausgedünnt, damit der gebotene Mindestabstand eingehalten werden kann. Nunmehr stehen im Freien 900 Plätze und im Inneren 350 Plätze zur Verfügung. Die Gäste werden um Vorabreservierung per Mail (info@schweizerhaus.at) gebeten. Ein spontaner Besuch sei aber trotzdem möglich, so Kolarik: "Wir haben einen Teil der Plätze nicht reserviert, damit wir für unsere Stammgäste Platz finden."

Kolarik kündigte heute auch an, dass das für heuer geplante 100. Schweizerhaus-Jubiläum mit Feierlichkeiten nicht endgültig abgesagt ist - sondern nur verschoben. "Die Feierlichkeiten werden wir auf jeden Fall 2021 nachholen." Ein wenig hofft er, dass sich zumindest einige Programmpunkte noch heuer ausgehen werden - etwa ein Auftritt der Deutschmeister, die die "Schweizerhaus Rendez-Vous"-Polka spielen werden.

(APA/Red)

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