Schrumpfkur bei der AUA: 20 Flugzeuge werden stillgelegt

Die AUA verordnet sich eine Schrumpfkur.
Die AUA verordnet sich eine Schrumpfkur. ©APA
Die AUA will die Corona-Krise dafür nutzen, ältere Flugzeuge in den Ruhestand zu schicken. 20 Maschinen werden stillgelegt, aber auch bei den Mitarbeitern wird der Rotstift angesetzt.

Die AUA schickt wegen der Coronakrise ältere Flugzeuge in den Ruhestand. Darunter sind auch drei der zwölf Langstreckenflugzeuge, die dauerhaft stillgelegt werden. "Der Neustart-Plan sieht nun ein Flotte im Jahr 2022 von rund 60 Flugzeugen vor", teilte die österreichische Lufthansa-Tochter am Dienstag mit. Derzeit hat die AUA rund 80 Flugzeuge.

"Wir wollen unser Langstrecken-Drehkreuz erhalten, auch wenn uns erstmal keine andere Wahl bleibt, als uns an den etwas kleineren Markt anzupassen", wird AUA-Chef Alexis von Hoensbroech in der Aussendung zitiert.

Rotstift auch beim Personal

Auch bei den derzeit 7.000 Mitarbeitern muss der Rotstift angesetzt werden, um die Schulden nach der Krise wieder abzubauen. "Zukunftsfit bedeutet auch, dass wir in der Lage sein müssen, unsere Flugzeuge, Gebühren, Löhne und Investitionen zu finanzieren und natürlich auch etwaige Belastungen und Kredite aus dem Corona-Grounding zurückzuzahlen", so Hoensbroech.

An jedem Flugzeug hängt eine bestimmte Anzahl an Mitarbeitern. Ob bei einem Viertel weniger Flugzeuge, auch ein Viertel der Belegschaft gehen muss, steht noch nicht fest. Bordbetriebsratschef Rainer Stratberger sprach sich in der APA zuletzt für eine längere Phase der Kurzarbeit oder Teilzeitmodelle anstelle von Kündigungen aus. Derzeit sind bei der Corona-Kurzarbeit höchstens sechs Monate möglich.

Die AUA-Führung will trotz Verkleinerung der Flotte "so viele Arbeitsplätze wie nur möglich erhalten". Entsprechende Gespräche dafür mit den Betriebsräten seien bereits im Gange. "Wir haben einen Plan. Nun hoffen wir auf die Unterstützung aller Beteiligten", so der Vorstand. Schon vor der Krise hatte die AUA geplant, bis Ende 2021 700 bis 800 Stellen zu streichen.

AUA plant um ein Viertel kleiner aus Krise zu kommen

Neben der Rochade bei den ursprünglich 18 Regionalflugzeugen des Typs Dash Turboprops sollen bis 2022 nun auch alle sieben Mittelstreckenjets des Typs Airbus A319 sowie drei der sechs Boeing 767-Langstreckenflugzeuge abgegeben werden. Die Anpassung der Flotte soll stufenweise erfolgen. Da vorwiegend kleinere Flugzeuge stillgelegt werden, entspreche das einer Kapazitätsreduktion von etwa 20 Prozent.

Bei den Flugzeugen vom Typ Boeing 767 handelt es sich um die Registrierungen OE-LAT, OE-LAW und OE-LAX, welche mit durchschnittlich 28 Jahren zu den ältesten Flugzeugen der AUA-Flotte gehören. Die anderen drei Boeing 767 sind zwischen 19 und 21 Jahre alt. Ebenfalls behalten werden sollen die sechs größeren Langstreckenjets des Typs Boeing 777.

Vor der Coronakrise war man davon ausgegangen, dass die in die Jahre gekommenen Boeing 767 früher oder später durch neue, moderne Flieger aus Bestellungen des Lufthansa-Konzerns ersetzt werden. Die Pandemie aber machte Investitionen in neue Flugzeuge einen Strich durch die Rechnung. Etliche Airlines haben ihre Aufträge bei Boeing und Airbus bereits storniert.

Tiefrote Zahlen bei Fluggesellschaften

Die AUA dürfte heuer einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe und auch 2021 tiefrote Zahlen schreiben. Für das laufende Jahr prognostiziert der AUA-Vorstand eine Nachfrage von 25 bis 50 Prozent, abhängig davon, ob und wann der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Bis Ende 2021 schätzt die AUA die Nachfrage auf im besten Fall 75 Prozent. AUA-Vorstand Andreas Otto erklärte dazu in der Pressemitteilung: "Die gesamten Airline Industrie ist pessimistisch. Wir müssen davon ausgehen, dass wir das "Vor-Corona-Niveau" frühestens 2023 wieder erreichen werden."

Die Coronavirus-Pandemie hat die Airlinebranche weltweit mit voller Wucht getroffen. Damit Flüge wieder rentabel durchgeführt werden können, braucht es wohl einen Impfstoff, denn mit halb leeren Flugzeugen lässt sich kein Geld verdienen. Experten zufolge dauert die Impfstoff-Entwicklung mindestens ein Jahr. Selbst bei einer Pflicht zum Tragen von Schutzmasken würde der gebotene Sicherheitsabstand von einem Meter leere Flugzeugreihen bedeuten.

(APA/red)

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