Van der Bellen könnte bei BP-Wahl Rekord brechen

Bringt die nächste Bundespräsidenten-Wahl einen Rekord durch Alexander Van der Bellen?
Bringt die nächste Bundespräsidenten-Wahl einen Rekord durch Alexander Van der Bellen? ©REUTERS/Lisa Leutner (Symbolbild)
Alexander Van der Bellen würde bei der Bundespräsidenten-Wahl für das beste Resultat aller dann 14 Direktwahlen 80 Prozent benötigen.
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FPÖ schießt gegen Van der Bellen

Alexander Van der Bellen hätte - gibt er an diesem Wochenende seine neuerliche Bewerbung bekannt - durchaus Aussichten auf das bisher beste Hofburg-Ergebnis. Denn ÖVP, SPÖ und NEOS verzichten bei seiner Wiederkandidatur darauf, eigene Kandidaten ins Rennen zu schicken, und auch eine erfolgreiche parteifreie Kandidatin wie 2016 Irmgard Griss zeichnet sich nicht ab. Für das beste Ergebnis aller dann 14 Direktwahlen bräuchte Van der Bellen im Herbst 80 Prozent.

BP-Wahl: Kirchschläger hält Rekord

Rudolf Kirchschläger hat 1980 bei seiner Wiederkandidatur die bisherige Rekordmarke von 79,87 Prozent gesetzt. Dazu verholfen hat dem parteifreien Juristen und Außenminister neben seiner großen Beliebtheit auch, dass er - nach der Erst-Nominierung durch die SPÖ - beim Zweitantritt (der bisher einzige) gemeinsamer Kandidat von SPÖ und ÖVP war.

Fischer holte bei BP-Wahl 79,33 Prozent

Knapp an Kirchschläger heran kam Heinz Fischer bei seinem zweiten Antreten im Jahr 2010, mit 79,33 Prozent. Dies allerdings getrübt durch die Tatsache der bis heute mit großem Abstand niedrigsten Wahlbeteiligung von 53,57 Prozent. Denn die ÖVP hatte keinen eigenen Kandidaten ins Rennen geschickt - aber dem früheren SPÖ-Spitzenpolitiker (obwohl er 2010 als Unabhängiger antrat) die Unterstützung versagt. Das drittbeste Ergebnis weist Fischers Vorgänger Thomas Klestil auf - mit 63,42 Prozent, ebenfalls im zweiten Wahlgang und nicht mehr von der ÖVP nominiert, sondern als unabhängiger Kandidat.

Alle anderen Hofburg-Wahlen gingen mit Ergebnissen unter 60 Prozent aus - was daran lag, dass so gut wie immer beide Traditionsparteien Kandidaten aufstellten. Das bisher schwächste Ergebnis hatte Franz Jonas (SPÖ) im Jahr 1965 mit 50,69 Prozent, sein Gegenkandidat war der frühere ÖVP-Bundeskanzler Alfons Gorbach.

Mehr als 50 Prozent für Bundespräsident notwendig

Bundespräsident wird, wer über 50 Prozent der Stimmen bekommt - schafft dies kein Bewerber im ersten Wahlgang, muss eine Stichwahl durchgeführt werden. Somit gibt es Ergebnisse letztlich doch angelobter Staatsoberhäupter unter 50 Prozent nur im ersten Wahlgang. Und da hält Van der Bellen bereits einen Rekord. Seine 20,38 Prozent am 24. April 2021 waren das bisher mit Abstand schwächste Ergebnis eines in der Stichwahl dann doch in die Hofburg gewählten Bewerbers.

Bundespräsident: Premiere durch Van der Bellen

Allerdings ist Van der Bellen auch der erste Bundespräsident, der nicht aus den Reihen der SPÖ oder der ÖVP kommt - sondern früher Grünen-Chef war. Und er hatte gewichtige Mitbewerber: FPÖ-Kandidat Norbert Hofer (der sich in der Stichwahl dann geschlagen geben musste) war mit 36,40 Prozent im ersten Wahlgang noch weitaus stärker als er. Die frühere OGH-Präsidentin Irmgard Griss schaffte mit fast 19 Prozent das bisher stärkste Ergebnis einer parteifreien Bewerberin - und Rudolf Hundstorfer (SPÖ) sowie Andreas Khol (ÖVP) schnitten zwar schwach wie nie zuvor Kandidaten ihrer Parteien ab, aber holten zusammen auch rund 22 Prozent.

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(APA/Red)

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