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Umfrage zeigt: Folgen der Krise für Frauen oft härter

Frauen werden oftmals in der Krise mehr belastet.
Frauen werden oftmals in der Krise mehr belastet. ©pixabay.com (Sujet)
Die Coronakrise beschert gebildeteren Frauen größere Zukunftsängste. Außerdem tragen sie den Hauptteil der Belastung während der Krise.

Je höher der Bildungsgrad, desto größer ist die Zukunftsangst der Frauen. Das ergibt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Triple M Matzka im Auftrag der SPÖ-Frauen, die Dienstag veröffentlicht wurde. SP-Frauenchefin Gabriele Heinisch-Hosek fordert u.a. großzügigere Unterstützung aus dem Familienhärtefonds der Regierung. Auch die Caritas verweist darauf, dass die Krise Frauen härter trifft.

Drei Viertel der Frauen befürchten Verschlechterung der beruflichen Situation

Der Umfrage zufolge befürchten fast drei Viertel der Frauen mit Matura oder höherem Abschluss eine Verschlechterung ihrer beruflichen Situation. Damit liegen sie klar über dem Durchschnitt (66 Prozent). "Arbeitsplätze, die einen höheren Bildungsabschluss erfordern, sind sehr stark gefährdet aufgrund dieser Krise", begründet Meinungsforscherin Christina Matzka das Ergebnis. Betroffen seien viele Selbständige, Beschäftigte in Dienstleistungsunternehmen oder in Kunst und Kultur.

Auch auf die Angst um den Arbeitsplatz wirkt sich der Bildungsgrad aus. Durchschnittlich befürchten 34 Prozent der erwerbstätigen Frauen den Verlust ihres Jobs, mit Matura sind es 43 Prozent. Für Matzka ist es die erste Umfrage, in der die berufliche Unsicherheit mit steigendem Bildungsabschluss steigt und nicht wie üblich fällt. Auch Alleinerzieherinnen (44 Prozent) und jene in Kurzarbeit (45 Prozent) haben demnach überdurchschnittliche Angst um ihren Arbeitsplatz.

Frauen tragen den Hauptteil der Belastung in der Krise

Nahezu einig sind sich die Frauen bei der Frage, wer den Hauptteil der Belastungen in der Corona-Krise trägt. 86 Prozent stimmen der Aussage zu, dass dies die Frauen sind. Als Gründe dafür führten sie Kinderbetreuung (61 Prozent), Haushalt (42 Prozent) oder "Alles unter einen Hut bringen" (30 Prozent) an. Die unbezahlte Haushaltsarbeit ist laut Berechnungen der Arbeiterkammer mehrheitlich weiblich. Demnach kommen Frauen im Durchschnitt auf 27 Stunden Familien- und Hausarbeit, Männer auf 16.

Jede zweite Frau mit Kindern im Haushalt und zwei Drittel mit betreuungspflichtigen Kindern berichten von einem höherem Betreuungsaufwand durch die Krise. Ein knappes Drittel (29 Prozent) der Frauen fühlt sich in der Krise nicht ausreichend von öffentlichen Stellen unterstützt. Unter jenen Frauen, die aufgrund der Coronakrise arbeitslos geworden sind, bewertet fast die Hälfte (48 Prozent) die Unterstützung als nicht ausreichend.

Für die Umfrage wurden rund 1.000 österreichischen Frauen im Alter von 15 bis 64 Jahren online befragt. Die Befragung fand von 10. bis 20. April statt.

Folgen der Krise treffen Frauen härter

"Wir wissen, dass es nach Krisen immer die Frauen sind, die mehr darunter leiden, als der Rest der Bevölkerung, weil gewisse Tätigkeiten uns einfach zugeordnet werden", sagte die SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek am Dienstag. Sie fordert, die Höhe der Unterstützungen aus dem Familienhärtefonds nicht vom Zeitpunkt der Arbeitslosigkeit abhängig zu machen. Momentan bekommen jene, die vor 1. März arbeitslos geworden sind, weniger. Zudem brauche es eine Unterhaltsgarantie für Alleinerzieherinnen für den Fall, dass die Väter nicht mehr zahlungsfähig sind. Das Arbeitslosengeld solle von 55 Prozent des letzten Bezuges auf 70 Prozent steigen und Einkommen sollten bis zu einem Brutto-Monatslohn von 1.700 Euro steuerfrei sein, wenn es nach Heinisch-Hosek geht.

Auch das katholische Hilfswerk Caritas macht auf die Zukunftsängste der Frauen aufmerksam. "Die Maßnahmen zur Eindämmung der Krise und ihre Folgen treffen Frauen härter. Das spüren wir ganz deutlich", erklärte die Leiterin der Caritas Sozialberatungsstelle, Doris Anzengruber in einer Aussendung am Dienstag. Die Anfragen in den Beratungsstellen haben sich demnach in Wien zuletzt verdoppelt. Dabei melden sich deutlich mehr Frauen als Männer. "In der zweiten Märzhälfte gab es 564 Hilfsanfragen von Männern und 1.222 Hilfsanfragen von Frauen. Viele Mütter melden sich verzweifelt bei uns, weil sie Homeschooling und Arbeit kaum mehr unter einen Hut bringen oder große finanzielle Zukunftsängste haben", sagte Anzengruber.

(APA/Red)

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