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Vermutlich hoher Betreuungsbedarf an Schulen

Im Volksschulbereich werden mehr Kinder erwartet als an Mittelschulen und AHS-Unterstufen.
Im Volksschulbereich werden mehr Kinder erwartet als an Mittelschulen und AHS-Unterstufen. ©APA (Sujet)
Wie hoch der Betreuungsbedarf an den heimischen Schulen während des zweiten Lockdowns sein wird, war am Montagnachmittag noch völlig unklar. Derzeit laufen an den einzelnen Standorten noch die Erhebungen.
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Auch Lehramts-Studenten sollen betreuen

Vorerst vollkommen unklar ist noch der Betreuungsbedarf an den Schulen ab Dienstag. Das zeigt ein Rundruf der APA in den einzelnen Bildungsdirektionen. Vermutlich wird es dabei große Unterschiede je nach Standort geben - auch aufgrund der Kommunikation der jeweiligen Schulleitung. Jedenfalls wollen die Schulen zumindest am Dienstag möglichst viele Lehrer an den Standort bringen.

Derzeit laufen an den einzelnen Standorten noch die Erhebungen. Wie viele Schüler etwa in Tirol die Betreuung und Lernunterstützung an den Pflichtschulen in Anspruch nehmen würden, ließe sich noch nicht abschätzen, sagte Bernhard Deflorian von der Bildungsdirektion. "Das wäre momentan reines Kaffeesudlesen".

Betreuungsbedarf im zweiten Lockdown vermutlich höher

Auch Salzburgs Bildungsdirektor Rudolf Mair konnte am Montag noch keine Zahlen nennen. "Vielleicht werden es doppelt so viele als im Frühjahr, aber wir wissen es nicht." Er habe jedenfalls die Schulleiter informiert, dass besonderes Augenmerk auf jene Kinder gelegt werden solle, die sich "am unteren Ende der sozialen Leiter" befinden, denn diese bräuchten die maximale Unterstützung.

Der oberösterreichische Bildungsdirektor Alfred Klampfer geht davon aus, dass mehr Eltern die Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder nutzen werden als während des ersten Lockdowns, "besonders im Volksschulbereich". Zahlen, womit kalkuliert wird, nannte man bei der Bildungsdirektion nicht. Ähnlich war der Tenor auch in Wien, Niederösterreich, der Steiermark, Kärnten und dem Burgenland.

Große Unterschiede je nach Schulart

Vermutlich wird es aber große Unterschiede je nach Alter der Kinder und Standort geben. Im Volksschulbereich werden mehr Kinder erwartet als an Mittelschulen und AHS-Unterstufen. Auch der APA vorliegende Elterninformationen lassen je nach Kommunikation der Schulleitung eine unterschiedlich starke Inanspruchnahme erwarten: In einem Info-Schreiben an die Eltern einer Volksschule ist etwa von einem (fettgedruckt) "NOTBETRIEB" die Rede, der "bitte nur in Anspruch genommen werden soll, wenn gar keine andere Betreuungsmöglichkeit für Ihr Kind in Frage kommt". Auch Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl sprach in einer Aussendung von "Hinweisen, dass manche Einrichtungen nur wenige Kinder aufnehmen und den Eltern großer Druck gemacht wird, die Kinder daheim zu lassen".

In einem anderen Elternbrief wird dagegen gleich am Anfang festgehalten, dass "Ihre Kinder bei Bedarf selbstverständlich auch in dieser Zeit vor Ort betreut und pädagogisch unterstützt werden". An wiederum anderen Schulen geht man nach ersten Rückmeldungen sogar von einem so großen Bedarf aus, dass die Kinder gar nicht zur Betreuung an-, sondern nur bei Nichtanspruchnahme davon abgemeldet werden sollen.

Zeitraum für Bekanntgabe "extrem kurz"

Der oberste Lehrervertreter Paul Kimberger (FCG) berichtet im APA-Gespräch von ersten Rückmeldungen, wonach vor allem in den Zentralräumen der Bedarf enorm sei. Teilweise hätten 50 bis 70 Prozent der Eltern angegeben, dass ihre Kinder in die Schule kommen werden. Ob das ein genereller Trend sei, könne er freilich noch nicht sagen, er rechnet auch mit einem gewissen Stadt-Land-Gefälle. "Ich glaube halt, dass das in Wirklichkeit der Intention eines Lockdowns widerspricht." Immerhin hätten die Schulen bisher versucht, die Klassen als Haushaltsgemeinschaften mit möglichst wenigen Außenkontakten zu organisieren. Dies unter den neuen Vorgaben, wonach Kinder das Betreuungsangebot auch stunden- oder tageweise in Anspruch nehmen können, umzusetzen, werde allerdings "sehr schwierig".

Gleichzeitig wies ein Direktor gegenüber der APA darauf hin, dass selbst nach Rückmeldungen der Eltern unklar sei, wie viele Kinder dann tatsächlich kommen werden: "Der Zeitraum für die Bekanntgabe war extrem kurz. Zum Teil konnten sich die Eltern ja erst heute mit dem Arbeitgeber kurzschließen und abklären, ob sie bei den Kindern daheimbleiben können. Da haben sicher viele im Zweifel einmal Betreuungsbedarf angemeldet." Wie es tatsächlich ausschaue, werde man dann am Dienstag und Mittwoch sehen. In jedem Fall werde man am Dienstag versuchen, zunächst einmal so viele Lehrer wie möglich an die Schule zu holen, um auch für einen größeren Ansturm gerüstet zu sein.

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(APA/Red)

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