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Steiermark-Wahl: Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ) im Porträt

Claudia Klimt-Weithaler ist Spitzenkandidatin der steirischen KPÖ.
Claudia Klimt-Weithaler ist Spitzenkandidatin der steirischen KPÖ. ©APA/KARIN ZEHETLEITNER
Claudia Klimt-Weithaler zieht bereits zum vierten Mal in eine steirische Landtagswahl ein. Es ist jedoch nicht nur eine wiederholte Teilnahme, sondern auch ein wiederholtes Zittern um den Verbleib in der Landstube.
Steiermark-Spitzenkandidaten im Kurzporträt

Ernest Kaltenegger war einmal - die steirischen KPÖ-Frontfrauen sind die Aushängeschilder ihrer Bewegung. Neben der Grazer Stadträtin Elke Kahr ist dies die gebürtige Obersteirerin Claudia Klimt-Weithaler (48). Die Chefin der zweiköpfigen Landtagsfraktion hat bei jeder ihrer nun schon vier Landtagswahlen ein Deja-vu bezüglich Zittern um den Verbleib in der Landstube. Seit 2010 ist sie Klubobfrau.

Deja-vu: Klimt-Weithaler kämpft erneut um Verbleib in der Landstube

Ausgegangen ist es sich aber noch jedes Mal - und ohne die Kommunisten und speziell Klimt-Weithaler würde im steirischen Landtag tatsächlich ein wesentlicher Oppositionsgeist fehlen. Die Klubchefin ist im steirischen Landtag bei politischen Gegnern anerkannt: Im Sozialbereich ausgesprochen fachlich versiert, klar im Ausdruck und keine Freundin des persönlichen Untergriffs. Als Nachfolgerin der steirischen KPÖ-Legende Ernest Kaltenegger an der Klubspitze im Jahr 2010 obliegt ihr nun das dritte Mal die Hauptlast des Ringens um einen Wiedereinzug in die Landstube. Wobei - schon wieder Deja-vu - es ist dies schon die zweite vorverlegte Wahl für "CKW".

Werdegang von Klimt-Weithaler

Die ausgebildete Kindergartenpädagogin gilt als Spezialistin in Sozialfragen, nach drei Perioden im Landtag hat sie sich ein geschärftes politisches Profil erarbeitet. Geboren wurde Klimt-Weithaler 1971 in der obersteirischen Industriestadt Fohnsdorf. Nach dem Besuch der Volks- und Hauptschule und der Ausbildung zur Kindergartenpädagogin übersiedelte sie nach Graz, in den Arbeiterbezirk Liebenau. Dort begann sie ein Pädagogikstudium parallel zu Anstellungen in unterschiedlichen Kinder- und Jugendorganisationen sowie in Frauenprojekten. Der KPÖ trat sie erst im März 2000 bei, in der Anfangszeit der ÖVP-FPÖ-Koalitionsregierung. Der quasi Quereinsteigerin hört man an, dass sie ihren Lebensweg lange außerhalb von Parteistrukturen machte: Sie bedient sich weder im Landtag noch im persönlichen Gespräch des häufigen "Politikersprechs".

Klimt-Weithaler setzt auf Soziales und Bildung

Die Mutter zweier Töchter - 13 und 17 Jahre alt - lebt in Graz. Als Alleinerzieherin weiß sie, wo ihrer potenziellen Wählerklientel der Schuh drückt - u.a. bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. 2003 baute sie eine Kinderkrippe mit dem Schwerpunkt "geschlechtssensible Pädagogik" auf, bis Februar 2010 war sie dort Geschäftsführerin. Seit Herbst 2005 ist sie Landtagsabgeordnete der KPÖ mit den Schwerpunkten Soziales und Bildung, ab 1. März 2010 übernahm sie von Ernest Kaltenegger den Klubvorsitz. Im Landtagswahlkampf 2010 gelang es ihr und ihren Mitstreitern, trotz Verlust von zwei Mandaten die einzige KPÖ-Vertretung in einem österreichischen Landtag zu halten. Dass der Pflegeregress im Frühsommer 2014 zurückgenommen wurde, darf sich die Kommunistin zu einem Gutteil auf ihre rote Fahne schreiben.

KPÖ blieb eigenen Anliegen treu

In der - nun vorzeitig beendeten Legislaturperiode 2015-2020 blieb sie - zusammen mit dem zweiten KPÖ-Mandatar, dem bisweilen polternden Werner Murgg den sozialen Anliegen treu: Erreicht wurden Verbesserungen bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie oder beim lange umstrittenen Thema Wohnunterstützung. Ein Schwerpunkt war der Kampf zum Erhalt der drei Spitäler als solche im obersteirischen Bezirk Liezen, gekrönt von einem Erfolg bei der mit FPÖ und Grünen initiierten Volksbefragung im Bezirk.

Neben ihrer Leidenschaft, dem Diskutieren über jedwedes Thema - Klimt-Weithaler gibt Politiker-untypisch offen zu, wenn sie etwas nicht weiß und keine Antwort parat hat - liest sie sehr gerne. Wenn nicht gerade Wahlkampf ist.

>>> Weitere Informationen zur Steiermark-Wahl gibt es hier.

(APA/Red)

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