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Simulationsexperte Popper erwartet baldige "Challenge" in der Corona-Situation

Simulationsforscher Niki Popper hat seine Einschätzung zur aktuellen Situation abgegeben
Simulationsforscher Niki Popper hat seine Einschätzung zur aktuellen Situation abgegeben ©APA/GEORG HOCHMUTH
Aus diversen Gründen erwartet Simulationsexperte Niki Popper für die kommenden Wochen eine "Challenge" durch einen "ordentlichen Anstieg" an Corona-Infektionen.
Infektionsrisiko in Österreich steigt
Experte: "Lage schwierig vorherzusagen"

Es gebe keinen Grund zu glauben, dass sich die Entwicklung anders gestalten werde, meinte er im APA-Gespräch am Rande des "Forum Alpbach". Popper gibt im wesentlichen drei Ursachen an: die Reiserückkehrer, den Schulbeginn sowie, dass die Immunität Genesener aus der zweiten Welle verloren gehe, was ebenfalls ein "ordentlicher Booster" sei.

Popper zu steigenden Infektionen im Sommer: "Lage war sehr schwer einzuschätzen"

Dass die Infektionen im Sommer schneller nach oben gegangen sind als vom Prognosekonsortium vermutet, begründet der Experte damit, dass die Lage sehr schwer einzuschätzen gewesen sei. Aktuell handle es sich noch um viele "Mini-Epidemien", also regionale Cluster, ausgelöst teils durch Reiserückkehrer.

Dies wird sich Poppers Ansicht nach schon bald ändern. Es beginne schon damit, dass man über die Schultests noch etliche Fälle zusätzlich entdecken wird, die im Sommer noch verborgen geblieben wären. Insgesamt gehe die Entwicklung in die selbe Richtung wie im Vorjahr.

Spitalssituation: Simulationsexperte sieht Politik gefordert

Auf Zahlen, wann eine kritische Situation an den Spitälern entstehen könnte, lässt sich der Simulationsexperte nicht ein. Dies sei auch eine Frage, die von der Politik definiert werden müsse, sprich inwieweit man die Kapazitäten ausreizen will. Man müsse sich dabei überlegen, ob man bei 750 Intensivpatienten ansetze oder ob es einem schon zu viel sei, wenn 300 oft junge Patienten eine entsprechende Behandlung benötigten.

Positiv ist für Popper, dass die Spitalszahlen, speziell im Intensivbereich, noch im Rahmen sind. Er empfiehlt aber, sich nicht darauf zu verlassen, da es hier immer einen Nachzieh-Effekt gebe.

Erhöhung der Impfrate zentral: "Da braucht man nicht mehr zu diskutieren"

Zentral, um eine negative Entwicklung zu stoppen, ist für Popper eine Erhöhung der Impfrate. Über die Effektivität der Immunisierung brauche man nicht mehr zu diskutieren, die Frage sei impfen oder infizieren.

Der Simulationsexperte plädiert dafür, die entsprechenden Impfangebote niederschwelliger zu gestalten. Als Vorbild bezeichnet er hier Wien. Dass dort die Impfquote auch nicht höher ist als anderswo, sieht er im Großstadtfaktor begründet.

Wenig Optimismus in Sachen Impf-Motivation und Druck als Mittel

Allzu optimistisch ist Popper nicht, dass noch allzu viele Menschen zur Impfung bewogen werden können. Das Problem sei die Radikalisierung und Polarisierung. Mehr Druck etwa auch über eine 1G-Regel wird seiner Einschätzung nach eher wenig bringen: "Ich glaube nicht, dass sich die Menschen zwingen lassen."

Nachschärfen bei Hygiene-Maßnahmen nötig - mehr Maskenpflicht

Wenn es tatsächlich nicht gelingen sollte, die Impfquote zu erhöhen und eine qualitative Teststruktur aufrecht zu erhalten, geht Popper davon aus, dass man mit Hygiene-Maßnahmen wird nachschärfen müssen, sprich eine Ausdehnung der Maskenpflicht. Denn einen weiteren Lockdown oder Home-Schooling wolle niemand mehr.

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(APA/Red)

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