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Waves-Festival heuer im "Ausweichquartier" Web

Es gab dennoch einen Hauch von Exklusivität.
Es gab dennoch einen Hauch von Exklusivität. ©APA/HERBERT P. OCZERET
Das Waves-Festival, die im Jahr 2011 ins Leben gerufene Verbindung aus Musikfestival und Branchenmeeting, musste zu seinem zehnten Durchgang der Corona-Pandemie Tribut zollen.

Die alternative Umsetzung erfolgte im "Ausweichquartier" Internet, für das die Künstler Videos ihrer Auftritte anfertigten. Zum Auftakt im Wiener WUK-Hof gab es am Donnerstag daher Public Viewing statt Live-Feeling.

Hauch von Exklusivität im Wiener WUK

Die Umsetzung des in der Realität stattfindenden Teils des ins Web verlegten Festivals geriet so zu einer eher spröden Angelegenheit. Unter normalen Umständen wäre im WUK wohl auch nicht Melissa Naschenweng zu hören gewesen, so aber war die Siegerin des gestrigen Amadeus Awards im Bereich "Schlager/Volksmusik" und ihr Song "I steh auf Bergbauernbuam" ebenfalls Teil des Programms, denn die Live-Übertragung des wegen Corona ebenfalls adaptierten Events war Teil des Programms von 20.00 bis 22.30 Uhr.

Eine geschlossene Veranstaltung in der Halle, in die sich wohl ein halbes Dutzend Waves-VIPSs verirrt hatte, rundete den Gesamteindruck ab, dass man ohne das Wissen, dass hier ein Festival eröffnet wurde, dies eher nicht sofort bemerkt hätte. Immerhin blieb trotzdem Platz für einen Hauch von Exklusivität. Doch das Festival war ja in Wirklichkeit auch gar nicht da, sondern ins Internet ausgewichen, wo anstatt von Live-Konzerten zuvor aufgenommene Live-Videos zum Streaming bereit standen. 350 Personen wären zwar an den drei Festivaltagen jeweils vor Ort erlaubt, das Problem der möglichen Überfüllung war aber gestern Donnerstag nicht vorhanden - von der war man so weit entfernt, wie von der sonst gewohnten Festival-Stimmung.

Nach dem Amadeus ging es um 22.30 Uhr jedenfalls mit der "Warner Music Night - Virtual Acoustic Edition" weiter, der Brite JC Stewart als Opener brachte aber nur wenig Schwung mit seinen Balladeneinheitsbrei, das gelang dann mit Kollegin Maisie Peters ein wenig besser, die Dame aus Watford nutzte das Video-Format aber auch gekonnter als ihr Vorgänger. Adaptiert werden mussten übrigens auch die Waves-Konferenzen, sie finden ebenfalls mit reduziertem Platzangebot statt. Diskutiert werden dabei die Auswirkungen der Coronakrise oder die Folgen des Brexit für die Musikbranche.

Waves-Festival in Corona-Variante lockte zum Auftakt über 1.300 Gäste

Das Waves-Festival in der Corona-Version hat zum Auftakt am Donnerstag rund 1.300 Zuschauer gelockt, das Verhältnis Online zu Public-Viewing war dabei etwa 5:1: Exakt waren es 1.115 online und 213 Besucher beim Public Viewing im WUK. Die Mischform ergab sich laut Festivaldirektor Thomas Heher aus budgetären Gründen, erwogen wurde zuvor auch ein Open-Air, eine reine Online-Version oder die Absage.

"Die jetzt realisierte Variante ist eine Mischung daraus, aber auch was wir uns aufgrund des geringen finanziellen Spielraums - uns fehlen Sponsoring- und Ticketeinnahmen - und der eingeschränkten Möglichkeiten in Zeiten von Corona leisten können", so die Erklärung von Heher gegenüber der APA. Das endgültige Line-Up war bis zum Start einer ständigen Veränderung unterworfen: "Acts konnten nicht zusagen, andere mussten absagen, im Endeffekt könnte man sagen, dass wir bereits das dritte Waves Festival dieses Jahr machen."

Das man das Wiener WUK mit Public Viewing zum Ort des Geschehens außerhalb des Webs gemacht hat, ist dem Umstand geschuldet, dass das Waves auch immer ein Branchenmeeting war: "Es haben im Endeffekt dann doch etwas mehr als 30 internationale Gäste den Weg nach Wien zum Waves angetreten, und für diese ist das eine Möglichkeit untereinander und mit den KollegInnen aus Österreich zu networken und sich auszutauschen", erläuterte Heher - und das Public Viewing biete zumindest allen anderen Gästen die Möglichkeit die Konzertaufnahmen mit Gleichgesinnten anzusehen.

Absage des Festivals stand im Raum

Auch eine Absage stand natürlich im Raum, wie bei so vielen anderen Events im Zuge der Corona-Pandemie, jedoch war dies für Heher nicht die Option, denn im Gegenteil habe man immer versucht auf neue Gegebenheiten so gut es geht mit Alternativen zu reagieren: "Wir denken, dass das Festival als Netzwerk- und Austauschplattform für die Branche sehr wichtig ist und wir haben bei allen Varianten immer versucht das im Blick zu haben", nannte er seine Motivation dahinter. Darüber hinaus war sei es für das ganze Waves-Team auch sehr wichtig gewesen, zumindest eine abgespeckte Version des Festivals auf Schiene zu bringen, "damit die Arbeit eines ganzen Jahres nicht völlig umsonst war".

Die Option für die Künstler, ihr Konzert vorher live auf Video zu bannen, nutzten einige Musiker zumindest für kreative Umsetzungen: Stefan Weinöhrl, der Booker des Waves Festival nannte gegenüber der APA die Österreicherin Oska, die mit einem 30-minütigen One-Shot-Video, gedreht in einem Wiener Altbau, in welchem sie wahrscheinlich alle Räumlichkeiten für ihre Performance nutzt. Die Band Whales spielte über den Dächern einer portugiesischen Kleinstadt bei Nacht und nutzte Lichteffekte, um die dichte Atmosphäre zur verstärken, während Karpov not Kasparov aus Rumänien von fliegenden Schachfiguren umzingelt "uns zeigen, wie moderner Disco auszusehen hat".

(APA/Red)

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