Schweizer reißen Ländle-Handel aus Umsatzloch

„Die Kaufzurückhaltung der Vorarlberger wird durch sie deutlich ausgeglichen“, erklärte Gebhard Sagmeister, zuständiger Spartenobmann in der Wirtschaftskammer.

Zum Teil beträgt ihr Kundenanteil ein Drittel, ergab ein APA-Rundruf. Nach dem letzten Einkaufssamstag sind Vorarlbergs Händler zuversichtlich, das Vorjahrsniveau zumindest halten zu können.

„Wenn es an den letzten drei Tagen so weitergeht wie am Samstag, dann ganz sicher“, erklärte Stefan Raggl von der Innenstadtinitiative „inside“ in Dornbirn. Auch von seinen Kollegen in den anderen Vorarlberger Städten kommen ähnliche Signale. Der 8. Dezember war überraschend gut, die ersten Einkaufssamstage hingegen eher schwach, der Freitag-Abendverkauf noch ein Problem, doch am vergangenen Samstag kam der erhoffte Umschwung.

Spielwaren, Schmuck, DVD und seit dem Schneefall der letzten Woche sind Wintersportartikel die „Renner“ im Vorarlberger Weihnachtsgeschäft. Stark zugenommen hat die Nachfrage nach Geschenkgutscheinen und zwar in allen Sparten. „Gutscheine werden den ganzen Jänner hindurch eingelöst“, weiß Burkhard Dünser, Geschäftsführer des größten Einkaufszentrums des Landes, dem Dornbirner „Messepark“: „Viele Kunden warten auf Ausverkaufspreise“. Eine spezielle Rabbattschlacht sei in diesem Weihnachtsgeschäft nicht zu beobachten. Dünser rechnet im Weihnachtsgeschäft mit „mindestens gleich hohen Umsätzen wie im Vorjahr“, genaue Zahlen seien aber schwer zu definieren, denn das Weihnachtsgeschäft beginne je nach Branche im Oktober und ende erst nach Dreikönig. Das Geschäftsjahr 2003 werde gesamthaft sehr positiv mit „einem Umsatzplus von drei bis fünf Prozent“ (2002: 149 Mill. Euro) abschließen.

Den Anteil der Schweizer Nachbarn beziffert Dünser für den „Messepark“ mit rund einem Fünftel. „Schweizer Kunden haben heuer unsere Umsätze herausgerissen wie noch nie,“ sagte Dünser zur APA. Ins gleiche Horn stößt Sagmeister, der mit Bekleidungsgeschäften in mehreren Städten einen landesweiten Überblick hat: „Die Zahl der Kunden aus der Schweiz und Liechtenstein hat heuer sehr stark zugenommen. Wir profitieren im hochwertigen Angebot natürlich von der Möglichkeit der Mehrwertsteuerrückvergütung. Die Schweizer ersparen sich dadurch rund 13 Prozent.“

Als klare Tendenz zeigt sich im gesamten Vorarlberger Rheintal, dass die Schweizer das Angebot der zum Teil günstigeren Preise, des Umsatzsteuervorteils und auch die heimische Gastronomie zum Anlass eines Tagesausflugs mit mehreren Stationen nehmen. Als regionaler Gewinner des Jahres dürfte am Saisonende Feldkirch jubeln: „Es gibt dieses Jahr zwischen Zürich und Chur keinen vergleichbaren Weihnachtsmarkt, der vier Wochen lang jeden Tag geöffnet hat“, sucht Hannes Jochum von der Werbegemeinschaft Feldkirch nach Gründen für den auffallenden Umtrieb in der Montfortstadt. „Es kommen immer mehr Tagestouristen, auch mit Bussen aus Süddeutschland und Italien – allein aus Varese waren es 12. Die Marktständler sprechen von 20 und mehr Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr. Das ist sicher auch ein Indikator für unsere Geschäfte und die Gastronomie.“

Jeder dritte Kunde in Vorarlberg kommt aus der Schweiz

Der Detailhandel in Vorarlberg profitiert im laufenden Weihnachtsgeschäft so stark von Schweizer Kunden wie noch nie, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur apa zeigt. Ein Drittel der Kundschaft komme aus der Schweiz. Die Schweizer Kundschaft spart durch die Rückvergütung der Mehrwertsteuer rund 13 Prozent.

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