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Tonsüchtig - Kritik und Trailer zum Film

Von außen kennen sie Musikfans bestens: Die Wiener Symphoniker sind eines der renommiertesten Orchester dieses Landes und strahlen auch über die Grenzen hinaus. Wie so ein Klangkörper aber funktioniert, wer das große Ganze erst funktionsfähig macht, das untersuchen Malte Ludin und Iva Svarcova mit ihrem Dokumentarfilm "Tonsüchtig". Hier wird der Blick nach innen gerichtet, erfährt man mehr über die Schattenseiten abseits des Rampenlichts und erahnt letztlich, wie viel Aufopferung, Übung und Hingabe für den Wiener Klang notwendig sind.

Es ist eine bunte Selbsthilfegruppe an "Tonsüchtigen", die das Duo Malte Ludin und Iva Svarcova in seinem gleichnamigen Dokumentarfilm in den Fokus nimmt: die Wiener Symphoniker. Die Filmemacher richten den Blick dabei auf die einzelnen Zellen, die diesen Klangkörper bilden, erzählen nicht von Historie und Tourkalender. Eine charmante Annäherung an ein Spitzenorchester. Ab Freitag im Kino.

Tonsüchtig - Kurzinhalt zum Film

Ein Orchester ist nur so gut wie seine einzelnen Mitglieder. Von dieser Binsenweisheit ausgehend, lassen Ludin und Svarcova zahlreichen Symphonikern Raum, über ihr Werden, ihr Sein und ihre Ängste zu sprechen. Da ist der jüdische Hornist aus den USA, der im Boden des Musikvereins Gesichter sieht, um sich von der Nervosität abzulenken und diese auf Leinwand bannt. Oder eine cellistische Liebesgeschichte, die sich über zwei Pulte hinweg entwickelt hat.

Die Schattenseiten des Hochleistungsbetriebes werden dabei aber auch nicht ausgespart, wenn etwa der Orchesterwart zu Wort kommt, der eigentlich Musiker war, jedoch dem Druck letztlich nicht standhielt. Die persönliche Rückschau, letztlich von den Eltern zum Instrument gezwungen worden zu sein, offenbart Ambivalenzen, während auch der Abschied vom Solistentraum und die Annahme des Weges eines Orchestermusikers oftmals nicht schmerzfrei verläuft. Und wie geht es der Ehefrau mit dem Umstand, dass der eigene Mann gefühlt auch mit dem Cello verheiratet ist? Das Rampenlicht wirft eben immer auch Schatten.

Tonsüchtig - Die Kritik

Letztlich ist die vollendete Kunst ohne Aufopferung, Übung und Hingabe aber auch nicht zu haben, was allen Beteiligten klar ist, darunter auch dem scheidenden Chefdirigenten Philippe Jordan und dem künftigen "Boss" Andres Orozco-Estrada, die beide in ihrem unterschiedlichen Ansatz gezeigt werden. "Tonsüchtig" verzichtet dabei auf klassische Talking Heads, sondern zeigt die Gesprächspartner beim Rudern auf dem Bodensee, beim Zirkeltraining mit dem Pferd oder den Dirigenten im Point-of-View-Modus.

Und nicht zuletzt ist der Dokumentarfilm ein Abschied vom legendären alten Konzertmeister Florian Zwiauer, der nochmals ein Solo im leeren Konzerthaus vor der Kamera bekommt sowie ein Einstand für seine Nachfolgerin Sophie Heinrich, deren Kür im Rahmen des nervenzerreißenden Vorspielprozesses gezeigt wird. So holt "Tonsüchtig" die Wiener Symphoniker letztlich vom entrückten Podest der Kunstheroen und zeigt die menschliche Seite der Spitzenmusik. Und dem Film ist zu verdanken, dass man beim nächsten Konzert das Gefühl haben wird, mit lauter alten Bekannten in einem Raum zu sitzen.

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(APA/Red)

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