U-Haft über Eltern verhängt, die Tochter in Wien-Döbling misshandelt haben sollen

Als Haftgründe wurden laut Zonsics-Kral Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr angenommen. Der 53 Jahre alte Vater und seine um ein Jahr jüngere Ehefrau bestreiten die Vorwürfe.
Eltern sollen Tochter in Wien-Döbling misshandelt haben - U-Haft verhängt
Die beiden waren am Wochenende auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien unter dem Vorwurf der fortgesetzten Gewaltausübung festgenommen worden, nachdem ihre Tochter eine Polizeiinspektion aufgesucht und gegen die Eltern Anzeige erstattet hatte. Die Tochter dürfte seit ihrer Kindheit unter dem strengen Regime der beiden gelitten und Gewalt erfahren haben. Sie soll seit rund zehn Jahren regelmäßig geschlagen und gequält worden sein. Verbale Demütigungen standen offenbar auf der Tagesordnung. Der Vater soll dem Mädchen bzw. der jungen Frau strafweise Ohrringe vom Ohrläppchen gerissen oder die Tochter mit einem Gürtel gezüchtigt haben, wenn sie nicht seinen Vorgaben und Wertvorstellungen entsprach. Sie soll auch für mehrere Tage in die Wohnung gesperrt und ihrer Freiheit beraubt worden sein.
"Nicht auszuschließen, dass religiöse und ideologische Hintergründe Rolle gespielt haben"
"Es ist nicht auszuschließen, dass religiöse und ideologische Hintergründe eine Rolle gespielt haben", hatte die Landespolizeidirektion am Wochenende erklärt. Die Eltern sind formell staatenlos, stammen aber ursprünglich aus Afghanistan. Die Tochter wirft den beiden auch vor, sie habe unter Androhung von Gewalt für sie Kredite bei einer Bank aufnehmen müssen.
Ermittelt wird gegen das Paar neben fortgesetzter Gewaltausübung und Freiheitsentziehung auch in Richtung schwere Erpressung und schwerer Nötigung. Das LKA, Außenstelle West, führt die weiteren Ermittlungen. Die 23-Jährige befindet sich mittlerweile in einem Frauenhaus.
(APA/Red)