So sieht ein typischer Wiener Neubau derzeit aus

Eine Studie zeigt, wie ein typischer Wohnungsneubau 2019/2020 aussieht.
Eine Studie zeigt, wie ein typischer Wohnungsneubau 2019/2020 aussieht. ©APA (Sujet)
Eine aktuelle Studie zu Wohnbauprojekten in Wien zeigt, wie die aktuellen Wiener Bauprojekte als "Durchschnittsprojekt" aussehen. Dabei gibt es einige Veränderungen zum Vorjahr.

Laut der am Mittwoch vom Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) präsentierten Studie zur Wohnsituation in Wien, die gemeinsam mit Exploreal erarbeitet wurde, werden 2019/2020 wieder überwiegend Mietwohnungen errichtet. Zuletzt stand noch der Bau von Eigentumswohnungen im Vordergrund. Laut den Auswertungen der Datenbank waren für heuer 12.700 Bauträger-Wohnungen in der Pipeline, im kommenden Jahr 19.100. 2021 gehen die Neubautätigkeit wieder zurück.

Die baustärksten Wiener Bezirke

"Mit dieser Erhebung ist es erstmalig gelungen, die aktuelle Neubausituation in der Bundeshauptstadt detailliert darzustellen. In der Bauträgerdatenbank sind faktisch alle Wohnbauprojekte enthalten, die derzeit in Wien realisiert werden", so Gerald Gollenz, stv. Obmann des Fachverbandes Immobilien - und Vermögenstreuhänder.

So konnte man auch darstellen, dass (wenig überraschend) derzeit vor allem dort gebaut wird, wo die meisten Flächenreserven vorhanden sind. dazu gehören die Wiener Bezirke Donaustadt, Leopoldstadt, Landstraße, Floridsdorf, Liesing und Favoriten. Allerdings wurde die rege Bautätigkeit in den Flächenbezirken - "in der grünen Wiese" - kritisch gesehen. Dies sei auch aus ökologischen Gründen zu hinterfragen, hieß es. Auch volkswirtschaftlich sei es günstiger nicht im Grünland zu bauen, da dort neben den Baukosten auch Kosten für die Infrastruktur wie Straße oder Kindergärten hinzukämen. In bereits verbautem Gebiet sei diese schon vorhanden. Allerdings verhindere hier die "restriktive Flächenwidmung" eine Nachverdichtung im innerstädtischen Bereich.

Die Nachfrage am Wiener Wohnungsmarkt

Interessant ist, wie ein typischer Wiener Neubau derzeit aussieht: "Durch die Datentransparenz können wir die derzeit in Wien in der Pipeline befindlichen Projekte auf ein ‚typisches Durchschnittsprojekt‘ herunterbrechen, was erstmalig einen umfassenden Überblick über die derzeit in Wien geplanten, gebauten und angebotenen Projekte ermöglicht," erläutert Matthias Grosse, Mitbegründer und Geschäftsführer der Exploreal GmbH. Das Resultat: Das typische Wiener Durchschnittsbauprojekt umfasst 67 Wohnungen mit je 65,6 Quadratmetern, 24,2 Quadratmetern Freifläche, also Loggia, Balkon oder Terrasse und 0,83 Autostellplätzen.

Es zeigt sich zudem, dass höherpreisige Wohnungen mehr als genügend am Markt vertreten sind, während es vor allem im günstigen Bereich bis rund 700 Euro an Wohnraum fehlt.

Interessant sind auch die Verwertungschancen einer Wohnung: Am schnellsten verkaufen sich Wohnungen bis 300.000 Euro. Diese würden innerhalb eines Jahres vom Markt "absorbiert", so Bosak. Der Verkauf von Apartments um mehr als 600.000 Euro würde im Vergleich dazu zwei Jahre Zeit in Anspruch nehmen. Was die Größe anbelangt, so sind Wohnungen zwischen 50 und 90 Quadratmeter bzw. mit zwei bis drei Zimmern am beliebtesten. So sei die Zwei-Zimmer-Wohnung eine gefragte Anlegerwohnung. Dies könnte auch mit der durchschnittlichen Größe eines Haushalts zu tun haben: In Wien wohnen in 80 Prozent der Haushalte maximal zwei Personen.

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(APA/Red.)

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