Staatsanwaltschaft prüft Spendenvorwürfe gegen Strache bei Wien-Wahl

Ein Unternehmer soll im Zuge der Wien-Wahl eine Wahlkampfspende über 600.000 Euro an eine Schutzmaskenfirma getätigt haben, bei der Strache involviert ist
Ein Unternehmer soll im Zuge der Wien-Wahl eine Wahlkampfspende über 600.000 Euro an eine Schutzmaskenfirma getätigt haben, bei der Strache involviert ist ©APA/GEORG HOCHMUTH
Ein Spendenvorwurf gegen Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache wird nun geprüft: Ein Unternehmer soll in seinem Auftrag im Zuge der Wien-Wahl 600.000 Euro an eine Schutzmaskenfirma gespendet haben.
Strache scheitert bei Wien-Wahl

Laut einer der APA vorliegenden anonymen Anzeige soll Strache einen Unternehmer dazu gebracht haben, ihm für den Wien-Wahlkampf 600.000 Euro bereitzustellen.

Wahlkampf-Spende floss offiziell an Schutzmaskenhersteller

Um eine Deklarierung als Spende zu vermeiden, soll der Betrag aber an einen Schutzmaskenhersteller geflossen sein. Sowohl Strache, als auch die Firmenleitung bestreiten dies. Der Spender will nun angeblich sein Geld zurück. Die Staatsanwaltschaft überprüft diese Vorwürfe nun.

Strache soll bereits seit längerem mit dem Unternehmer befreundet sein und diesen im Sommer 2020 auf eine Wahlkampfspende angesprochen haben. Um einer Meldung an den Rechnungshof zu entgehen, habe er den Mann gebeten, den Betrag - es könnte sich auch um ein Darlehen handeln - auf das Konto der Maskenfirma zu überweisen, heißt es in der anonymen Anzeige. Strache selbst soll in das Unternehmen involviert sein und Honorare erhalten.

Unternehmer will nun 600.000 Euro zurück

Einen Zusammenhang gibt es laut der Anzeige auch mit jenem serbischen Vliesstoff-Hersteller, an dem Strache beteiligt ist. Die 600.000 Euro könnten direkt in dieses Engagement geflossen sein, wird in der Sachverhaltsdarstellung spekuliert. Der Unternehmer, der gespendet hatte, soll nun sein Geld zurückverlangen, da der Betrag nicht in den - letztlich erfolglosen - Wien-Wahlkampf geflossen ist.

In das Reich der Mythen verwies der Generalsekretär des Team HC, Christian Höbart, die in der Anzeige erhobenen Vorwürfe. In einer schriftlichen Stellungnahme nach Rücksprache mit Strache selbst hieß es gegenüber der APA: "Es gab zwischen dem Team HC Strache und diesem Herrn keine einzige wie auch immer geartete Vereinbarung und damit auch keinen Kreditvertrag." Auch der Geschäftsführer der heimischen Maskenfirma bestritt den in der Anzeige erhobenen Vorwurf.

Staatsanwaltschaft bestätigt Ermittlungen

Vonseiten der Staatsanwaltschaft bestätigte man jedenfalls das Einlangen der Sachverhaltsdarstellung. Diese werde derzeit geprüft, hieß es auf APA-Anfrage. Ob konkrete Ermittlungsschritte eingeleitet werden, der Fall an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft abgetreten, oder die Anzeige niedergelegt wird, ist derzeit offen.

(APA/Red)

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