Seestadt Aspern: Baurabeiten für "Campus der Religionen" starten 2023

Michael Ludwig - hier auf einer Aufnahme aus dem Vorjahr - hat sich zum "Campus der Religionen" geäußert.
Michael Ludwig - hier auf einer Aufnahme aus dem Vorjahr - hat sich zum "Campus der Religionen" geäußert. ©APA/ROLAND SCHLAGER (Symbolbild)
Die Seestadt Aspern soll einen Begegnungsort für Religionsgemeinschaften bekommen. Die Siegerprojekte des städtebaulichen Wettbewerbs können ab dem 29. September im Wiener Ringturm begutachtet werden.

"Religionsgemeinschaften haben eine Sozialisationsfunktion, die ein Kaffeehaus nicht erfüllen kann", sagte Harald Gnilsen, Vorsitzender des Vereins Campus der Religionen beim heutigen Pressegespräch. Ehemals war die Eröffnung für 2022 angedacht, nun sollen die Bauarbeiten erst Mitte 2023 beginnen.

"Campus der Religionen" laut Ludwig ein Friedensprojekt

"Mir ist lieber, es dauert ein bisschen länger und wird freundschaftlich gelöst. Zeitlichen Druck auszuüben ist, denke ich, nicht gut", sagte der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Das interreligiöse Zentrum sei schließlich ein Friedensprojekt. Ludwig erklärte, die Finanzierung der einzelnen Bauobjekte des Campus liege bei den einzelnen Religionsgemeinschaften und verwies auf die Komplexität des gesamten Vorhabens: "Die Verbindung von sakralem Anspruch und Begegnungsstätte ist nicht immer leicht zu lösen."

Die Idee, einen "Platz für alle Religionsgemeinschaften zu suchen", geht auf 2007 zurück und wurde bereits im Jahr 2010 konkret, schilderte Gnilsen, der auch Baudirektor der Erzdiözese Wien ist. Nun scheint man endlich in die Zielgerade einzubiegen. Der Begriff "Campus" soll verdeutlichen, dass alle Religionsgemeinschaften gleichwertig und gleichrangig sind, unabhängig von ihrer zahlenmäßigen Vertretung in Wien. Im Jahr 2019 haben sich die Vertreter und Vertreterinnen von acht Religionsgemeinschaften für die Umsetzung des Projekts zu einem Verein zusammengeschlossen: die Österreichische Buddhistische Religionsgemeinschaft, die Römisch-Katholische Kirche, die Evangelische Kirche A.B., die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich, die Neuapostolische Kirche Österreich, die Sikh Religionsgemeinschaft Österreich, die Griechisch-orientalische Metropolis von Austria und die Israelitische Kultusgemeinde Wien. Das Prinzip des Miteinanders wird hochgehalten, gleichzeitig sollen aber die "eigenständigen Identitäten unangetastet bleiben".

Siegerentwurf für "Campus der Religionen" kommt aus Wien

Der Siegerentwurf für den "Campus der Religionen" stammt vom Wiener Architekturbüro Burtscher-Durig und sieht auf einem Grundstück von knapp 10.000 Quadratmetern vor, dass neben den jeweiligen acht Sakralbauten auch der neue Standort der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems Platz findet. Wichtig war der Architektin Marianne Durig, dass es "kein abgeschlossenes Areal" sei, um die Idee der Offenheit zu unterstreichen. Zwischen den Religionsgemeinschaften habe der Konsens bestanden, dass nicht auf religiöse Symbolik zurückgegriffen werden solle, hieß es. So werden die Sakralbauten in der Ausstellung als "in ihrer plastischen Ausformung neutral" beschrieben. "Das verbindende Element ist eine zarte Pergola-Konstruktion, die die Sakralbauten zusammenhält", sagte Durig beim Pressegespräch.

Auch jene Projekte, die im Architekturwettbewerb den zweiten und dritten Platz belegt haben, sind in der Ausstellung zu sehen, sowie die drei Entwürfe, die von der Jury aus 42 internationalen Einreichungen für Anerkennungspreise ausgewählt wurden.

(APA/Red)

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