USA kauft um eine Milliarde Dollar Corona-Medikament

Die USA kauften um eine Milliarde Dollar das Corona-Medikament Sotrovimab ein.
Die USA kauften um eine Milliarde Dollar das Corona-Medikament Sotrovimab ein. ©REUTERS/Jonathan Ernst
Um eine Milliarde Doller kauft die USA Dosen des Covid-19-Medikaments von GlaxoSmithKline und Vir Biotechnology. Wie viele Dosen Sotrovimab die USA gekauft hatte, ist nicht bekannt.

Die USA haben sich für rund eine Milliarde Dollar Dosen des Covid-19-Medikaments von GlaxoSmithKline und Vir Biotechnology gesichert. Wie viele Dosen Sotrovimab die USA gekauft haben, gaben die Pharmafirmen am Mittwoch nicht bekannt. Nach Angaben von GSK erhöht sich durch den Deal jedoch die Gesamtzahl der bisher bestellten Dosen für die Behandlung weltweit auf mehr als 750.000. Andere Vereinbarungen beinhalten 10.000 Dosen für Kanada und bis zu 220.000 Dosen für die EU.

USA kauft um eine Milliarde Dollar Antikörpertherapie

Die Lieferung würde bis zum 17. Dezember erwartet. Die USA hätten zudem die Option, bis März weitere Dosen zu kaufen, teilten die Pharmafirmen mit. In klinischen Studien hat die Antikörpertherapie das Risiko einer Krankenhauseinweisung oder eines Todesfalls bei Erwachsenen mit leichtem bis mittelschwerem Covid-19 um 79 Prozent verringert. In den USA hat sie eine Notfallzulassung. In Europa hat die Arzneimittelbehörde EMA grünes Licht für die Verwendung in den Mitgliedstaaten gegeben, obwohl die EU-weite Zulassung noch aussteht.

Pfizer beantragte Notfallzulassung für Covid-Medikament Paxlovid

Unterdessen beantragte das Pharmaunternehmen Pfizer in den USA eine Notfallzulassung für sein Covid-19-Medikament Paxlovid. Die entsprechenden Unterlagen wurden bei der Arzneimittelbehörde FDA eingereicht, wie Pfizer am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Die in einer jüngsten Studie erzielte "überwältigende Wirksamkeit" des Medikaments verdeutliche, dass oral einzunehmende antivirale Therapien eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Covid-19 spielen könnten, sagte Konzernchef Albert Bourla.

Corona-Tablette soll schwere Krankheitsverläufe verhindern

Nach Angaben des Unternehmens von Anfang November verhindert die Corona-Tablette sehr erfolgreich schwere Krankheitsverläufe bei Hochrisikopatienten. Eine Zwischenanalyse von Testergebnissen ergab Pfizer zufolge, dass das Medikament das Risiko von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen bei Covid-19-Patienten um 89 Prozent senke, teilte Pfizer mit. Das gelte bei Behandlungen innerhalb von drei Tagen nach den ersten Covid-19-Symptomen, ähnliche Werte hätten sich bei Behandlungen innerhalb von fünf Tagen ergeben.

Britische Arzneimittelbehörde ließ Tablette Lagevrio zu

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA ließ kürzlich die Tablette Lagevrio (auch bekannt unter dem Namen Molnupiravir) zu. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte Ende Oktober angekündigt, den Einsatz von Molnupiravir zu prüfen.

Experten sind uneins, was Hoffnung in Corona-Medikamente betrifft

Experten sind uneins, was all zu große Hoffnungen in Medikamente gegen Covid-19 in der aktuellen Situation betrifft. "Sie sind wichtig, um schwere Folgen einer Infektion in den Risikogruppen einzudämmen. Aber sie wirken nicht vorbeugend wie die Impfung. Und für die jetzige Krisensituation kommen sie viel zu spät, da sie teils noch gar nicht zugelassen sind", sagte Heinz Burgmann, Internist und Leiter der Klinischen Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin an der MedUni Wien der Tageszeitung "Der Standard" (Mittwochausgabe). Die Regierung solle Molnupiravir und Paxlovid ankaufen, "bevor sie vergriffen sind", sagte Markus Zeitlinger, Leiter der Klinischen Pharmakologie der MedUni zu "Heute". Beide Mittel seien "sehr erfolgversprechend".

(APA/Red)

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