So wurde bei den Parteien nach der Wahl gefeiert

©ABD0152_20171015 - WIEN - …STERREICH: NATIONALRATSWAHL 2017 - vlnr.: Claudia Gamon (NEOS) und Beate Meinl-Reisinger (stellvertretende Neos-Vorsitzende) in der Wahlkampfzentrale vor Bekanntwerden der ersten Hochrechnung zur Nationalratswahl am Sonntag, 15. Oktober 2017, in Wien. - FOTO: APA/GEORG HOCHMUTH - Special Instructions
Nach der Nationalratswahl wurde in diversen Wahlkampfzelten der Parteien ordentlich gefeiert.
Bei der Wahlfeier der NEOS
Wahlfeier der FPÖ
Tränen bei den Grünen
Peter Pilz feiert Wahlerfolg
ÖVP-Wahlfeier zur Nationalratswahl 2017

NEOS feierten stilgerecht

Stilgerecht haben die NEOS ihr passables Abschneiden bei der Nationalratswahl gefeiert. Im Wiener Club Cafe Leopold im Museumsquartier war praktisch jeder Quadratmeter doppelt besetzt. “Es sind uns gute Schritte gelungen”, lobte Spitzenkandidat Matthias Strolz seine Mitstreiter. Selbst Listenzweite Irmgard Griss taute auf und bot allen das Du-Wort an.

Bereits am frühen Abend war die hippe Location, die die Neos für ihre Wahlparty gebucht hatten, völlig überlaufen. Endgültig euphorische Stimmung kam auf, als Strolz, Griss und Wahlkampfleiter Nikola Donig gegen 21.30 Uhr über die Stiege hinaufmarschierten. Einmal durch die Menge gekämpft, sprach Strolz seinen pinken Mitstreitern und Kandidaten erst einmal einen herzlichen Dank aus. “Wir haben einen Wahlkampf hingelegt, der von Anfang an positiv mit großer Kraft geführt war”, sagte er nach seinem Einzug, der von Queens “Dont stop me now” begleitet war.

Auch Griss zeigte sich für ihre Verhältnisse in Partylaune. “Ich fühle mich in der NEOS-Familie sehr, sehr wohl”, wandte sie sich an ihre Fans, die bereits zuvor “Irmgard, Irmgard” skandiert hatten. Ihr Angebot lautete, “euch allen kollektiv das Du-Wort anzubieten.”

Weinen und tanzen mit Ulrike Lunacek

Emotionen und viel Jubel gab es Sonntagabend in der Wahlzentrale der Grünen für Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek. Unter Tränen dankte sie allen und rief: “Wir Grüne leben weiter, und wir werden wieder stärker.” Dann wiegte sie sich mit Bundessprecherin Ingrid Felipe und Geschäftsführer Robert Luschnik zu “I am what I am”, bis Unterstützer die Bühne stürmten und alles in Umarmungen unterging.

Als Lunacek am späteren Abend im weiterhin gut gefüllten Wiener “Metropol” eintraf, wurde sie mit minutenlangem Applaus begrüßt. Sie lobte alle Unterstützer für ihren Einsatz im Wahlkampf der Grünen. Es gehe um die Bekämpfung des Klimawandels und den Einsatz für Menschenrechte und Menschenwürde. “Das braucht es”, meinte sie, und starke Grüne wären dafür notwendig. Der dennoch geringe Wählerzuspruch,”das tut weh”.

Dennoch versprühte sie Optimismus. Sie verwies auf die vielen Mandatare der Grünen von den Landtagen bis in die Gemeinden, aber auch auf die Basis der Partei. “Wir werden es wieder schaffen, die Grünen in Österreich groß und stark zu machen, um zu zeigen, warum es uns geben muss in Österreich”, sagte Lunacek.

FPÖ-Fans feierten zu Rammstein-Klängen in Marx-Halle

Am späten Sonntagabend haben die Anhänger der FPÖ in der Marx-Halle ausgelassen das Wahlergebnis gefeiert. Getanzt und gesungen wurde zu Klängen von Rammstein sowie zur inoffiziellen FPÖ-Hymne “Immer wieder Österreich”. Es wurde reichlich getrunken und rot-weiß-rote-Fahnen wurden geschwungen. Parteiprominenz war vor dem Eintreffen von Parteichef Heinz-Christian Strache noch wenig zu sehen.

Der burgenländische Obmann Johann Tschürtz zeigte sich auf APA-Anfrage zuversichtlich, dass die FPÖ der nächsten Regierung angehören werde. Das sei sowohl mit der ÖVP als auch mit der SPÖ möglich, wie sich das in Oberösterreich bzw. dem Burgenland gezeigt habe. Er persönlich habe keine Präferenz, vieles hänge von den Persönlichkeiten ab.

Der Wiener Klubobmann Dominik Nepp hätte auch nichts gegen eine Regierungsbeteiligung. Das hänge aber davon ab, ob man bestimmte Inhalte umsetzen könne. Auch er ließ nicht durchklingen, ob das mit der SPÖ oder der ÖVP leichter ginge. Die SPÖ sei jedenfalls aus seiner Sicht gespalten. Die Sozialdemokraten müssten sich entscheiden, ob sie den Kurs des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl oder jenen das burgenländischen Landeshauptmanns Hans Niessl einschlagen wollen.

Erleichterte Steh-Party bei der SPÖ

Rund um das Burgtheater sind am Sonntagabend viele Steine von vielen roten Herzen geplumpst. Angesichts der Aussicht auf Platz zwei nach dem derzeit prognostizierten Endergebnisses herrschte bei der Wahlparty der SPÖ Erleichterung vor. Die schlug sich allerdings weniger in ausgelassener Feierstimmung nieder – die roten Fans standen bevorzugt ins Gespräch vertieft auf dem Areal umher.

Rund 1.000 Gäste wurden nach Parteiangaben gegen 22:00 Uhr noch gezählt. Sie verteilten sich vor allem zwischen Parteizentrale und Festzelt. Ins Zelt selber wurden sie dann beordert, als der Live-Einstieg in die “Zeit im Bild 2” des ORF nahte. Da wurde die Atmosphäre auch kurz überschwänglich – bevor man sich dem gemeinsamen Public Viewing der “ZiB 2” widmete. Solidaritätsapplaus gab es dabei übrigens für den Kurzbericht über die abgestürzten Grünen.

Parteivorsitzender Christian Kern schaute nicht mehr vorbei, auch weitere hochrangige SPÖ-Prominenz war kaum zu sichten. Mit Ausnahme der Wiener Partei: Deren Vertreter präsentierten sich besonders gut gelaunt, so manche Funktionäre konnten einzelne Bezirksergebnisse selbst kaum glauben.

Türkise Party für Sebastian Kurz

Gefeiert wurde beim Wahlsieger schon seit der ersten Hochrechnung, als der Parteichef Sebastian Kurz dann allerdings gegen 22.15 Uhr in der ÖVP-Wahlzentrale eintraf, gab es kein Halten mehr. Das Gedränge in den Partyzelten und in der Halle mit der Bühne war riesig. Kurz bedankte sich beim Team und den Wählern, in seiner kurzen Ansprache erklärte er: “Es ist nicht der Tag des Triumphs über andere.” Partystimmung war wenig überraschend bei der nun türkisen ÖVP schon recht zeitig aufgekommen, eine Band spielte im Kursalon Hübner, es wurde geshaked und getrunken. Fürs leibliche Wohl gab es außerdem Frankfurter mit Gebäck. Neben dem Gebäude waren aufgrund des zu erwartenden großen Andrangs zwei riesige Partyzelte aufgebaut und Gedränge herrschte nicht nur vor einer türkisen Fotobox. Moderator Peter L. Eppinger kündigte ihn von der Bühne aus eben noch an und plötzlich wurde Kurz’ Erscheinen in der Menge bereits auf der Videowall übertragen.

Flankiert von Freundin Susanne und Generalsekretärin Elisabeth Köstinger wurde der Spitzenkandidat von der Security durch die Gratulantenschar geschoben. Hände wurden geschüttelt und erste Selfies gemacht – nach seinem Auftritt dürften es vermutlich noch viel mehr werden. Unter den ersten Gratulanten waren etwa die Landeschefs aus Niederösterreich, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, und dem Burgenland, Thomas Steiner.

“Vielen, vielen Dank für eure Unterstützung”, startete Kurz mehrmals aufgrund des anhaltenden Applauses. Der Parteiobmann bedankte sich in seiner kurzen Ansprache dann bei seinem Team für die Organisation des Wahlkampfs, seinen Eltern und seiner Freundin, die “viel aushalten” mussten: “Vielen Dank, dass ihr so eine große Stütze wart’s.”

Der heutige Tag sei historisch, da der Volkspartei in den vergangenen Wahlen kein Plus vor dem Ergebnis möglich war. “Der heutige Tag ist eine Chance, die Führung in dem Land zu übernehmen und für echte Veränderungen zu sorgen.” Am heutigen Abend sollen alle Unterstützer feiern: “Ihr habt es euch redlich verdient und schwer erarbeitet.” Ab morgen gehe die Arbeit allerdings weiter: “Wir haben nicht kandidiert, um die Wahl zu gewinnen”, sondern um Österreich wieder zurück an die Spitze zu bringen und im Land etwas zu verändern.

“Feiern wir ordentlich, aber nicht den Sieg über andere. Es ist nicht der Tag des Triumphs über andere, sondern der Tag, an dem die Österreicher uns das Vertrauen geschenkt haben”, so Kurz mit Verweis auf einen neuen Stil und den respektvollen Umgang mit anderen. Seinen Dank sprach Kurz auch den Wählern aus, man sei sich des großen Vertrauens bewusst und er versprach, er werde: “Alles tun, um Österreich zum Positiven zu verändern.” Nach seinem Auftritt stürzte sich der Parteichef dann ins Getümmel.

Für einen kurzen Tumult sorgten am Abend noch vor Kurz’ Eintreffen drei Aktivisten, die mit bunten Papp-Krawatten und einem Aluhut auf sich aufmerksam machten. Die jungen Männer standen plötzlich vor der Bühne, wurden jedoch umgehend von den Security-Mitarbeitern aus dem Gebäude geleitet. Draußen stellten sie sich noch vor die Medien und sprachen zu Umweltthemen und der Flüchtlingsproblematik.

(APA/Red)

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