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Soldaten in Post-Zentrum Hagenbrunn positiv getestet

Zwei Soldaten wurden im Paketzentrum Hagenbrunn positiv getestet.
Zwei Soldaten wurden im Paketzentrum Hagenbrunn positiv getestet. ©APA/ROBERT JAEGER
Bei zwei Soldaten im Post-Zentrum Hagenbrunn wurde das Coronavirus nachgewiesen. Die Männer zeigen keine Symptome, sie wurden ebenso wie neun Kontaktpersonen in häusliche Quarantäne geschickt.
Zuordnungsfehler bei Corona-Tests in Hagenbrunn

Im Logistikzentrum Hagenbrunn der Post sind nach Angaben des Bundesheeres vom Freitag zwei Soldaten positiv auf Covid-19 getestet worden. Beide hätten keine Symptome aufgewiesen. Sie befinden sich einer Aussendung des ABC-Abwehrzentrums Korneuburg zufolge ebenso wie neun Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne.

Im Logistikzentrum war im Auftrag der Bezirkshauptmannschaft Korneuburg eine Stichprobentestung der seit dem vergangenen Wochenende eingesetzten Angehörigen des Bundesheeres durchgeführt worden. Soldaten des ABC-Abwehrzentrums hätten sofort nach Bekanntgabe der Ergebnisse eine außerplanmäßige Desinfektion der Arbeitsbereiche in Hagenbrunn durchgeführt.

"Die in Hausquarantäne befindlichen Soldaten wurden durch Soldaten der Streitkräftebasis ersetzt. Die Arbeiten im Postverteilerzentrum werden planmäßig fortgesetzt", teilte das ABC-Abwehrzentrum mit. Die Gesundheitsbehörde beabsichtige, in der kommenden Woche alle in Hagenbrunn eingesetzten Soldaten und Bediensteten auf Covid-19 zu testen.

Bundesheerkommission stellt Quartier gutes Zeugnis aus

Vertreter der Parlamentarischen Bundesheerkommission haben am Freitag die Dabschkaserne in Korneuburg besucht und sich ein Bild von der Unterbringung der im Post-Verteilerzentrum in Hagenbrunn eingesetzten Soldaten gemacht. "Die Unterbringung dort ist in Anbetracht der kurzen Zeit, in der sie organisiert wurde, top", erklärte Präsidiumsmitglied Otto Pendl (SPÖ) gegenüber der APA.

Es sei alles, was machbar ist, in der kurzen Zeit auf die Füße gestellt worden. In Sachen Hygiene und Covid-19-Regeln ist alles auf dem "Stand der Technik und Wissenschaft", so Pendl: "Das kann man nicht besser machen." Etwa werde darauf geachtet, dass sich die verschiedenen Schichten nicht begegnen, um sich nicht gegenseitig anzustecken.

Soldaten hätten sich zu Hause angesteckt

Dass zwei Soldaten im Logistikzentrum Hagenbrunn dennoch positiv auf Covid-19 getestet worden waren, wie am Freitag bekannt wurde, liege daran, dass rund ein Drittel der Mannschaft zuhause untergebracht sei. Diese seien aus dem Großraum Wien, erklärte Pendl. Und im privaten Bereich sei eine Ansteckung nicht so leicht zu verhindern.

Voll des Lobes war Pendl für die Arbeit des ABC-Abwehrzentrums. Die Dekontaminierungs-Maßnahmen seien "top und auf dem letzten Stand der Technik".

"Alles musste sehr schnell gehen"

Zu den vor einer Woche in sozialen Medien veröffentlichten Vorwürfen, meinte Pendl nur, dass alles recht schnell gehen musste. "Die Hallen sind aber geheizt, trocken und gut belüftet", so Pendl. Zudem seien zusätzliche Sanitärcontainer aufgestellt worden. Und dass es die ersten zwei Tage nur eine Kaltverpflegung gegeben habe, sei eben dem Umstand geschuldet, dass alles sehr schnell habe gehen müssen.

Post-Chef: Vorwürfe zu Hygiene "aus der Luft gegriffen"

Der Generaldirektor der Post, Georg Pölzl, hat rund um den Einsatz des Bundesheeres im Postverteilzentrum Hagenbrunn betont, dass es sich um eine "freiwillige Vorsichtsmaßnahme" des Unternehmens handle, nicht um eine behördliche Entscheidung. Vorwürfe, dass dort ohne Abstands- und Hygienemaßnahmen gearbeitet worden sei, seien "aus der Luft gegriffen", sagte er im "Mittagsjournal" des Ö1-Radios.

Dankenswerterweise seien 300 Bundesheer-Soldaten in Hagenbrunn zu Hilfe geeilt, so Pölzl. Das sei auch dem "guten Kontakt" seines Unternehmens "zu den Gesundheitsbehörden in Niederösterreich und Wien" geschuldet, so der Post-Chef.

Vorwürfe der mangelnden Hygienemaßnahme von Arbeitnehmervertretern wies er zurück. Zur Infektion mit dem Virus gebe es nur in zwei von 15 Verteilerzentren eine Häufung, so Pölzl. Die Infektionsketten müssten die Gesundheitsbehörden nachvollziehen.

Auch dass das Problem mit der Beschäftigung von Zeitarbeitern zusammenhänge, wie dies ebenso Arbeitnehmervertreter etwa von der GPA-djp thematisierten, tat der Post-Chef ab. In der Post seien nur zwei bis drei Prozent der Beschäftigten von Zeitarbeitsfirmen, die "strenge Verträge" mit der Post hätten, bereitgestellt. In den Verteilzentren seien es zehn bis 15 Prozent. Bei Prüfungen der Finanzpolizei Ende 2019 und dieser Tage sei es zu keinen Beanstandungen gekommen, so Pölzl.

SPÖ, FPÖ und Gewerkschaft fordern Konsequenzen nach "Post-Skandal"

Dass Post-Zeitarbeitnehmer bei der Entstehung eines großen Coronavirus-Clusters in Ostösterreich eine Hauptrolle spielen, wirft erneut kein gutes Licht auf die Verhältnisse in der Logistikbranche. Am Freitag riefen SPÖ, FPÖ und die Gewerkschaft die Regierung um Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zum Handeln auf. "Der Post-Skandal ist unverzüglich aufzuarbeiten", forderte die SPÖ-Abgeordnete Ruth Becher.

Auch die FPÖ-Abgeordnete Dagmar Belakowitsch forderte eine lückenlose Aufklärung. Denn das Post-Management habe "ein inakzeptables Fehlverhalten an den Tag gelegt", das die Gesundheit zahlreicher Österreicher gefährdet habe. Die Post-Vorstände, die allein 2019 "geradezu obszöne Summen" in Millionenhöhe erhalten hätten, hätten "Deals mit zweifelhaften Leiharbeitsfirmen abgeschlossen, die ganz offensichtlich nicht überprüft wurden und somalische Asylwerber eingesetzt haben". Dabei seien "beinahe zwei Millionen Österreicherinnen und Österreicher in Kurzarbeit oder arbeitslos".

Amazon-Verteilzentrum Großebersdorf in der Kritik

Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) erinnerte in dem Zusammenhang an "unwürdige Arbeitsbedingungen im Amazon-Verteilzentrum Großebersdorf", die vor knapp einem Jahr die Öffentlichkeit beschäftigt hatten. "An diesem Standort waren zu diesem Zeitpunkt über 95 Prozent der dort Arbeitenden als Zeitarbeitskräfte tätig", sagte die GPA-djp-Vorsitzende Barbara Teiber.

Keine Infizierungen beim Bundesheer in Inzersdorf

Im Post-Logistikzentrum Hagenbrunn (Bezirk Korneuburg) in Niederösterreich sind zwei Soldaten positiv auf Covid-19 getestet worden. Im Postzentrum Wien-Inzersdorf, wo das Bundesheer seit dem gestrigen Donnerstag im Einsatz ist, um den Betrieb aufrecht zu erhalten, gibt es bis dato keine Erkrankungen, hieß es auf APA-Nachfrage beim Verteidigungsministerium am Freitagnachmittag.

Die Erkrankungen der Soldaten in Hagenbrunn seien im Rahmen von stichprobenartigen Testungen, die im Hygienekonzept vorgesehen sind, entdeckt worden, erzählte ein Sprecher der Verteidigungsministeriums. Beide Betroffenen hätten keine Symptome aufgewiesen.

Auch für den Post-Standort Inzersdorf seien solche Stichproben-Testungen vorgesehen, erklärte ein Sprecher des ABC-Abwehrzentrums Korneuburg der APA. Sollte es zu Erkrankungen kommen, würde dies kommuniziert werden.

Hygienekonzepte für beide Post-Standorte

Für beide Post-Standorte gibt es umfassende Hygienekonzepte, um im Fall der Fälle eine Häufung von Erkrankungen zu vermeiden. Dazu zählt, dass ABC-Experten zwischen den Dienstschichten regelmäßig alle Oberflächen und andere Kontaktflächen desinfizieren. Überdies sind immer die gleichen Kleingruppen und Schichten tätig, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.

Unterschiede gibt es bei der Unterbringung: Die in Inzerdorf tätigen Soldaten und Zivilbediensteten wohnen in Gebäuden des Bundesheeres. Am Standort Hagenbrunn ist hingegen rund ein Drittel der Mannschaft zuhause untergebracht.

(APA/red)

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