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Wahlkampfabschluss in Salzburg: SPÖ selbstbewusst, Hoffen und Bangen bei den Grünen

Die SPÖ Salzburg bei ihrem Wahlkampfabschluss.
Die SPÖ Salzburg bei ihrem Wahlkampfabschluss. ©APA
Die SPÖ Salzburg hat am Freitagabend einen selbstbewussten Wahlkampfabschluss gefeiert. SPÖ-Bundesparteichef Christian Kern und der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser kamen als "Anheizer" für Spitzenkandidat Walter Steidl in die Panzerhalle nach Salzburg-Maxglan. Die Grünen zeigten sich bei ihrem "Wahlkampfabtakt" nicht ganz so optimistisch. 

Das rote Trio wurde von rund 200 Parteigängern frenetisch bejubelt. Die engagierte Band spielte den als Fußball-Hymne bekannten Song “Auf uns” des deutschen Sängers Andreas Bourani. “Hier geht jeder für jeden durchs Feuer, und im Regen lassen wir niemanden allein” zitierte Spitzenkandidat Walter Steidl nicht völlig textsicher eine Liedzeile und meinte: “Das ist auch die Philosophie der SPÖ Salzburg.”

Steidl sparte nicht mit Kritik an der Landesregierung

Man sei angetreten, um den Menschen im Land guten Rückhalt zu geben, ihnen Sicherheit zu bieten und ihnen ein gutes Leben zu organisieren. “Kämpfen wir in den letzten verbleibenden Stunden darum, dass wir dieses Vertrauen von den Salzburgern bekommen.” Es sei wichtig, dass die SPÖ am Sonntag dorthin gewählt wird, wo alle Entscheidungen in diesem Land gefällt werden. “Wenn wir da nicht dabei sind, wird Politik gegen uns gemacht. Wir wollen aber im Land ein Gleichgewicht für alle haben.”

Steidl sparte auch nicht mit Kritik an der Landesregierung. “Die Politik der vergangenen fünf Jahre war mutlos, respektlos, visionslos. Es braucht unseren Mut, um diesen Stillstand zu korrigieren.”

Der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser, von der Moderatorin des Abends als “Südwind aus Kärnten” und “Wahl-Kaiser” vorgestellt, streute seinen Salzburger Parteifreunden Rosen. “Die SPÖ hat einen tollen Wahlkampf geführt. Sie hat Kondition, Überzeugung und Einsatzwillen gezeigt – und ein herzeigbares Wahlprogramm präsentiert.” Den Schwerpunkt seiner Motivationsrede bildeten dann freilich heftige Angriffe auf die schwarz-blaue Bundesregierung in Wien. Man müsse nur schauen, wo im aktuellen Budget gekürzt werde und wo es Erleichterungen gebe. “Es gibt hier eine Umverteilungspolitik – von unten nach oben. Dieser Politik gehört eine Absage erteilt: In Österreich, in Salzburg, überall.”

Kaiser und Kern bei Wahlkampfabschluss der SPÖ Salzburg

Kaiser zeige sich überzeugt, dass Salzburg am Wahlabend ein positives rotes Wunder erleben werde. Und in Anspielung auf den Plakatwahlkampf von Walter Steidl, der mit dem Slogan “Steidl-Garantie” warb: “Garantien, die Sozialdemokraten geben, haben einen Vorteil: Sie halten.”

Auch Bundesparteivorsitzender Christian Kern, der die vergangenen beiden Tage in Salzburg für Walter Steidl Wahlwerbung machte, sparte nicht mit Kritik an Schwarz-Blau: Massive Kürzungen bei Beschäftigungsprogrammen, Rückschritte bei Ganztagesbetreuung und Ganztagesschule, Einsparungen bei der AUVA, damit Großunternehmer weniger Beiträge zahlen müssten: “Wir bitten am Sonntag um ein Mandat, diese Politik abzuwählen. Wir wollen Schwarz-Blau nicht auch in Salzburg noch Realität werden lassen.”

Bangen und Hoffen beim Grünen “Wahlabtakt”

Bangen und Hoffen war am Freitagabend beim “Wahlabtakt” der Salzburger Grünen angesagt. Ihnen werden nach dem Rekordergebnis von 2013 deutliche Verluste vorhergesagt. Spitzenkandidatin Astrid Rössler forderte die Partei daher auf, sich im Endspurt ordentlich ins Zeug zu legen, um die Regierungsbeteiligung mit der ÖVP zu verteidigen. Die Stimmung habe sich in den letzten Wochen gedreht: “Da ist was drin.”

“Es wäre verfehlt, wenn wir siegessicher auftreten. Das sind wir nicht. Wir bangen auch, wir hoffen”, sagte Rössler den gut 100 Funktionären und Unterstützern, die zum Wahlkampfabschluss in ein Salzburger Lokal gekommen waren. Es gehe aber um eine “Richtungsentscheidung” darum, ob die ÖVP künftig mit der FPÖ oder den Grünen regieren werde.

Landtagswahl in Salzburg: Felipe zur finalen Unterstützung angereist

Das sah auch die zur Unterstützung angereiste Tiroler Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe so. Österreich brauche eine “starke schwarz-grüne Westachse”, auch als Gegengewicht zur Bundesregierung: “Wir brauchen die vernünftigen Kräfte innerhalb der ÖVP, um das Land nicht von den Türkisen zerstören zu lassen.”

Eine erwartungsgemäß positive Bilanz über fünf Jahre grüne Regierungsarbeit hatte zuvor Sozial- und Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn gezogen. Salzburg sei nach dem Finanzskandal fast pleite gewesen, trotzdem habe es mehr Geld für Behindertenhilfe, zusätzliche Kindergartenplätze und keine Kürzungen bei der Mindestsicherung gegeben.

In Oberösterreich habe Schwarz-Blau dagegen ohne Not die Sozial- und Kulturbudgets gekürzt, kritisierte Schellhorn: “Das müssen wir in Salzburg vermeiden, wir müssen in die Verlängerung. Deswegen brauchen wir einen großen Wahlerfolg.” Außerdem könne man den auf einem Kampfmandat antretenden Langzeit-Klubchef Cyriak Schwaighofer ja nicht in Pension schicken, scherzte Schellhorn: “Obwohl: Das schönste Seniorenwohnhaus in Salzburg heißt St. Cyriak.”

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(APA/Red)

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