Schüler fordern: Mündliche Matura soll freiwillig bleiben

Die mündliche Matura soll 2022 wieder verpflichtend sein - Schüler wehren sich dagegen.
Die mündliche Matura soll 2022 wieder verpflichtend sein - Schüler wehren sich dagegen. ©APA/HANS KLAUS TECHT
Geht es nach der Bundesschulvertretung, soll die mündliche Matura auch in diesem Jahr freiwillig sein. Unterstützung erhält sie dabei von der SPÖ.
Auch 2022 leichtere Matura

Die Bundesschulvertretung will sich weiter für eine freiwillige mündliche Matura auch in diesem Jahr einsetzen. Außerdem geht nach Ansicht von Bundesschulsprecherin Susanna Öllinger bei den derzeitigen Plänen der Bereich der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) noch etwas unter, hieß es in einer der APA übermittelten Stellungnahme. Auch die SPÖ spricht sich gegen eine "Matura wie damals" aus.

Mündliche Matura 2022 wieder verpflichtend vorgesehen

Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) hat am Dienstag zwar erneut Erleichterungen wie eine längere Arbeitszeit bei der schriftlichen Matura, weniger Themenbereiche bei der mündlichen Reifeprüfung sowie an den AHS einen späteren Abgabetermin der vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA) angekündigt. Anders als in den vergangenen beiden Jahren soll aber die mündliche Matura wieder verpflichtend sein.

"Es ist wichtig, dass die diesjährigen Abschlussklassen Planungssicherheit und Klarheit haben, weshalb wir es sehr begrüßen, dass jetzt einmal ein Plan für die Matura steht", so Öllinger. Mit den Erleichterungen sei man einen Schritt auf die Schülervertretung zugegangen. Allerdings fehle im BHS-Bereich eine ähnliche Regelung bei den Diplomarbeiten, wie es sie bei den VWA an den AHS gebe. An BHS können zwar die Schulen autonom über eine Verschiebung der Abgabefrist entscheiden, eine Vorgabe durch das Ministerium wäre aber besser. Außerdem brauche es an den BMHS auch Regelungen für verpassten Praxisunterricht und die Fachprüfungen.

SPÖ gegen "Matura wie damals"

"Die heurigen Maturantinnen und Maturanten waren seit der sechsten Klasse mit einem Dauerausnahmezustand, ausgelöst durch die Pandemie, und dem nicht besser gewordenen Missmanagement der Bundesregierung konfrontiert", meinte SPÖ-Bildungssprecherin Petra Vorderwinker in einer Aussendung. "Wer auf Basis dessen heuer wieder auf de facto normalen Maturabetrieb umstellen will, macht denselben Fehler wie jene, die zu oft und zu früh die Pandemie für beendet erklärten oder die überhaupt so tun wollen, als hätte es Corona nie gegeben." Eine Rückkehr zur alten Matura könne er erst geben, wenn die Lernrückstände aufgeholt seien.

Durch die Erleichterungen bei der Matura hat es 2020 einen Maturantenrekord gegeben. In diesem Jahrgang wurden insgesamt 46.751 Reife- und Diplomprüfungen bestanden, das sind um rund 4.500 mehr als in den beiden Jahrgängen davor. Für 2021 liegen noch keine gesammelten Daten vor.

(APA/Red)

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