Vergabechaos im AKH Wien geht weiter - Ausschreibungsgewinner bewirbt sich wieder

Im AKH Wien fliegen weiter die (Putz)Fetzen
Im AKH Wien fliegen weiter die (Putz)Fetzen ©APA
Das AKH Wien kommt einfach nicht zur Ruhe. Jetzt geht - neben Ärzteproteste  - auch der Streit um die angeblich korrupte Vergabe des Putzauftrages in die nächste Runde.
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Der Personaldienstleister Ago Group hatte dabei im Sommer 2010 den Zuschlag bekommen. Die bisherige Reinigungsfirma Janus ging leer aus und legte Beschwerde ein. Nun setzt sich die Ago Group zur Wehr und kündigte eine Neubewerbung an.

Putzauftrag ist 50 Millionen Euro schwer

Wer glaubt, der Putzauftrag in einem riesigen Gebäudekomplex wie dem AKH Wien sei Peanuts, irrt. Es geht um satte 50 Millionen Euro pro Jahr. Und rund um die Auftragsvergabe an die Ago Group wurden wiederholt Korruptionsvorwürfe laut. Demnach soll die Ausschreibung so manipuliert worden sein, dass die bisherige Reinigungsfirma Janus ausscheiden hätte müssen, obwohl diese das günstigste Angebot gelegt hätte. Außerdem ist in einem Bericht von Nötigungen durch hohe Beamte die Rede.

Ago Group ist sich keiner Schuld bewusst

Nun heißt es seitens des damaligen Siegers: “Wir sind uns keiner Schuld bewusst, weil wir als Firma keinerlei Einflussnahme in Form von Geldfluss oder sonst irgendwie unternommen haben.” Zudem sei die Ausschreibung an den Best- und nicht an den Billigstbieter gegangen, fügte Geschäftsführer Heinrich Lachmuth hinzu.

Gleichzeitig stellte Lachmuth klar: “Wir haben immer wieder gehört, dass es einen gewaltigen Preisunterschied von drei Mio. Euro gibt. Auch das BAK (Bundesamt zur Korruptionsprävention und -bekämpfung) hat in ihrem Bericht festgehalten, dass die Firma Janus von Beginn an auszuscheiden gewesen wäre und dann gibt es keinen Preisunterschied von drei Mio. Euro, weil alle anderen Anbieter waren ungefähr auf Augenhöhe.” Daher werde sich die Ago Group bei einer Neuausschreibung wieder bewerben: “Wir haben das beste Preis-Leistungsverhältnis angeboten.”

Ago putzt weiter im AKH Wien

Fest steht jedenfalls, dass die Ago Group bis zur Wirksamkeit der ersten Vertragsaufkündigungsmöglichkeit – das ist Ende 2013 – ihr Personal dem AKH für Reinigungsdienste in dieser Zeit bereitstelle. Es herrsche große Zufriedenheit über die Aufgabenerfüllung der entliehenen Ago Group Reinigungskräfte: “Wir haben vor zehn Tagen 121 Mitarbeiter mit einem Gutschein prämiert. Wir haben diese vom AKH vorgeschlagen bekommen haben, weil sie einen guten Job geleistet haben”, hob Lachmuth hervor.

Eine Neuausschreibung des Reinigungsauftrags im AKH Wien wird laut Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) derzeit vorbereitet. Durchgeführt soll diese von einer externen Stelle werden – möglicherweise durch die Bundesvergabeagentur, wie im KAV betont wurde (Red./APA).

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