SPÖ Steiermark: Anton Lang könnte nächster Parteichef werden

Anton Lang (links) soll Verhandlungen mit der ÖVP führen.
Anton Lang (links) soll Verhandlungen mit der ÖVP führen. ©APA/ERWIN SCHERIAU
Nur wenige Stunden nach dem Rücktritt des steirischen SPÖ-Parteichefs Michael Schickhofer wurde Anton Lang als Nachfolger bekanntgegeben.
Vorläufiges Ergebnis der Steiermark-Wahl

Die steirische SPÖ hat in einem Parteivorstand Montagnachmittag nach der verlorenen Landtagswahl Vizeklubchef Jörg Leichtfried mit der Führung der Partei beauftragt. Landesrat Anton Lang soll die Regierungsverhandlungen mit der ÖVP führen und in weiterer Folge Parteichef und eventuell LHStv. werden. Die Personalia wurden nach dem Rücktritt von LHStv. und Parteichef Michael Schickhofer erforderlich.

Lang soll Verhandlungen mit ÖVP führen

Lang trat nach über zweistündiger Sitzung im Parteihaus in Graz-Eggenberg vor die Presse und sagte, er sei vom Landesparteivorstand legitimiert worden, die Verhandlungen mit der ÖVP zu führen. "Wir sind noch diese Woche zu einem Gespräch eingeladen. Wenn wir auch zu einer Koalition mit der ÖVP eingeladen werden, werde ich die weiteren Gespräche führen", sagte Finanzlandesrat Lang.

"Es kann auch ein Thema sein, den Parteivorsitz zu übernehmen, warten wir ab." Aus seiner Sicht sei das dann auch nicht nur für eine kurze Zeit. Zu Koalitionsbedingungen vonseiten der SPÖ - etwa die Zahl der Landesräte (derzeit vier, Anm.) in einer neuen Regierung - wollte Lang noch nichts sagen, auch nichts zu einem baldigen Landesparteitag.

Leichtfried übernimmt nur kurzfristig

Leichtfried bedankte sich bei Michael Schickhofer "für dessen Einsatz, Engagement, Ehrlichkeit, Anstand und Konsequenz, mit der er in diese Situation gegangen ist. Wir müssen über die kurzfristige und mittelfristige Zukunft nachdenken. Ich bin beauftragt, die Führung für eine befristete Zeit zu übernehmen. Lang wird Koalitionsgespräche führen, so wie in Verhandlungen kommen, um dann die Dinge auf eine längerfristige Basis zu stellen", sagte Leichtfried. Auf die Frage, ob er den Parteivorsitz übernehmen könnte, antwortete der Vizeklubchef, dass er in Wien eine sehr interessante Aufgabe habe. Laut Landesgeschäftsführer Günter Pirker sind die Beschlüsse fast einstimmig, nur mit einer Gegenstimme und Enthaltung erfolgt.

Bildungslandesrätin Ursula Lackner lobte Schickhofer für seinen "unglaublichen Energieeinsatz und intensives Engagement, mit dem er die Partei geführt hat, auch für die letzten Wochen gebührt ihm unser besonderer Dank. Es ist ihm zu verdanken, dass die SPÖ zu einer Wahlbewegung geworden ist, wo nicht gefragt wurde, ob man etwas machen soll, sondern was und wie viel man macht. Dafür hat es Standing Ovations gegeben", sagte Lackner. Schickhofer habe das Gemeinsame und das große Ganze vor das Eigene gestellt.

SPÖ-Landesrat Anton Lang: Zur Person

Anton Lang, seit Mai 2016 steirischer Landesrat, hat eine recht flotte Karriere in der SPÖ in der Leobener Stadtpolitik, Landtag und Landesregierung gemacht. Seit 2017 werkt er als Finanzlandesrat. Mit der ÖVP hat er gut zusammengearbeitet, die Chemie dürfte stimmen, während der nun zurückgetretene Parteichef Michael Schickhofer mit ÖVP-LH Hermann Schützenhöfer zunehmend im Zwist war.

Lang hat sich für das steirische Luftreinhalte-Programm eingesetzt, dabei konnten die Feinstaubsanierungsgebiete im Land reduziert werden. Er setzt vor allem auf den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und kann sich dabei auf ein gut ausgebautes S-Bahn-System stützen, das ständig erweitert und verdichtet wird. Ein besonderes Augenmerk legt er auf Regiobusse - dort, wo keine Bahnstrecken existieren und auf das sogenannte "Top-Ticket" für Studierende. Seine Umweltmaßnahmen gingen den Grünen im Landtag bisher nicht weit genug, weshalb es regelmäßig dringliche Anfragen an ihn setzte. Dabei bekam der als verbindlich geltende Politiker in den Monaten vor der Landtagswahl zunehmend einen "Rappl". Mit der ÖVP soll er nun nach dem Willen des zurückgetretenen SPÖ-Chefs Schickhofer Koalitionsgespräche führen. Lang könnte in weiter Folge auch die steirische Partei als Vorsitzender übernehmen.

Anton Lang (geb. 12. November 1959 in Leoben) maturierte in seiner Heimatstadt und arbeitet danach in der örtlichen Sparkasse - eine Tätigkeit, wo er als Revisor wertvolle Erfahrungen für seine späteren politischen Aufgaben im Finanzbereich der Stadt und des Landes sammelte. Lang ist Ortsvorsitzender der SPÖ Leoben-Hinterberg und war Gemeinderat für Jugend und Sportangelegenheiten in Leoben. Im Juni 2009 wurde er Klubobmann seiner Partei im Leobener Gemeinderat, ab April 2014 fungierte er als Finanzstadtrat.

Ende Oktober 2008 rückte er in den steirischen Landtag auf. Am 18. Mai 2016 wurde Lang als Nachfolger von Jörg Leichtfried, der als Verkehrsminister nach Wien ging, Landesrat für Verkehr, Umwelt, erneuerbare Energien und Sport. Dabei setzte er bis kurz vor der Landtagswahl etliche Initiativen zum Ausbau der S-Bahn und des Mikro-ÖV. Am 4. Juli 2017 gab der damalige SPÖ-Chef Schickhofer bekannt, das Finanzressort in die Hände von Lang zu legen. Lang zeichnete danach u.a. für Doppelbudgets verantwortlich.

(APA/Red)

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