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Terror in Wien: Islamische Glaubensgemeinschaft "tief betroffen"

Die IGGÖ (im Bild Präsident Ümit Vural) steht auch im Austausch mit der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien.
Die IGGÖ (im Bild Präsident Ümit Vural) steht auch im Austausch mit der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Die Islamische Glaubensgemeinschaft richtete nach den Anschlägen in Wien ihr tiefstes Mitgefühl aus. Auch bot sie den Sicherheitsbehörden umfassende Kooperation an.
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Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) hat sich nach dem Terroranschlag in Wien "tief betroffen und fassungslos" gezeigt. "Unsere Gedanken sind in diesen Stunden bei den Betroffenen, ihren Familien und den Einsatzkräften. Mögen Sie den Einsatz wohlbehalten überstehen", hieß es am Dienstag in einem knappen Statement auf Facebook.

IGGÖ bietet Kooperation an

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) hat nach dem Terroranschlag in Wien auch uneingeschränkte Kooperation mit den Sicherheitsbehörden angeboten. Man wisse über den oder die Täter auch nicht mehr, als das Innenministerium am Dienstag bekannt gegeben hat, sagte eine Sprecherin zur APA. Die Polizei könne auch jederzeit in Kontakt mit den Extremismus-Präventionsexperten der Glaubensgemeinschaft treten.

Die IGGÖ werde noch am Dienstag mehrere Gremiensitzungen einberufen, kündigte die Glaubensgemeinschaft an. Dabei werde es auch darum gehen, ob der Täter überhaupt in die Gemeinschaft eingebunden gewesen oder aufgefallen sei. "Für uns ist es auch wichtig, ob es ein Zufall war, dass der Anschlag vor der Synagoge stattgefunden hat", sagte die Sprecherin zudem. Seit dem Abend des Anschlags sei man in ständigem Kontakt mit der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG).

Täter nicht in IGGÖ engagiert

Der Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Ümit Vural, hat den Terroranschlag in Wien auch persönlich verurteilt. "Wir sind immer noch zutiefst betroffen, erschüttert und fassungslos", sagte er am Dienstag in einem Statement. Es handle sich um eine "feige, abscheuliche Tat". Unmittelbar engagiert haben soll sich der Täter in der Glaubensgemeinschaft nicht.

"Es ist ein Angriff auf unser Wien", sagte Vural zum Anschlag Montagabend. "Jetzt hat uns der Terror erstmals in unmittelbarer Nähe in unserer Bundeshauptstadt aufgesucht." Nun gelte es für die gesamte Gesellschaft, zusammenzustehen und gegen eine Spaltung aufzutreten. "Unsere liberale Rechtsordnung ist stärker als Gewalt und Terror", meinte Vural.

Attentäter schaden der Glaubensgemeinschaft

Vural drückte auch das Mitgefühl der IGGÖ für die Opfer und deren Angehörigen aus. Als er von dem Anschlag gehört habe, so der IGGÖ-Präsident, habe er sofort den Wiener Gemeinderabbiner angerufen, der ein Freund sei. Menschen wie der Attentäter würden der Islamischen Glaubensgemeinschaft am meisten uns schaden. Daher müsse man weiterhin verstärkt auf Prävention von Radikalismus sorgen.

"Derzeitiger Informationsstand" in der IGGÖ sei, so Vural, dass der Täter "nicht aus unserer unmittelbaren Religionsgemeinschaft" war. Der Imam Ramazan Demir, selbst ehemaliger Gefängnisseelsorger, betonte, dass der Mann bereits in Haft gewesen sei, was ihn "umso trauriger" mache, denn: "Gefängnisse sind Brutstätte der Radikalisierung." Es gelte weiterhin, Extremisten zu deradikalisieren.

Auch der Leiter der Kontaktstelle für Extremismusprävention in der IGGÖ, Nadim Mazarweh, plädierte dafür, entschlossen gegen Extremismus vorzugehen. Schon in den vergangenen Tagen sei in einschlägigen Foren erkennbar gewesen, "dass sich da was tut", merkte er an. Es gelte, die Rhetorik dieser Menschen deuten zu lernen, um derartige Terroranschläge zu verhindern.

Türkischer Verein ATIB "tief erschüttert"

Neben der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) hat auch der türkische Moscheenverein ATIB den Terroranschlag in Wien scharf verurteilt. "Gestern Abend war die Wiener Innenstadt Schauplatz eines grausamen Anschlages, der uns alle tief erschüttert und mitgenommen hat, unsere Gedanken sind bei den Opfern, den Verletzten und ihren Angehörigen", sagte Vorsitzender Fatih Yilmaz am Dienstag in einer Aussendung. Er dankte den Einsatzkräften und der Regierung.

Als beispielhaft bezeichnete Yilmaz "die differenzierte und bedachte Darstellung des Bundeskanzlers Sebastian Kurz, nicht alle Muslime über einen Kamm zu scheren". Es seien herausfordernde Zeiten, die uns bevorstehen. "Wir sind mehr denn je angehalten unsere demokratischen Werte und unsere plurale Gesellschaft zu wahren", befand der ATIB-Vorsitzende. "Terror hat keine Religion und keine Heimat, sie hat das alleinige Ziel, nämlich das Schüren von Ängsten und die Spaltung unserer Gesellschaft. Zusammenhalt und Solidarität können, die einzig richtige Antwort darauf sein."

KAICIID verurteilt "abscheuliche Tat"

Auch das "König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog" (KAICIID) meldete sich am Dienstag mit einer Verurteilung des Anschlages von Wien zu Wort.

"Das Direktorium des KAICIID besteht aus führenden VertreterInnen der Weltreligionen" hieß es in einer Aussendung. "Als solche verurteilen wir derartige Taten kategorisch und unterstreichen erneut die bedingungslose Achtung und Unantastbarkeit des menschlichen Lebens in allen Glaubensrichtungen, sowie unsere Ablehnung von jeglichem Missbrauch der Religion und des Glaubens zur Rechtfertigung von Gewalt."

"Wir sprechen hiermit den Familien und allen Angehörigen jener, die von dieser abscheulichen Tat betroffen sind, unser tiefstes Mitgefühl aus", hieß es weiter. "Dem Land Österreich, welches zum Opfer dieses neuerlichen Kreislaufs terroristischer Gewalt in Europa wurde, gilt unsere profunde Solidarität."

Auch Evangelische Kirche "tief betroffen"

"Tiefe Betroffenheit" haben auch Vertreter der Evangelischen Kirche in Österreich nach dem Terroranschlag in der Wiener Innenstadt geäußert. "Wenn die Worte versagen, bleibt mir nur das stille Gebet für die Opfer und ihre Angehörigen und die Helferinnen und Helfer", äußerte sich der evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka in sozialen Medien. "Wien hält zusammen für das Leben in dieser Stadt. Terror darf den Zusammenhalt nicht spalten!"

(APA/red)

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