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"Viele Ordinationen geschlossen": Ärtzekammer über Anschober verärgert

Die Ärztekammer-Führung verlangt eine Entschuldigung von Anschober.
Die Ärztekammer-Führung verlangt eine Entschuldigung von Anschober. ©APA
Rudolf Anschober wird wegen seiner Aussage über während der Corona-Pandemie geschlossene Arztpraxen scharf kritisiert. Die Ärztekammer ortet darin eine öffentliches Ausspielen von Apothekern und Ärzten.

Aussagen in einer Video-Botschaft von Gesundheitsminister Rudolf Anschober haben am Freitag für Kritik der Ärztekammer für Niederösterreich gesorgt.

Der Grünen-Politiker hatte den Apothekern für ihr Engagement gedankt und bemerkt, dass während des Lockdowns "viele Ordinationen geschlossen waren oder nur reduzierte Öffnungszeiten hatten". Präsident Christoph Reisner ortete darin einen Affront.

Kritik an Anschober für Ausspielen von Ärzten und Apothekern

Apotheken hätten in den vergangenen Wochen und Monaten "maßgeblich das Sicherheitsgefühl" der Österreicher verbessert, die Versorgungssituation abgesichert und so zur "Stabilisierung der Gesamtsituation beigetragen", befand Anschober in einem auf Youtube publizierten Video.

Reisner sah darin ein öffentliches Ausspielen von Ärzten und Apothekern. "Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte hatten während des Lockdowns ihre Ordinationen zu mehr als 90 Prozent geöffnet. Im allgemeinmedizinischen Bereich lag die Quote noch weit darüber", rechnete der Präsident der NÖ Ärztekammer in einer Aussendung vor.

Zahlreiche Praxen auch während Corona-Lockdown offen

Ärzte hätten während der schwierigsten Monate der Pandemie "trotz kaum vorhandenen Schutzmaterials" die medizinische Versorgung in Niederösterreich sichergestellt. Auch bereits der Kammer gemeldete Urlaube von ordinationsführenden Medizinern seien zurückgenommen worden, um die Praxen für die Patienten offen zu halten.

Im Zusammenhang mit Covid-19 hätten im Bundesland 87 Ordinationen behördlich abgesondert werden müssen. "Ein Kollege hat sein Engagement sogar mit dem Leben bezahlt", erinnerte Reisner an den Corona-Tod eines niederösterreichischen Hausarztes Anfang April.

Auch Ärztekammer-Führung kritisiert Anschober

Nach der niederösterreichischen Ärztekammer haben auch ÖAK-Präsident Thomas Szekeres und sein Vize Johannes Steinhart Kritik an Rudolf Anschober wegen dessen Aussage über während der Pandemie geschlossene Arztpraxen geübt. "Das ist einfach nicht richtig und das lässt sich auch gut mit Zahlen belegen", so Szekeres.

90 Prozent aller Kassenordinationen hätten nach den Daten der Sozialversicherung offengehalten. Anderslautende Aussagen von Anschober seien "unrichtig". Sein Vize Steinhart, der auch Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte ist, schlug in eine ähnliche Kerbe: Die niedergelassenen Ärzte seien stets als erste Anlaufstelle für ihre Patienten da gewesen.

"Minister Anschober muss verstehen, welche Empörung es in der Ärzteschaft vor diesem Hintergrund hervorruft, wenn diese Leistung, die unter höchstem persönlichen Einsatz erbracht wurde, tatsachenwidrig missachtet wird", so Steinhart: "Eine Entschuldigung erscheint uns angebracht. Der Einsatz der Ärztinnen und Ärzte muss respektiert und honoriert werden."

(APA/Red)

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