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Weihnachtsgeschäft: Mahrer für Sonntagsöffnung

Wirtschaftskammer-Chef: Es geht auch "um das Entzerren der Kundenströme".
Wirtschaftskammer-Chef: Es geht auch "um das Entzerren der Kundenströme". ©APA/GEORG HOCHMUTH
Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer fordert für die Zeit nach dem Lockdown und vor Weihnachten längere Öffnungszeiten und die Öffnung des Handels auch am Sonntag.
Stabiles Weihnachtsgeschäft erwartet

Einerseits soll damit der Umsatz in der Vorweihnachtszeit noch angekurbelt werden, andererseits gehe es auch "um das Entzerren der Kundenströme", sagte Mahrer im Ö3-Frühjournal des ORF-Radio.

Der Wirtschaftskammer-Chef plädierte dafür, auch beim Online-Shopping "regional-digital" auf österreichischen Shopping-Portalen einzukaufen. "Wichtig ist jetzt, dass die Umsätze in Österreich bleiben." Der Corona-Lockdown sei ein schwerer Schlag für den Handel. "Die haben sich alle eingedeckt mit Ware für das Weihnachtsgeschäft, das ist für den Handel die stärkste Zeit im Jahr."

Lugner unterstützt Mahrer: Kunden wollen Kaufevent

Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer hat einen prominenten Unterstützer für seine Forderung nach einer Sonntagsöffnung im Weihnachtsgeschäft gefunden: Richard Lugner, Eigentümer der Lugner City in Wien Rudolfsheim-Fünfhaus und seit Jahrzehnten ein Befürworter längerer Öffnungszeiten, sehnt ebenfalls den offenen Sonntag herbei - und auch die Kunden, wie er der APA versichert. Für diese sei der gemeinsame Familieneinkauf ein Event.

Das habe sich bei der Sonntagsöffnung während der Fußball-Europameisterschaft 2008 gezeigt, als die Händler in seinem Einkaufszentrum an den Sonntagen mehr Umsatz gemacht hätten als an jedem anderen Tag. Und das bei deutlich kürzeren Öffnungszeiten.

Die Regierung müsse endlich den Händlern die Möglichkeit geben, sich gegen Amazon und Co. zu wehren. Gerade an den Sonntagen würde hier viel Kaufkraft ins Ausland abfließen, so Lugner. Viele andere Länder in Europa hätten das schon erkannt und die Öffnungszeiten ausgedehnt - nur eben Österreich nicht.

"Allianz für freien Sonntag" nach wie vor dagegen

Die "Allianz für den freien Sonntag", zur der neben den Kirchen auch Gewerkschaften und zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen gehören, ist auch im Coronajahr gegen eine Sonntagsöffnung in der Vorweihnachtszeit. Gerade die Handelsangestellten, die in den vergangenen Monaten arg drangekommen seien und sich einem gesundheitlichen Risiko aussetzten, bräuchten die Erholung am Sonntag, sagte Allianz-Koordinatorin Daniela Ebeert am Donnerstag zur APA.

"Der Sonntag ist ein wichtiges wirtschaftliches Kulturgut in Österreich", so Ebeert. Die Menschen bräuchten einen gemeinsamen freien Tag, Kinder ihre Eltern. Wenn jeder an einem anderen Tag frei hätte, wären zum Beispiel ehrenamtliche Tätigkeiten gar nicht mehr möglich. "Da bricht so viel zusammen."

Das Argument, den österreichischen Handel mit längeren Öffnungszeiten vor Weihnachten gegenüber dem US-Riesen Amazon zu stärken, lässt Ebeert nicht gelten. Viele Österreicher seien in Kurzarbeit gewesen oder arbeitslos, sie hätten jetzt nicht mehr Geld zum Ausgeben. An den verbleibenden Sonntagen vor Weihnachten könnte nicht alles nachgeholt werden. "Für die, die am Sonntag shoppen wollen, sollte es ein größeres Angebot an regionalen digitalen Plattformen geben", forderte Ebeert. "Wenn die Wirtschaftskammer bereit ist, das zu fördern, sind auch wir dabei. Dafür muss niemand am Sonntag im Geschäft stehen."

Was außerdem gegen die Sonntagsöffnung spreche: der Umweltaspekt.

(APA/Red)

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