TU Wien: Weltweit erstes Plus-Energie Hochhaus eröffnet

Das neue TU Gebäude soll mehr Energie liefern als es verbraucht.
Das neue TU Gebäude soll mehr Energie liefern als es verbraucht. ©APA
Mit dem neuen Plus-Energie Hochhaus am Getreidemarkt in Wien hat die Technische Universität (TU Wien) am Donnerstag das nach eigenen Angaben weltweit erste Bürogebäude eröffnet, das mehr Energie ins Netz liefern soll als es für Nutzung und Betrieb braucht. Für die kommenden drei Jahre wird der Bau daher zum Forschungslabor.

Das bestehende Hochhaus, in dem nun die Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften untergebracht ist wurde fast vollständig entkernt und in eine wärme- und sonnenschutztechnisch optimierte Fassadenkonstruktion mit integrierter Photovoltaik gehüllt und mit einem hoch technisierten und bis ins kleinste Detail auf Energieeffizienz maßgeschneiderten Innenleben ausgestattet.

Erstes Plus-Enerige Gebäude der Welt

“Es ist tatsächlich das einzige Bürogebäude weltweit, das einen so niedrigen Gesamtenergieverbrauch hat, dass er über die normale Nutzung übers Jahr gedeckt werden kann”, erklärte der wissenschaftliche Projektleiter Thomas Bednar, Forschungsbereichsleiter für Bauphysik und Schallschutz an der TU. Ein gewöhnliches Bürohaus mit einer solchen Geometrie hätte einen Energieverbrauch von rund 460 Kilowattstunden pro Quadratmeter (kWh/m2) Primärenergie. Das Plus-Energie Haus soll hingegen nur 56 kWh/m2 verbrauchen und gleichzeitig über das Jahr gerechnet 61 kWh/m2 an Energie erzeugen. Der Großteil dieser Energie wird durch die mit knapp 2.200 Quadratmetern “größte fassadenintegrierte Photovoltaik-Anlage Österreichs”, aber auch von der Serverabwärmenutzung und der Energierückgewinnung aus der Aufzugsanlage abgedeckt. Der dadurch produzierte Strom wird direkt im Gebäude verwendet. Auch der komplette Heizbedarf im Winter wird durch die Abwärme des Serverraums abgedeckt.

Hörsäle wurden angepasst

Mit dem Wintersemester ich auch der Betrieb im neuen Gebäude voll angelaufen. Für einen reibungslosen und energieeffizienten Ablauf musste man auch einiges an Überzeugunsarbeit leisten. So musste man Bildschirme und Laptops gegen energieeffizientere Modelle tauschen. “Das ist ein kompletter Bruch mit Gewohnheiten”, so Bednar. Vieles, was an Forschung und Technologie in dem Gebäude steckt, ist für den Besucher nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Erst wenn man durch einen Gang geht und das Licht automatisch an- und ausgeht, es einen also “verfolgt”, bemerke man laut Bednar, dass das Gebäude “ein gewisses Eigenleben” besitzt. Auch wenn man einen Raum verlässt, schaltet sich das Licht von selbst aus. Wie die Beleuchtung ist auch das Raumklima automatisiert, aber individuell einstellbar.

Bürohaus als Forschungsgegenstand

Wie effizient das Gebäude nun tatsächlich ist wird man frühestens in drei Jahren eindeutig festellten können. Dann wird ein Bericht über den realen Verbrauch dieses Demonstrationsprojekts des Förderprogramms “Haus der Zukunft” erstellt. “Wir hoffen, dass wir wenigstens irgendwo gescheitert sind, weil sonst wäre es ja keine Forschung mehr”, so der Projektleiter. Die Gesamtkosten für die Sanierung betrugen exklusive Fördermittel ca. 19,4 Mio. Euro.

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